#41 R├╝ckblick: Mit Baklava und Tee aus dem Halbzeit-Tief

Nachts heulen die Schakale und abends klingen die lieblichen Kl├Ąnge des klassischen Tamburs durch die R├Ąume. Zum Fr├╝hst├╝ck gibt es Menemen (eine Art R├╝hrei mit viel Tomaten, Paprika etc.), zum Mittagessen selbstgemachtes B├Ârek und Auberginen mit reichlich Knoblauch zum Abendessen ÔÇŽ Juhu, wir sind in Anatolien angekommen. Seit ein paar Tagen arbeiten wir auf einer abgelegenen Farm 100 km von Izmir entfernt. Wir schlafen in einer Jurte mitten im Olivenhain und freuen uns ├╝ber die Gastfreundschaft unserer Wwoof-Familie.

8 Monate sind wir nun schon unterwegs, damit hatten wir k├╝rzlich Bergfest – unsere Reisehalbzeit. 

Unser positives Fazit in aller K├╝rze: 

  • kein einziger platter Reifen
  • keine Unf├Ąlle
  • kein Arztbesuch oder Krankheiten 
  • keine negativen Gro├čereignisse
  • kein Diebstahl, kein ├ťberfall, keine Trickbetr├╝ger 

Daf├╝r:

  • wahnsinnig viele nette Begegnungen
  • sehr viele Landschaften der Superlative
  • unfassbar gutes Essen
  • 6.500 gefahrene Kilometer 
  • und viel toller Besuch von zu Hause 

Wir haben uns schon lange in unseren neuen Alltag eingegrooved. Die Schmerzen beim Radfahren sind l├Ąngst ├╝berwunden, wir wissen, wie viel H├Âhenmeter wir schaffen, wie weit wir radeln k├Ânnen und wie lange wir f├╝r eine Tour brauchen. Ansonsten haben wir l├Ąngst ein paar Arbeitsbereiche festgelegt: Dana plant akribisch jeden Tag die Routen, ist unsere Social Media Managerin und (ganz wichtig) die B├Ąckerei-Beauftragte.­čąÉ­čŹ×­čŹ¬  Anke durchforstet daf├╝r die Superm├Ąrkte, plant Wwoofing-H├Âfe, leitet durch den Tag und putzt die Ketten (ganz freiwillig). Ansonsten ├╝bernehmen wir nat├╝rlich beide alles was so anf├Ąllt, W├Ąsche waschen, kochen, Zelt aufbauenÔÇŽ 

Manchmal ist es einfach anstrengend 

Aber ja, wir gestehen: Im August merkten wir ganz sch├Ân deutlich, dass sieben Monate zu Zweit unterwegs sein, auch an den Nerven zieht. Immer im Zelt zu schlafen, ist doch mit viel gegenseitigem Angestupse und Gerangel verbunden. Richtige Betten sind so was sch├Ânes! St├Ąndig alles ein- und auspacken, nervt manchmal doch. Selbst scheinbare Selbstverst├Ąndlichkeiten sind auf Tour aufw├Ąndig. Mal eben ein Hei├čgetr├Ąnk kochen, ein k├╝hles Getr├Ąnk aus dem K├╝hlschrank holen, einfach mal Essen vorr├Ątig haben, bequem auf einem Sofa l├╝mmelnÔÇŽ alles Luxus f├╝r uns, der uns fehlt. Und nach fast schon traumatischen Toiletten- und Badsituationen auf bulgarischen und rum├Ąnischen Campingpl├Ątzen, fantasieren wir von klinisch geputzten B├Ądern mit geruchsdichten Siphons (!!). Und ja, uns fehlen unsere Freundschaften sehr. Einfach mal mit jemandem reden und sich austauschen.

Aber unser kleines Tief haben wir – seit wir in der T├╝rkei sind – ├╝berwunden. Wir machen nun etwas langsamer und gem├╝tlicher. Statt unserer ├╝blichen N├╝sschenpause nach den ersten zwei Stunden am Stra├čenrand, haben wir diese in eine der zahlreichen Teestube auf unserem Weg verlegt. Und da die T├╝rkei kulinarisch einfach ├╝berzeugt, m├╝ssen wir immer wieder anhalten, um eine Melonen-, Baklava-, Feigen- oder Pidepause einzulegen.

Grenz├╝bergang mit den Fliegen des Teufels

Vor vier Wochen sind wir in die T├╝rkei eingereist. Dabei war gerade der Grenz├╝bergang mit dem Rad noch einmal besonders beschwerlich. Denn zwischen Bulgarien und der T├╝rkei gab es zu Zeiten des Kalten Krieges einen mehrere Kilometer langen Grenzstreifen, der f├╝r die Bev├Âlkerung gesperrt war. Nach dem Ende der 80er wurde das Gebiet dann zu einem Naturschutzgebiet erkl├Ąrt. Wie so oft blieb von dem ehemals politisch gesperrten Gel├Ąnde unber├╝hrte Natur ├╝brig. Auf einer Bootstour in der N├Ąhe von Achtopol konnten wir unz├Ąhlige V├Âgel, Schildkr├Âten und seltene Pflanzenarten bewundern. Der gro├če, gro├če Nachteil dabei: Jedes Jahr im August wird diese Region von einer h├Âllischen Fliegenplage heimgesucht. Nat├╝rlich hatten wir genau diesen Zeitraum erwischt. ­čÖł Die Fliegen waren die penetrantesten St├Ârenfriede ever! Augen, Ohren, GesichtÔÇŽ all unsere Schwachstellen wurden ganz gezielt attackiert. Danas Gefluche „Das sind die Fliegen des Teufels!“ ­čśł war ├╝berall zu h├Âren. Die kreative L├Âsung: Mit unseren W├Ąsches├Ącken ├╝ber dem Kopf radelten wir weiter. Genau das, was man bei 35 Grad so braucht und zudem der v├Âllige Niedergang unseres eh schon bescheidenen Kleidungsstils. Wir wurden sogar von vorbeifahrenden Grenzpolizisten angehalten, doch bei unserem hektischen Gewedel hatten sie schnell Verst├Ąndnis und lie├čen uns vermummt im Grenzgebiet radeln. 

Kaum passierten wir die Landesgrenze zur T├╝rkei, h├Ârten die Teufelsfliegen zum Gl├╝ck auf. 

L├╝leburgaz – Eine erstaunlich soziale Kommune

Unser erstes Ziel im neuen Land: L├╝leburgaz. Die Stadt hat knapp 150.000 Einwohner und eine kommunale Fahrrad-, Fu├čball-, Frauen- und Kochakademie. Unsere erste Anlaufstelle – die Fahrradakademie – bot einen gro├čen Rad-Parcours mit Fahrradverleih. Abends cruisten Kinder und Erwachsene aus der Stadt durch das Areal – einfach aus Spa├č oder um Radfahren zu lernen. Das abgefahrenste f├╝r uns war jedoch, dass Fahrradreisende dort umsonst ├╝bernachten k├Ânnen. Und nicht nur das. K├╝che, Waschmaschine und Tauschb├Ârse – alles inklusive. All das finanziert und organisiert durch die Kommune! Wir kamen aus der Begeisterung kaum heraus. Der Leiter der Akademie (─░nan├ž) nahm sich die Zeit, uns die anderen Akademien zu zeigen. Wahnsinn, was Kommunen so leisten k├Ânnen. Wo ist nur die mit ├Âffentlichen Mitteln finanzierte Fahrrad-Akademie f├╝r Radreisende in Deutschland?

Troja, Homer und so viel Historisches

Unser weiterer Weg an der ├äg├Ąis entlang f├╝hrte uns nun von einer historischen Sehensw├╝rdigkeit zur n├Ąchsten antiken St├Ątte. Als erstes erreichten wir die sagenumwobene Stadt Troja. Homer beschrieb sie (inklusive dem genauen Standort) hilfreich in der Ilias. Ihm ist es zu verdanken, dass die List mit dem Holzpferd bis heute bekannt ist. Wir begaben uns begeistert auf Spurensuche in die Ausgrabungsst├Ątte und wurden vom Trojafieber gepackt. Also luden wir unsere Handys mit geschichtlichen Podcasts voll und binge-watchten ZDF-Dokus zum Thema. Gab es Troja ├╝berhaupt? Und Homer? Was fand Schliemann wirklich? Tja, da streiten sich die Geister.

Was auch immer Heinrich Schliemann im sp├Ąten 19. Jahrhundert ausgebuddelt hat, es bleibt faszinierend. Bei dem H├╝gel Hisarlik, in dem die Reste von Troja gefunden wurden, handelt es sich um einen sogenannten „Siedlungsh├╝gel“. Eine Siedlung nach der n├Ąchsten liegt dort ├╝bereinander – angefangen von der Bronzezeit bis ins fr├╝he Mittelalter. Schliemann ist allerdings davon ausgegangen, dass jenes Troja, das Homer beschrieb, die erste Siedlung an dieser Stelle sein m├╝sste. Das Ergebnis: Er schlug eine meterbreite Schneise durch den H├╝gel (bis auf den Grund). Die Schichten dar├╝ber wurden einfach als Schutt abgetragen. Und so budelte er an der f├╝r ihn interessanten Schicht vorbeiÔÇŽ Nun ja, insgesamt eine eher brachiale Vorgehensweise. Dennoch hat er einen bedeutenden Schatz gefunden, den sogenannten „Schatz des Priamos“, bestehend aus ├╝ber 8.000 Objekten, wie Goldketten und Diademe. Doch anstatt sich an den Ausgrabungsvertrag mit dem Osmanischen Reich zu halten, schmuggelte er den Schatz illegalerweise nach Athen. Dort schm├╝ckte er seine griechische Frau Sophia mit den besten St├╝cken des Fundes und ver├Âffentlichte das Bild medienwirksam. Nun entspannte sich ein Rechtsstreit zwischen Schliemann und dem Osmanischen Reich, von dem sich der sehr verm├Âgende Kaufmann Schliemann einfach freikaufte. Seine Ausgrabungsfunde standen anschlie├čend lange in Berlin im Museum, im „Schliemann Saal.“ Bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Rote Armee die Fundst├╝cke mit nach Russland nahm. (Als Kompensation f├╝r die Pl├╝nderungen und Zerst├Ârungen russischer Kunst- und Kulturgegenst├Ąnde). So landete beispielsweise auch der Pergamonaltar in Russland – doch dazu sp├Ąter mehr. 

Erst Mitte der 90er wurde in Russland zugegeben, dass sich der „Schatz des Priamos“ all die Zeit im eigenen Land befand. Seitdem kann er wieder im Puschkinmuseum in Moskau bewundert werden. 

Spannend war f├╝r uns auch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen ├╝ber Schliemann. W├Ąhrend Deutschland gerade seinen 200. Geburtstag feiert, ist das Bild von ihm in der T├╝rkei sehr kritisch. In Berlin gibt es aktuell ihm zu Ehren eine Ausstellung im Neuen Museum. Bis heute gilt er als einer der bekanntesten Arch├Ąologen Deutschlands. Im Museum in Troja dagegen h├Ątte man ihn am liebsten gar nicht erst erw├Ąhnt. Betont wird hier, er sei kein echter Arch├Ąologe gewesen, sondern ein Kunstr├Ąuber. 

Herzlich Willkommen in Pergamon

Nach all dem Input ging es f├╝r uns mit noch mehr alten Steinen weiter. Die Stadt Bergama liegt am Fu├če der alten Akropolis Pergamons – eine beeindruckende Ruinenlandschaft. Bis wir verstanden, welches von den ehemals riesigen Geb├Ąuden und Steinen der ber├╝hmte Zeustempel – mit dem nun in Berlin befindlichen Altar – war, haben wir einige Zeit gebraucht. Der Pergamonaltar, der sich zwischenzeitlich auch in Russland befand, wurde 1959 feierlich an die befreundete DDR zur├╝ckgegeben – zusammen mit der Nofretete. Also wir haben definitiv viel gelernt!

Fast noch sch├Âner fanden wir das Asklepieion, eine alte Reha-Klinik. Tauchbecken, lange G├Ąnge, S├Ąulenstra├čen und sogar ein Theater waren noch pr├Ąchtig erhalten. Wir konnten uns sehr gut vorstellen, wie es dort wohl einst war, Patient:in zu sein. Von dem Heilwasser haben wir nat├╝rlich auch ein Schl├╝ckchen probieren m├╝ssen. 

Und besonders angenehm an unserem Aufenthalt in Bergama: ├ťber Warmshowers fanden wir Emine. Sie leitet den ├Ârtlichen Fahrrad-Club und organisiert auch sonst viele Rad-Events mit ihren Freund:innen. Gleich am ersten Abend zogen wir mit vielen anderen Radbegeisterten durch die Altstadt. Die anderen waren aufgedreht wie die Teenager und wir hatten sehr viel Spa├č. Eine Gans wurde aus einem Garten zu einem Fotoshooting herausgeholt, Trauben aus einem Garten gesammelt, mit alten Frauen, die vor ihren H├Ąusern sa├čen, gesch├ĄkertÔÇŽ┬á┬á

Und an einem weiteren Abend in einem Caf├ę mit traditionell t├╝rkischer Musik fing sogar eine Frau an, aus dem Kaffeesatz zu lesen. Zuk├╝nftige Ehem├Ąnner, H├Ąuser und Gl├╝ck standen da im Kaffeesatz. Wir hielten uns lieber etwas zur├╝ck, bevor sie in unserer Zukunft noch Mann und Kind erblicken konnte. Und nicht zuletzt genossen wir die Zeit, mit Tochter Ebrar auf dem Sofa abzuh├Ąngen und  alte Friends-Folgen zu gucken. Einfach mal „wohnen und Familie spielen“. ­čśâ­čŤő´ŞĆ­čô║

Ephesos – Eine antike Stadt zum Verweilen┬á

Schlie├člich fuhren wir bis Izmir. In der drittgr├Â├čten Stadt der T├╝rkei kam uns Ankes Vater mit Frau besuchen. Obwohl wir immer mehr merken, dass uns St├Ądte, lauter Verkehr und hektisches Gewusel zunehmend stressen, hatten wir eine tolle Zeit. Es ist einfach gro├čartig f├╝r uns, dass wir regelm├Ą├čig Besuch bekommen. Erst im August war Danas beste Freundin mit Mann und Kinder in Bulgarien zu Besuch. Und wer kommt als n├Ąchstes?

Ankes Vater tat jedenfalls alles, um uns zu verw├Âhnen. Eine Woche lang konnten wir Raupe Nimmersatt sein. Dana bekam ihre langersehnten Honigwaben und Anke konnte im Restaurant ordentlich zuschlagen. Wir fuhren Riesenrad und hatten viel Spa├č beim Barber, der uns gleich alle vier frisierte. 

Und dann haben wir zu zweit noch einen Ausflug nach Ephesos gemacht. Ein vorl├Ąufig letztes Mal Historisches. Es mangelt wirklich nicht an bedeutenden und einflussreichen alten St├Ądten in Anatolien. Von dem dortigen antiken Weltwunder, dem Tempel der Artemis, ist au├čer einer wiederaufgebauten S├Ąule leider nichts ├╝brig geblieben. Aber in Ephesos wurde im Laufe der Zeit wahnsinnig viel restauriert. Von der Celsus-Bibliothek wurde gleich die ganze Fassade wiedererrichtet. Aber auch andere Bauwerke wie Tore und sogar die ├Âffentlichen Latrinen wurden wieder aufgebaut. So konnten wir uns recht gut ein Bild von der antiken Stadt machen. An so manchen anderen St├Ątten, wo wir durch verfallene Mauerreste wandelten, hat unsere Vorstellungskraft so manchmal versagt. 

Fazit Türkei: Tee und Gastfreundschaft heitern auf

Letztendlich hat die ├ťberwindung unseres Halbzeit-Tiefs auch viel mit der Willkommenskultur der T├╝rken zu tun. Nat├╝rlich wussten wir, dass die T├╝rkei gastfreundlich ist, dennoch sind wir ├╝berw├Ąltigt. Wir k├Ânnen kaum am Stra├čenrand stehen bleiben, ohne dass uns jemand einen Tee anbietet. F├╝r Anke als ├╝berzeugte Teetrinkerin ein Traum.┬á

Wir werden ├╝berall freundlich und h├Âflich empfangen. Neben den Menschen ├╝berzeugt zudem das Kulinarische. Wir k├Ânnen uns fantastisch von frischen Melonen, Feigen, Pfirsichen und anderem Obst ern├Ąhren. Aber auch in kleinen Restaurants und Lokantasis gibt es neben dem fast obligatorischen K├Âfte auch immer Bohnen, Bulgur und Gem├╝sepfanne. 

Gastarbeiter:innen – Griechenland, Jugoslawien und T├╝rkei 

Und zum Abschluss noch ein Thema, dass uns schon lange besch├Ąftigt: Gastarbeiter: innen. Bereits in Griechenland hatten wir viele ber├╝hrende Begegnungen, wie diese hier:

Ersch├Âpft kommen wir auf einem kleinen Dorfplatz in Griechenland an. Eigentlich wollen wir nur kurz ein Brot f├╝r die n├Ąchste Pause kaufen. Am Platz tummeln sich wie so oft nur alte M├Ąnner. Einer erblickt uns und kommt sofort auf uns zu gest├╝rzt. „Oh, seid ihr Deutsche?“, fragt er erfreut auf Deutsch. Als wir verwundert nicken, holt er uns sofort zwei Eiskaffees. Er erz├Ąhlt uns kurz, dass er 30 Jahre in Deutschland im Textilbereich gearbeitet hat und nun als Rentner wieder in seine alte Heimat gezogen ist. Er w├╝nscht uns einen sch├Ânen Tag und l├Ąsst uns gl├╝cklich das Kaltgetr├Ąnk schl├╝rfen.

Solche Situationen begegnen uns auf unserer gesamten bisherigen Route. In den 60ern hat Westdeutschland Arbeiter:innen aus Griechenland (1960), Jugoslawien (1968) und der T├╝rkei (1961) angeworben. Jugoslawien war zwar ein kommunistisches Land, hatte aber enge Beziehungen zum Westen aufgebaut.

Aus den drei L├Ąndern kamen rund 2 Millionen Menschen in die damalige BRD. Allein aus der T├╝rkei waren es zirka 850.000. Das hinterl├Ąsst nat├╝rlich Spuren – und zwar auf beiden Seiten. F├╝r uns war es immer wieder spannend, zu sehen, wie viele Leute ihre Heimat damals verlassen haben. 

Wir trafen in vielen L├Ąndern auf dem Balkan unz├Ąhlige Menschen, die uns erz├Ąhlten, dass sie 40 Jahre in Frankfurt (Main), Bremerhafen, R├╝sselsheim oder Stuttgart gelebt haben. Und wir hatten auch immer wieder Begegnungen mit der zweiten Generation von den ehemaligen Gastarbeitern, die in die L├Ąnder ihrer Eltern zur├╝ckkehrten. Und so schw├Ąbelt uns auch hin- und wieder jemand in Serbien oder an der ├äg├Ąis zu. 

Und wer nicht selbst einmal in Deutschland gelebt hat, hat definitiv Verwandte im Ruhrgebiet oder ├Ąhnliches. Die werden dann (zumindest in der T├╝rkei) auch gerne mal schnell angerufen, um etwas zu ├╝bersetzen oder einfach mal kurz „Hallo“ zu sagen. Mit so vielen Schwaben reden wir selbst in Berlin nicht.­čśë

F├╝r uns in der Ferne ist es zwischendurch erheiternd, einen Plausch in unserer Muttersprache zu halten. Und die meisten scheinen gerne auf ihre Arbeits- und Lebenszeit in Deutschland zur├╝ckzuschauen. 

Nach all diesen Begegnungen sind wir im Ovacik National Park im Westen der T├╝rkei angekommen. Auch hier mussten wir schon mit der Tante telefonieren, allerdings nur weil sie gerade Deutsch lernt und ein bisschen ├╝ben wollteÔÇŽ Man telefoniert halt einfach gerne in der T├╝rkei. 

Wir genie├čen nun den etwas anderen Alltag auf einer ├Âkologischen Farm. Wir haben eine ganze Jurte f├╝r uns, ernten Waln├╝sse, stellen Apfelessig her oder streichen den Holzfu├čboden. Daf├╝r haben wir Kost und Logie frei. F├╝r uns eine ideale M├Âglichkeit, um Land und Leute n├Ąher kennenzulernen, etwas ├╝ber nachhaltige Landwirtschaft zu lernen und dabei sogar den Geldbeutel etwas zu schonen. Au├čerdem haben wir so endlich mal wieder etwas Zeit f├╝r eine ausf├╝hrliche Reiseplanung. Mittlerweile steht f├╝r uns fest: In zwei Wochen geht es Richtung Kappadokien bevor wir nach Georgien fahren. Von dort aus fliegen wir dann nach Thailand. Also bleibt gespannt, wie es weitergeht.

Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterst├╝tzen? Wir freuen uns ├╝ber jeden Euro, denn davon k├Ânnen wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension g├Ânnen.

#40 T├╝rkei: Familien-Besuch in Izmir

Und noch mehr alte Steine. ­čśů Diesmal waren wir in Ephesos, eine der ├Ąltesten, gr├Â├čten und bedeutendsten St├Ądte Kleinasiens im Altertum. (JajaÔÇŽ irgendwie ist hier in Anatolien alles super alt und super bedeutet ­čśë) Dort befand sich neben der Celsus-Bibliothek, auch der  Artemis-Tempel – eines der Sieben Weltwunder. W├Ąhrend von dem damals so bedeutenden Tempel nicht mehr viel zu sehen ist, regten die arch├Ąologischen Restaurationen der antiken Stadt unsere Phantasie an und so wandelten wir vertr├Ąumt durch die historische Stadt. 

Ansonsten war Family-Time! Ankes Dad samt Frau kamen nach Izmir. F├╝r uns hie├č das eine Woche: Apartment, Waschmaschine und jede Menge leckere Besuche in Lokantasis und schicken Restaurants. Und Ankes imkernder Dad kaufte Dana bei der Gelegenheit endlich die lang ersehnte t├╝rkische Honigwabe. ­čĄĄ­čŹ»­čÉŁ Gemeinsam fuhren wir Riesenrad mit Blick ├╝ber die Stadt und am├╝sierten uns alle Vier im t├╝rkischen Barber-Shop.­čĺçÔťé´ŞĆ

Nun sind wir frisch frisiert knapp 100 km ├Âstlich von Izmir auf unserem Woofing-Hof angekommen. Hier bleiben wir hoffentlich ein paar Wochen zum Arbeiten auf einer sehr abgelegenen Farm. ­čźĺ­čî░­čÉö

├ťbrigens, unseren ausf├╝hrlichen Reisebericht gibt es n├Ąchste Woche. Also: Stay tuned!

#39 T├╝rkei: Verschnaufen in Pergamon

Was f├╝r eine Woche! Unsere Sightseeing-Tour durch antike St├Ątten ging weiter, denn wir verbrachten eine fantastische Zeit in Bergama.

Dabei sahen wir nicht nur die riesige Akropolis von Pergamon (deren Zeus-Altar im Berliner Pergamon-Museum verweilt), sondern auch die Rote Basilika und vor allem das beeindruckende Asklepieion. Diese antike „Reha-Klinik“ ist eine der ├Ąltesten Heilst├Ątten der Menschheit. Hier wurden mittels Heilb├Ądern, Schlaftherapie, Traumdeutung, aber auch mit Hilfe von Operationen Patienten geheilt. Wir haben sicherheitshalber ein wenig von dem heiligen Quellwasser getrunkenÔÇŽ man wei├č ja nie. ­čśť

Au├čerdem hatten wir das riesige Gl├╝ck, ganze 4 N├Ąchte bei Emine in Bergama zu ├╝bernachten. Dank Warmshowers fanden wir diese quirlige, engagierte und herzensgute Gastgeberin, die uns als Vorsitzende des Bicycle-Clubs und Organisatorin des Fancy Women Bike Ride sogleich jede Menge andere Radbegeisterte vorstellte.

Danke auch an Ebrar unsere „Warmshowers-Sister“ f├╝r das flei├čige DolmetschenÔÇŽ und Netflixen.­čśé Und obendrein hat Dana eine neue Leibspeise entdeckt – Balli Kaymak (Honig mit t├╝rkischer Sahne). ­čŹ»­čŹŽ ­čąľ

#38 T├╝rkei: „Auf der Suche nach Troja“

Wir haben das Trojanische Pferd gefundenÔÇŽ ­čś▒ Nagut, einen Nachbau, aber wir wandelten auf den Spuren des alten Trojas und haben uns intensiv mit der Geschichte der vielschichtigen Stadt und der Entdeckung der Ausgrabungsst├Ątte durch den zwielichtigen Arch├Ąologen und erfolgreichen Unternehmer Heinrich Schliemann befasst. 

W├Ąhrend er in Deutschland (wir h├Ârten einige Podcasts) oftmals als Pionier der Arch├Ąologie bezeichnet wird, sieht ihn die T├╝rkei eher als Schatzr├Ąuber (zumindest das Troja-Museum), der nicht nur den Schatz des Priamos heimlich entwendete, sondern obendrein eine Schneise der Zerst├Ârung hinterlie├č. In der westlichen Arch├Ąologie hat man hingegen den Schliemann-Graben eine Zeit lang in abgewandelter Form genutzt.

Letzte Woche sind wir an der ├äg├Ąis-K├╝ste entlang gefahren und sind dabei an jeder Menge historischen Sehensw├╝rdigkeiten vorbeigekommen. Darunter die antiken St├Ądte Alexandria Troas und Assos. In Letzterer genossen wir die Aussicht vom Athena-Tempel, w├Ąhrend wir in Ersterer die ehrw├╝rdigen Mauern des alten „Spa“ bewunderten.

Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterst├╝tzen? Wir freuen uns ├╝ber jeden Euro, denn davon k├Ânnen wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension g├Ânnen.

#37 T├╝rkei: Hunde-Profis im Einsatz

Hunde! ­čś▒ Hier in der T├╝rkei treffen wir mitunter ganze Rudel auf der Stra├če. Aber wir sind ja inzwischen Profis in Sachen StreunerÔÇŽ Und so mancher Schnuffi passt brav auf unser Zelt auf oder bewacht die R├Ąder, w├Ąhrend wir essen.­čśë

Zur Zeit sind wir in der Marmararegion unterwegs, das kleinste und bev├Âlkerungsreichste Gebiet des Landes. Wir haben schon in den Dardanellen (einer Meerenge im Mittelmeer) gebadet und unser Zelt mit Blick aufs Marmarameer aufgeschlagen (ein Gew├Ąsser, dessen Existenz wir erstmal googeln mussten­čÖł).

Nun sind wir auf dem Weg Richtung Izmir. Auf uns warten noch einige Sehensw├╝rdigkeiten. Bis dahin m├Âchte sich Dana am liebsten ausschlie├člich von frischem Baklava und Melonen aus kleinb├Ąuerlichen Anbau ern├Ąhren, w├Ąhrend Anke jeden angebotenen Tee annimmtÔÇŽ und da kommen am Tag so einige zusammen, beim Mittagessen, am Stra├čenrand und sogar ein Auto-Ausschlachter lud uns auf einen Tee in seine Garage am Dorfrand ein. Da legte er extra seine Flex zur Seite und warf den Gaskocher an. Te┼čekk├╝rler!

#36 T├╝rkei: Tschau Fliegen – Hello Baklava

Land Nummer 10. ­čç╣­čçĚ Wahnsinn! Wir sind diese Woche in der T├╝rkei angekommen und genie├čen schon jetzt das Land, wo Tee und Baklava in rauen Mengen flie├čen. ­čŹ░­čŹ¬­čźľ

Heute sind wir in L├╝leburgaz gelandet, einer Stadt mit einer fantastischen Fahrrad-Akademie. Hier k├Ânnen Radreisende kostenlos ├╝bernachten (inkl. Dusche, K├╝chennutzung, Tauschb├Ârse und Werkzeug zur Reparatur), au├čerdem werden Workshops f├╝r Kinder und Jugendliche angeboten. Besonders ├╝berraschend f├╝r uns: Das Ganze ist kein Verein oder gemeinn├╝tzige Organisation, es wird finanziert und organisiert von der Stadt! Wow!

Ansonsten haben wir in der letzten Woche Bulgarien hinter uns gelassen und damit hoffentlich auch die schreckliche Fliegenplage. Denn im Naturschutzgebiet „Strandacha“ tauchen im August diese kleinen schwarzen Biester auf, die Dana mit ihren gezielten Attacken auf Augen und Ohren zur Wei├čglut getrieben haben.

Aber zum Gl├╝ck hatten wir nach ein paar Tagen Fliegenalarm  die passende L├Âsung parat. Einige unserer Packs├Ącke haben wir kurzerhand als Fliegennetz umfunktioniert.­č¬░­čŽč

#35 Bulgarien: Es war einmal …

Es ist Zeit f├╝r ein paar Sehensw├╝rdigkeiten­čŚ║´ŞĆ­čĹÇ: Wir waren auf dem fantastischen, aber auch irgendwie verr├╝ckten, M├Ąrchenschloss von Ravadinovo­čĆ░.

Das Abgefahrene daran: Es sind keine alten Gem├Ąuer durch die wir gewandelt sind, sondern hier hat sich vor ├╝ber 25 Jahren ein baubegeisterte Hobbyprinz mit seinem Sohn seinen Traum erf├╝llt und ein .. nunja doch sehr kitschiges Fantasieschloss errichtet. Heute k├Ânnen Touris im Garten wandeln, einen Kaffee mit echten Gold schl├╝rfen (wir haben uns ├╝ber einen k├╝hlen Eiskaffee gefreut) und die liebevoll gestalteten Figuren, Fabelwesen und Fresken bewundern.­čŤí´ŞĆ­čÉ▓­čžŁ

Au├čerdem waren wir in Beglik Tasch und haben ├╝ber antike Kulte gestaunt. Das Felsenheiligtum wurde vom 14. bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. von den Thrakern als Kultst├Ątte genutzt. Mittendrin sogar eine riesige Sonnenuhr, ein Labyrinth und ein steinernes Bett f├╝r priesterliche Rituale. Faszinierend, diese riesigen Felsformationen, die nach der Sonne ausgerichtet sind!­č¬Ę

Rund 160 km sind wir in 3 Tagen gefahren und nun ruhen wir uns am Schwarzen Meer kurz vor der Grenze zur T├╝rkei ein letztes Mal aus, bevor wir dann wieder l├Ąnger in die Pedale treten m├╝ssen.­čÜÁÔÇŹÔÖé´ŞĆ­čÜÁ

#34 R├╝ckblick: Ab zum Meer

Es ist Summer-Time und wir springen aufgeregt im Rutschenparadies rum, genie├čen obendrein ein wunderbares Familien-Apartment (Halleluja eine richtige Matratze mit Kopfkissen und eine richtige K├╝che!) und zelebrieren unseren Sommerurlaub mit vielen Pausentagen.  Eigentlich wollten wir schon im Juli m├Âglichst wenig auf dem Rad sitzen, aber dann packte uns doch der Ehrgeiz und so sind wir im letzten Monat letztlich doch rund 1.400 km gestrampelt. Aber lest einfach selbst, was wir in den letzten Wochen alles erlebt haben: 

Der Donau-Radweg: Sch├Âne Str├Ąnde und einige Unwetter

Los geht die Story einen Tag bevor wir von Serbien nach Bulgarien radeln wollten. Wir g├Ânnten uns noch einen Pausentag an der Donau. Von der Hitze gepl├Ąttet hingen wir in unseren St├╝hlen, lasen und Dana spielte begeistert mit einem jungen Hund – Schnuffel. Als dunkle Wolken aufzogen, brachten wir – ganz die Outdoorprofis, die wir inzwischen sind – unsere Fahrr├Ąder samt Gep├Ąck in Sicherheit. Wir machten es uns unter der ├╝berdachten Rezeption des Campingplatzes gem├╝tlich und starrten mit gebannten Blick auf unser Zelt. Das Gewitter brach heftig und pl├Âtzlich los. Ein Sturm kam auf und unsere Zeltplane wurde heftig eingedr├╝ckt. Wow. Was unser kleines Zelt alles so aushalten kann, dachten wir noch stolz. Aber als die Windb├Âen immer heftiger wurden und mittlerweile recht gro├če ├äste durch die Gegend wirbelten, wurde uns doch etwas mulmig zumute. Pl├Âtzlich ging alles sehr schnell: In dem Moment in dem uns die St├╝hle unter unserem sch├╝tzenden Vordach, um die Beine flogen, sahen wir, dass das Zelt flach wie eine Flunder auf dem Boden gedr├╝ckt wurde. Nun hat es doch nicht mehr Stand gehalten (aber immerhin flog es nicht weg!). Wir rannten sofort los. Innerhalb von Sekunden waren wir klatschnass (zum Gl├╝ck war es weiterhin recht warm). Donner knallte vom Himmel, Blitze zuckten und der Regen goss erbarmungslos auf uns herab. Wir wollten so schnell es ging, das komplette Zelt unter das rettende Vordach hieven. 

Doch wir hatten die Rechnung ohne Schnuffel gemacht. Der Hundewelpe mit dem wir tags├╝ber noch freudig gespielt hatten, suchte Zuflucht unter unserem Vorzelt und sah es nun verst├Ąndlicherweise gar nicht ein, von dort zu verschwinden. Unsere Versuche ihn rauszuschmei├čen, endeten damit, dass er v├Âllig verschreckt irgendwo zwischen Unter- und Oberzelt rumturnte. Dana blieb nichts anderes ├╝brig, als den Kleinen auf dem Arm unters Vordach zu tragen. Als sie dann noch im Eifer des Gefechts ├╝ber die Zeltschnur stolperte und den armen Schnuffel in eine Pf├╝tze warf, wurde die Szenerie richtig filmreif. Aber am Ende konnte wir Zelt UND Hund retten. Im Zelt stand allerdings das Wasser 10 cm hoch. Ohjeh! Wir zerrten, die v├Âllig durchn├Ąssten Schlafs├Ącke, Isomatten und Klamotten heraus.

Zum Gl├╝ck hatte der Campingwart Mitleid (immerhin hatten er und seine Frau die ganze Szene auch sch├Ân aus der trockenen Rezeption verfolgt). Seine Frau brachte uns Handt├╝cher und Wechselklamotten und er zeigte uns ein Zimmer, in dem wir die Nacht bleiben konnten. Puh, am Ende ist zum Gl├╝ck alles gut gegangen. Unsere nassen Sachen trockneten bei der wieder aufkommenden Hitze flux. Nur eine Zeltstange ist nun etwas verbogen und die kleinen L├Âcher, die Schnuffel ins Unterzelt getabst hat, sind l├Ąngst wieder geklebt. 

Bulgarien – Hochertragslandwirtschaft und Kindheitserinnerungen

So kamen wir wegen der sp├Ąten Loseradelzeit am n├Ąchsten Tag doch noch nicht in Bulgarien an, sondern schlufen auf einem kleinen Campingplatz an der Donau. In dieser Nacht kam dann die n├Ąchste unangenehme ├ťberraschung. Kurz vorm Schlafen machte es: Plop. Oh nein! Auch Ankes Matratze delaminierte nun, sprich verlor ihre Form und taugte nichts mehr. Oh Mann, grad wo wir Danas defekte Matte nach Hause geschickt hatten und sie nun endlich friedlich auf einer neuen schlummern konnte, fing das Spiel von vorne an.

In br├╝tender Hitze kamen wir endlich in Bulgarien an. Sofort wechselte das Landschaftsbild. Zwar waren auch hier gro├če Gebiete landschaftliche Nutzfl├Ąchen und angebaut wird im Grunde das Gleiche (Weizen, Sonnenblumen und Mais wechselten sich mit sch├Âner Regelm├Ą├čigkeit ab), doch statt kleiner Felder, wurden die Anbauparzellen riesig – eine ganz andere Form der Landwirtschaft. Auch internationale Konzerne wie Syngenta oder BASF waren gro├č vertreten (viele Maisfelder sind mit entsprechenden Schildern ausgewiesen). Neben der Hochertragslandwirtschaft, sahen wir dennoch viele Kleinstbauern, die mit einfachen Pferdekutschen unterwegs waren. Auff├Ąllig f├╝r uns war sofort, dass Bulgarien sehr viel ├Ąrmer als Serbien schien. Die Stra├čen waren nicht mehr frisch geteert, viele H├Ąuser auf dem Land verfallen oder verlassen und die Gehwege erinnerten Dana an ihr Neubau-Wohngebiet im Osten (nur dass hier die Gehweg-Platten seit 30 Jahren nicht mehr erneuert wurden und sich wild wellten).

An unserem ersten Abend in Bulgarien fanden wir nachmittags einen kleinen privaten Campingplatz und waren sogleich die einzigen G├Ąste. Auch hier wurden wir von einem heftigen Hitze-Gewitter nach einem 30-Grad-Tag ├╝berrascht. Doch gl├╝cklicherweise hatten wir diesmal unser Zelt noch nicht aufgebaut und der Platzbesitzer verfrachtete uns kurzerhand in die weitr├Ąumige Garage. Eine gro├če Ehre f├╝r uns, denn dort wohnte auch sein Schmuckst├╝ck: Ein polarwei├čer Trabi in Kombiversion! ­čĄę Gehegt und gepflegt, lackiert und poliert. Dana wurde ganz warm ums Herz vor lauter Kindheitserinnerungen. In den 80ern ist sie noch als kleiner Steppke mit ihren Eltern im monsungelben Trabi (kein Kombi) nach Bulgarien ans Schwarze Meer gefahren und dann tobte ├╝ber 30 Jahre sp├Ąter drau├čen ein Unwetter und wir schliefen im Schutz der Rennpappe ÔÇŽ

Weiter ging’s immer an der Donau entlang. Doch auf einmal mussten wir feststellen, dass es so gar keine Tourist*innen mehr gab. W├Ąhrend wir in Serbien an der Donau noch so einige Radreisende trafen, war auf einmal Schluss damit. Waren wir in einem Paralleluniversum gelandet? Juli (ist das nicht Hochsaison?) und weit und breit keine anderen Urlauber:innen. Dabei ist die Donau gro├čartig, wir schwammen oft im k├╝hlenden Fluss und genossen die viel besungenen Donau-Str├Ąnde. Des R├Ątsels L├Âsung: die meisten Radelnden fahren wohl auf der rum├Ąnischen Seite weiter, da ist es weniger bergig und es gibt mehr Infrastruktur. Schade, wir fanden die bulgarische Strecke zwar anstrengend, aber gro├čartig. Immer wieder fanden wir Campingpl├Ątze und touristische Infrastruktur (wie Bootstouren, Restaurants und Sehensw├╝rdigkeiten), aber keine Touris.

Ein Campingplatz bleibt uns besonders in Erinnerung, nicht nur graste neben unserem Zelt ein s├╝├čes kleines Pony, dass uns morgens beim Fr├╝hst├╝ck zublinzelte, zudem punktete der Platz mit einem Kanuverleih. Endlich mal eine der ├Ąltesten Handelsrouten vom Wasser aus betrachtet. Nach einer kurzen Einweisung durften wir lospaddeln. Es ging um eine unbewohnte Insel auf der Donau mit fantastischen Sandstr├Ąnden. Wir kamen uns vor wie in der S├╝dsee. Einsamer Strand, klares Wasser, viele V├Âgel und sogar wilde Weintrauben versteckten sich im Gr├╝n. Nur leider hatte der gute Herr vom Kanuverleih unser Fitnesslevel etwas h├Âher eingesch├Ątzt als es tats├Ąchlich ist. All unsere Kraft ist in unseren Stahloberschenkeln und nicht in unseren Armen. Um die Insel zu umrunden, mussten wir ein ganz sch├Ânes St├╝ck die Donau flussaufw├Ąrts paddeln und das ging kr├Ąftig in die Arme. Die sengende Sonne und zu wenig Trinkwasser taten ihr ├ťbriges. Fix und Fertig kamen wir auf dem Campingplatz an. Anke hatte einen leichten Sonnenstich und legte sich  mit lauter k├╝hlen Handt├╝chern in den SchattenÔÇŽ  und litt. Dennoch war das ein einzigartiges Erlebnis. 

Rum├Ąnien – Anders als gedacht

Nach zwei Wochen Bulgarien d├╝sten wir schlie├člich nach Rum├Ąnien. Eigentlich lag das Land mit den sicherlich meisten Vorurteilen nicht wirklich auf unserer Route, dennoch wollten wir einen Abstecher dorthin machen. Dana erinnert sich noch an ihre Durchreise in den 80ern. Auf dem Weg zum Meer in Bulgarien ging es auch ein St├╝ck durch Rum├Ąnien. Ihre Eltern packten damals Kaffee und Zigaretten ein (f├╝r die Polizei), Dana und ihr Bruder bekamen eine gro├če T├╝te Bonbons (allerdings nicht f├╝r sich selbst, sondern f├╝r die rum├Ąnischen Kinder), denn damals litt das Land noch unter einer eklatanten Versorgungskrise. Grundversorgungsmittel wurden exportiert und fehlten damit der  Bev├Âlkerung. Mittlerweile sieht die Situation ganz anders aus. Wir sahen ein Rum├Ąnien, das wohlst├Ąndiger als Bulgarien daher kam. Gro├če Schnellstra├čen, viele westliche Superm├Ąrkte (Lidl, Penny und juhu DM) und auch die Einfamilienh├Ąuser auf dem Land waren in besseren Zust├Ąnden.

Unsere Ziele: Die Hauptstadt und im Anschluss  Schlammvulkane. Es war Mal wieder h├Âchste Zeit f├╝r Gro├čstadt-Ged├Âns. Wir wollten Bukarest unsicher machen. Au├čerdem brauchte Anke ganz dringend eine neue Isomatte. Sowohl das Unsichermachen als auch das mit der Isomatte klappte hervorragend. Nach einem anstrengenden 90km Tag (inklusive Sandsturm) haben wir es tats├Ąchlich noch in eine Homo-Disco geschafft. Nun gut, dort haben wir nicht wirklich mit Ausgelassenheit gegl├Ąnzt, eher betrachten wir m├╝de vom Sofa das schwul-lesbische Partyleben, aber dennoch, wir waren irgendwie dabei. Und am Sonntag wurde dann einfach mal ausgiebig geschlafen und das gro├če Apartment genossen. Hach, das tat gut: S├╝├čes Nichtstun.

Die sch├Ânste Situation in Bukarest hatten wir dann an einer Ampel. W├Ąhrend wir unseren faulen Sonntag genossen, lauschten wir den ganzen Tag dem „Sommersonntag auf RadioEins“ – die besten 100 Songs zum Thema Sex! Als wir am fr├╝hen Abend das Appartement dann doch kurz verlie├čen, nahmen wir nat├╝rlich unsere Lautsprecher-Box mit, um weiterhin jede Platzierung lautstark h├Âren zu k├Ânnen. Auf Platz 2 lief „Je t’aime“, von Serge Gainsburg, bei dem Jane Birkin laut und sinnlich vor sich hin st├Âhnt. So standen wir also an besagter Ampel und die beiden attraktiven jungen M├Ąnner vor uns, schauten  sichtbar am├╝siert drein. Dana stammelte noch sowas wie „That’s Radio“, aber leiser machen wollten wir das Gest├Âhne auch nicht – wir sind ja schlie├člich nicht pr├╝de! Die langsame Ampelschaltung lie├č uns alle noch lange zum erotischen Gest├Âhne zusammenstehen; in einem Paralleluniversum w├Ąr daraus sicherlich eine aufregende Begegnung geworden. So tanzten wir auf der anderen Seite zu zweit wild zu Platz 1 – Peaches „Fuck the pain away“.

Ansonsten hatten wir in Bukarest leichtes Spiel. An nur einem Tag erledigten wir alle n├Âtigen Wege. Wir fanden einen sehr kompetenten und sympathischen Fahrradladen, der all die Kleinigkeiten an unseren R├Ądern reparierte. Es gab diesmal sogar mehrere gut ausgestattete Outdoorl├Ąden (in Bosnien-Herzegowina und Serbien hatten wir damit extreme Schwierigkeiten), so dass Anke nun seelig eine neue Matratze besitzt und die Post hat unsere defekte Isomatte sogleich professionell verpackt. Und wir haben in der NGO Accept, die sich f├╝r die Rechte von queeren Menschen in Rum├Ąnien einsetzt, den Gr├╝nder Adi Newell kennengelernt. Mit ihm verbrachten wir einen spannenden Kneipenabend; sprachen dabei ├╝ber sein Leben, seine Erfahrungen und Homosexualit├Ąt in Rum├Ąnien. 

Schlammvulkane und Tristesse in der Walachei

Ein gro├čes Highlight im Anschluss: die Schlammvulkane. Auf den letzten Metern zu ihnen lernten wir, dass sie durch Drachen entstehen. Aha, gut zu wissen. Wir waren mutterseelen alleine auf dem unwirklichen Gel├Ąnde. ├ťberall gab es kleine Schlote. Doch statt d├╝steren Rauch und bedrohliches Gerumpel befanden sich in ihnen Schlamm, der immer wieder lustig vor sich hin blubberte. Wir kamen uns vor wie in einer Kulisse eines Science-Fiction-Filmes. Es klingt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber es ist einfach so: Wahnsinn was sich die Natur alles so einfallen l├Ąsst! 

Und dann ging es weiter durch die Walachei. Wir verstehen jetzt, warum es hei├čt „irgendwo in der Walachei“. Es ist einfach sehr, sehr weitl├Ąufig und landschaftlich … naja, eher ├Âde. Wenn es dann, wie bei uns, sengend hei├č ist und die Gegend durch trockene ocker und braun T├Âne besticht, hat uns nur die Aussicht aufs Schwarzes Meer motiviert.┬á

Das Meer begr├╝├čte uns dann allerdings mit Hotelburgen und Str├Ąnden mit Bezahlschranke. Verdammt. Also fl├╝chteten wir sofort und radelten erstmal an einer wenig idyllischen ├ľlraffinerie vorbei zu einem abgelegenen Campingplatz. Eine m├╝hsame Schotterstra├če mussten wir noch bezwingen, bevor wir tats├Ąchlich einen ruhigen Campingplatz fanden, freier Strand inklusive. Wir h├╝pften durch die Wellen, probierten unsere Radfahrsonnenmuster auf unseren K├Ârper loszuwerden, a├čen Muscheln und Fisch, hingen in der H├ĄngematteÔÇŽ. endlich Urlaub. ­čĄ¬

Dort trafen wir auch Kamill, der perfekt Deutsch sprach und uns eine Anekdote aus Kindertagen in den 80ern erz├Ąhlte, wie viele Familien damals hungern mussten und er in seiner Kleinstadt immer freudig polnischen oder deutschen Autos zugewunken hatte, damit die Bonbons warfen. Wie abgefahren nun sa├čen Dana und Kamill 3 Jahrzehnte sp├Ąter zusammen am Zelt und damals war Dana auch ein Kind, dass Bonbons warf, ohne zu verstehen warum.

├ťbrigens wer Sehnsucht nach Danas Stimme hat und mehr von unseren Abenteuern h├Âren will, hat gleich dreimal die M├Âglichkeit. RadioEins begleitet uns ein bisschen:

Interview 1 (nur bis 13.8. abrufbar)

Interview 2 (nur bis 13.8. abrufbar)

Interview 3 (nur bis 28.8. abrufbar)

Faszination Tierreich – Von Hunden, Schakalen und kleinen Krabbelwesen

So und zum Abschluss noch ein allgemeines Thema: Tiere. Auf unserer bisherigen Reise (mittlerweile ├╝ber 5.600 km!) trafen wir immer wieder die unterschiedlichsten Vier- bis Achtbeiner, ├╝ber die wir uns manchmal freuen oder manchmal lieber schreiend davon rennen w├╝rden. Seit Griechenland, sehen wir in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden Storchennester. In vielen D├Ârfern gibt es extra Stelen auf denen die St├Ârche nisten k├Ânnen. Und nicht nur die Nester auch die St├Ârche sind ├╝berall zu sehen. So war in Rum├Ąnien gerade Erntezeit und die gro├čen Traktoren m├Ąhten die Weizenfelser ab. Was f├╝r ein Bild: Hinter den M├Ąhdreschern zogen teilweise bis zu 50 St├Ârche auf der Suche nach Nahrung hinterher. Und in den Nestern hockten ganze Familien mit bis zu f├╝nf St├Ârchen stolz und schauten auf uns herab.

Manchmal kommt der ein oder andere Streuner sehr nah heran. Auf einem Zeltplatz in Rum├Ąnien pr├Ąsentierte der Campingplatzbesitzer stolz sein Maskottchen: einen Fuchs! Zutraulich schlenderte er an der Rezeption herum und wurde mit Waln├╝ssen gef├╝ttert. In dem Moment fanden wir das noch s├╝├č, sp├Ątestens als wir jedoch beim Kochen waren und der Fuchs frech um uns herumwuselte und jeden Moment Unaufmerksamkeit abwartete, um nach irgendetwas von uns zu schnappen, fanden wir das nicht mehr ganz so s├╝├č. Selbst nachts machte er sich an unseren Fahrradtaschen zu schaffen, knabberte an ihn und probierte sie vom Fahrrad zu rei├čen. Zum Gl├╝ck sind unsere Taschen stabil. Fox proofed sozusagen.

Und dann sind da noch die domestizierten Vierbeiner: Auf dem gesamten Balkan sehen wir unglaublich viele Sch├Ąfer und Hirten, die Mal mit gr├Â├čeren mal mit kleineren Herden in der Landschaft stehen. Oft wird auch nur eine einzelne Kuh am Stra├čen lang entlang gef├╝hrt, damit sie dort futtertÔÇŽ oder einfach in die Mittelinsel eines Kreisverkehrs gestellt. Wo Platz ist und ein bisschen Gr├╝n stehen eben oft landwirtschaftliche Tiere. Auch beim Wildzelten m├╝ssen wir „tierisch“ aufpassen. Sp├Ątestens wenn wir unser Zelt auf einen Weg stellen, der eigentlich Tieren vorbehalten ist, m├╝ssen wir schnell weichen. Aber meist sind die Sch├Ąfer und Kuhhirten erbarmungslos, dann m├╝ssen die Tiere halt um uns herumlaufen.

Ein wilderes tierische Highlight fanden wir in Rum├Ąnien: Einer unserer sch├Ânsten Wildcampingpl├Ątze lag etwas erh├Âht, wir blickten ├╝ber die weiten T├Ąler der Walachei, die Sonne ging unter und bestrahlte ein Kloster in der Ferne. Und dann sahen wir etwas rennen. Diesmal war es f├╝r ein Fuchs zu gro├č. Wahnsinn! Das war doch tats├Ąchlich ein Goldschakal, der vor unserer Nase das gesamte Feld ├╝berquerte. 

An dieser Stelle darf nat├╝rlich das beliebte Radfahr-Thema Hunde nicht fehlen. Nur gibt es da nicht mehr viel zu sagen. Es scheint einfach zu hei├č zu sein. Au├čer einem m├╝den Kopf heben, passiert eigentlich nichts mehr. Und wenn dennoch mal ein Hund meint, hinter uns her zu rennen, stellen wir unsere gest├Ąhlten Beine auf den Boden und die Hunde h├╝pfen erschreckt weg (tja, unsere Waden sind scheinbar echt beeindruckend). Das ist besser als jedes Manager- oder F├╝hrungskr├Ąfte-Training mit K├╝hen oder Pferden. Anke f├╝hlt sich dann definitiv sehr m├ĄchtigÔÇŽ und lacht dabei auch manchmal wie Mrs. Evil.

Und f├╝r den Niedlichkeitsfaktor ist auch regelm├Ą├čig gesorgt. Auf vielen Campingpl├Ątzen rennen kleine K├Ątzchen oder Welpen umher, stehen Ponys herum oder Schildkr├Âten chillen an einem Teich. 

Unsch├Ân wird es dann bei den kleineren Wesen. Denn mit den w├Ąrmeren Temperaturen, kamen andere Freunde auf der Reise hinzu: Die wunderbare Welt der Insekten! Dana hatte zwischenzeitlich eine Ohrenkneiferkrise. Diese verstecken sich gerne ├╝berall. So auch mit Vorliebe in gro├čen Communities in unseren Zeltstangen. Auch kleine Ameisen scheint es in unsinnigen ├ťberma├č auf dieser Welt zu geben. Egal was man nur mal kurz im Gras ablegt sofort ist von einer schwarzen wimmelnden Masse ├╝berzogen. Besonders beeindruckend: Selbst unseren gelben Plastik-Schwamm zerlegten sie liebevoll in kleinste Kr├╝mel. Wir lieben es morgens zu beobachten, wie sich jede Haferflocken, die neben unserem Topf landet, schnell auf dem Weg in ein Ameisenloch macht. Sofort entsteht eine Pop-up-Haferflockenstra├če. Die flei├čigen Emsen tragen sie sogleich von dannen.  Und dann gibt es nat├╝rlich noch eine gro├če Auswahl an Insekten, die gerne stechen. Neben M├╝ckenstichen hatten wir bisweilen eine unz├Ąhlige Anzahl spannender Pickelchen, Ausschl├Ągen und kleinen Bissspuren. Fenistil ist unser st├Ąndiger Begleiter. Und ganz heimlich tr├Ąumt Anke ab und zu von einem sterilen insektenfreien Raum mit Klimaanlage, damit sich ihre Haut wieder beruhigen kann. Und sp├Ątestens als wir durch tausende von kleinen angriffslustigen Fliegen radelten, die uns ums Gesicht wuselten und gerne in Ohren, Nase und Augen flogen und dabei Dana in den absoluten Wahnsinn trieben, ist auch sie gro├čer Fan von dem sterilen Raum. Wild mit Postkarten wedelnd Berge hinauffahren ist echt kein Spa├č! 

Zum Gl├╝ck hei├čt es f├╝r uns nun erst einmal  Summerbreak. Wir chillen mit Freunden am Schwarzen Meer in Bulgarien, genie├čen die Sonne (so ganz ohne Anstrengung a0uf dem Rad) und lassen unsere geschundenen K├Ârper etwas regenerieren, bevor es weiter Richtung T├╝rkei geht. 

Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterst├╝tzen? Wir freuen uns ├╝ber jeden Euro, denn davon k├Ânnen wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension g├Ânnen.

#33 Rum├Ąnien: Halbzeit

Wir haben 5.000 km geschafft! ­čÄë­čÜ┤ Jeah! Dabei haben wir gelacht, geflucht und gestaunt. Letzte Woche sind wir bei erbarmungsloser Hitze­čîí´ŞĆdurch die weitl├Ąufige Walachei gestrampelt und sind nun endlich am Schwarzen Meer angekommen, wo wir uns ein wenig im k├╝hlen Nass erholen.

Hinter uns liegen bereits Italien, Griechenland, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Bulgarien und nun g├Ânnen wir unseren m├╝den Muskeln eine Verschnaufpause am Strand in Rum├Ąnien.

Seit einem halben Jahr sind wir schon auf den R├Ądern unterwegs, schlafen die meiste Zeit im Zelt und treffen dabei unfassbar viele freundliche Leute.

Unser Fazit nach 6 Monaten im Sattel: Radreisen sind f├╝r uns, die beste Art zu reisen. So kommen wir in genau der richtigen Geschwindigkeit voran, lernen L├Ąnder und Leute auf eine ganz eigene Weise kennen und k├Ânnen bei all der Anstrengung jede Menge Leckereien verdr├╝cken. ­čžÇ­čŹ¬­čŹö­čŹ▓

#32 Rum├Ąnien: Irgendwo in der Walachei

Wir lieben Naturph├Ąnomene!ÔŤ░´ŞĆ­čŚ╗ Gerade sind wir bei den Schlammvulkanen in der Walachei (Ja, es gibt sie wirklich). Es ist  faszinierend, wie die Erde hier brodelt und blubbert und das ganz ohne gl├╝hende Lava und Hitze. Denn dieser kalte Vulkanismus entsteht allein durch Gase und Salze, die aus ca. 3.000 m Tiefe aufsteigen und dabei ton- und wasserhaltige Schichten passieren. 

Wir haben es genossen zwischen den kleinen (und niedlich) gluckernden Vulkanen rumzuhüpfen.

Am letzten Wochenende waren wir noch in Bukarest und haben das schwerste Geb├Ąude der Welt – das Parlament mit ├╝ber 4 Mio Tonnen (!) – gesehen, versuchten ersch├Âpft, in einem LGBT-Club zu tanzen und hatten lange politische Diskussionen mit einem schwulen Aktivisten der ersten Stunde und Mitbegr├╝nder von Accept. ­čĆ│´ŞĆÔÇŹ­čîł ÔťŐ Juhu.

Uns hat Bukarest mit seinen vielen kleinen hippen Caf├ęs und queeren Orten sehr gefallen, aber zur├╝ck in der Pampa m├╝ssen wir immer wieder feststellen, dass uns die Natur dann doch mehr beeindruckt. Auch wenn das 1,60m breite Bett im st├Ądtischen Appartement (mit Klimaanlage!) nach 3 Wochen zelten schon sch├Ân war. ­č奭čŤî­č奠