#101 Frankreich: Radeln bei Wind und Wetter

Nicht immer scheint die Sonne. Durch Südfrankreich zog die letzten Tage ein heftiges Unwetter, das 900.000 Haushalte ohne Strom hinterließ. Sturm Nils fegte mit bis zu 160km/h übers Land und sorgte für heftige Verwüstungen, entwurzelte Bäume, umgekippte Strommasten, versperrte Straßen und Schienen.  Und das genau in der Zeit, als wir von unserer letzten Farm bei Alès zur nächsten radeln wollten. Außerdem schickte unser längst eingeplanter Pferdehof eine Woche vor der Anreise eine Absage wegen eines familiären Schicksalsschlages. 

Also hieß es: Neue Pläne, fertig, los. In letzter Sekunde fanden wir einen netten Hof nicht weit von Toulouse. Nun blieb uns eine ganze Woche zum Radeln, statt des ursprünglich geplanten Wochenendes. Motiviert stiegen wir in Béziers bei Sonnenschein auf die Räder und entdeckten den 240 km langen „Canal du Midi“, der 1666 unter Ludwig XIV angefangen wurde zu bauen.

Der Kanal führte uns zunächst nach Carcassonne, dass tatsächlich genauso aussieht wie Ankes Lieblingsspiel. Was für eine beeindruckende Festungsanlage! Da mussten wir gleich ein bisschen im Strategiespiel versinken bevor die Regentage kamen.

In Toulouse landeten wir anschließend völlig durchnässt bei einem fantastischen Warmshowers; ein kooperatives Wohnprojekt mit gleich drei „Chambre d’amies“. So konnten wir spontan eine Nacht länger bleiben und beim Cyclist Film Festival anderen Radelnden bei ihren Anstrengungen bequem aus dem Kinosessel zuschauen, während der Sturm über die Stadt fegte. 

Auch die letzten zwei Tage unserer Tour waren eine klimabedingte Herausforderung. So sammelte uns für die letzten 20 km bergauf eine sehr nette Französin mitten auf der einsamen Landstraße mit ihrem kleinen Auto ein. Merci beaucoup!

Strecke: 304 km
Höhenmeter: 1.550 m
Radeltage: 6 (davon im Regen: 3)
Verspeiste Chocolatines: 10 

Hier geht es zu unserer Komoot-Route.

Veröffentlicht von Fabulous Female Cyclists

Ich war gerade 16 Monate mit dem Fahrrad unterwegs. Berlin-Sydney

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