#52 Rückblick: Georgien – Klein, aber oho

Georgien war eines der Länder, die wir in unserer ursprünglichen Planung gern besucht hätten, aber einfach nicht in die alte Route passten. Aber nun ist Georgien zu unserem perfekten Sprungbrett nach Asien geworden. Das Land hat nur 3,7 Mio. Einwohner:innen (das sind ziemlich genauso viele Menschen wie allein in Berlin leben), fast jeder Dritte davon lebt in der Hauptstadt Tifilis. Insgesamt ist der eurasische Staat sehr klein – gerade mal so groß wie Bayern. Hinzu kommt, dass mehrere Landesteile sich der Kontrolle der  Georgischen Regierung entziehen und eine eigene Regierung stellen, die unter dem Protektorat russischer Truppen steht – die autonomen Republiken Abchasien und Südossetien.  

Durch den Krieg gegen die Ukraine, kommen sehr viele Russen und Russinnen in das kleine Land. Schätzungen (des ZDF zu Folge) kamen seit Beginn des Krieges über 300.000 Menschen aus Russland. Die Georgier:innen sind darauf gar nicht immer so gut zu sprechen. Sie fühlen sich mit der Ukraine verbunden und haben sogar eine Ukrainisch-Georgische Flagge als Solidaritätsbekundung kreiert. Viele, die kommen, gehören eher zu einer wohlhabenden russischen Schicht, was sich schon in gestiegenen Mietpreisen in Tifilis bemerkbar macht.

Auch wir haben gleich an einem unserer ersten Abenden in Batumi einen jungen Russen kennengelernt, der bereits im Frühjahr vor einer möglichen Wehrpflicht geflüchtet ist. Er sprach perfektes Deutsch und hofft als Programmierer dort einen Job zu finden, auch wenn er eigentlich von einem Studium in Deutschland träumt. Er erzählte uns achselzuckend, dass sein Begleiter vor ein paar Tagen an der Strandpromenade von einem angetrunkenen Georgier eine rein bekam, einfach so ohne Vorwarnung. Gleichzeitig hatte am Meer fast jedes Restaurant oder Café, einen jungen russischen Angestellten. Es ist eben komplex.

Nach 11 Wochen Türkei, die uns wirklich überzeugt hat, haben wir uns dennoch auf das neue Land gefreut. Absolut erwähnenswert ist die georgische Küche – nun gut, das gilt für diejenigen, die Koriander mögen. Speisen wie die Pkhali (bestehend aus Spinat-Walnuss-Paste), gefüllten Auberginen, Khinkalis (gefüllte Teigtasche), Chatschapuri (mit Käse oder Bohnen gefülltes frisches Brot) … schwärm.

Und nach der Türkei, wo es nicht so verbreitet war, Alkohol zu trinken, haben wir uns doch sehr gefreut, in eine der ältesten Weinregionen der Welt zu kommen. Wer die Möglichkeit hat, dem empfehlen wir sehr, mal ein georgisches Restaurant auszuprobieren oder gleich einen Urlaub zu buchen. 

Vom Fahrstil her erinnerte uns Georgien sehr an Albanien. Es gab wenig, bis kein Erbarmen für uns. Wild hupend wurden wir viel zu nah überholt. Die Autos untereinander überholten sich, indem sie gnadenlos in den Gegenverkehr mit Lichthupe fuhren, so dass wir nur beim Zugucken einen Herzkasper bekamen. Der einzige Unterschied: in Albanien wären wir von einer hochglanzpolierten Luxuskarosse umgenietet worden, in Georgien von einer verbeulten Karre ohne Spoiler oder Heck – die hat es nämlich schon bei einem vorherigen Unfall verloren. Für uns wirkten die ganzen fahrenden Wracks, als wäre der Straßenverkehr eine einzige Autoscooter-Schlacht.

Von Batumi nach Kutaissi 

Doch frisch im Land angekommen, hüteten wir zunächst in Batumi vor allem das Bett. Da Anke erstmal von ihrer Ohrenentzündung genesen musste und auch Dana einfach mal von türkischen Feldwegen und dem Regen ausspannen wollte.

Dabei liegt Batumi gerade mal 30 km von der türkischen Grenze entfernt und ist bei Türken sehr beliebt. Denn in der muslimischen Türkei ist Glücksspiel und Trinken in der Öffentlichkeit verboten, im Gegensatz zum christlich orthodoxen Georgien. So besteht die Küstenstadt nicht nur aus vielen Casinos, sondern auch aus reichlich Wechselstuben.

Von der Küste ging es für uns über Poti weiter ins Landesinnere, Richtung Kutaissi. Die Landschaft war wunderbar saftig grün. Die Berge – links der Kaukasus, rechts der Rand des Armenischen Hochlands – begleiteten uns. Und all die Tiere, die die Georgier:innen im Allgmeinen so halten, wuselten neben oder auch auf der Straße umher. Kühe, Schweine und Geflügel rannten einfach frei rum, auch auf großen Straßen. Wie da alle ihr Vieh wiederfinden, hat sich uns mal wieder nicht erschlossen.

Und dann wartete ein kleines Highlight auf uns: Unsere Freunde Arne und Soehnke hatten sich wieder angekündigt (ihr bereits dritter Besuch auf unserer Reise). Dafür düsten wir mit dem Zug von Kutaissi nach Tiflis, eine Strecke, die wir eigentlich radeln wollten. Doch auch der ländliche Zug ist ein kleines Ereignis. Am Bahnhof gab es scheinbar gerade kein Internet, also bastelten drei Bahnangestellte liebevoll unsere Tickets, schnippelten interessante Formen hinein, beschrifteten sie handschriftlich. Der Schaffner persönlich schloss unsere Räder im letzten Gang ein und brachte uns zum Platz. Ganze 5 Stunden brauchte die unterkühlte Bahn für gerade mal 230 km. Im Zug bekamen wir noch eine handschriftliche Quittung, die wir ordentlich unterschreiben mussten. So schön ist Bürokratie in der Bahn.

Tifilis – Arne und Soehnke

Aber es hat sich gelohnt. Das Wochenende als 4er-Gang war Entspannung pur. Nicht nur hatten wir ein wunderbar warmes und sauberes Appartment (Danke ihr beiden!!!), wir besuchten zudem ein Schwefelbad, probierten die Straßenhunde mit einer alten Wurst zu füttern, zockten Trinkspiele – Danas Highlight: Als Soehnke mit britischen Akzent nur noch in Reimen sprechen musste (er ist ein Naturtalent) –, malten kreative Bilderrätsel und haben uns durch unzählige Restaurants gefuttert. Und die Beiden versorgten uns wieder mit neuer Technik. Halleluja! 

Tifilis lässt sich übrigens recht einfach zusammenfassen: volle Kanne Hipster-Stadt. Es gibt tolle Vintage-Cafés, Barbershops mit coolen, bärtigen, tätowierten Friseuren, alternative Klamotten, Brettspielebars und fancy Restaurants. Diese wuselige Stadt auch noch mit lustigen Freunden zu entdecken, war schlicht fantastisch für uns. Am ersten Abend, gab es gleich so viel Wein, dass der Spaziergang zur „Mother of Georgia“ eher in gemütlicher Stimmung verlief. Dana bekam trotzdem Muskelkater (laufen ist einfach nicht ihr Ding).

Gori: Das skurrilste Museum der Welt – Das Stalinmuseum

Nach 4 Tagen „Friends“ beschlossen wir, den übersprungenen Weg von Kutaissi nach Tiflis einfach rückwärts zu radeln. Und da lag auf der Strecke das Städtchen Gori. Oh wow, was für ein Erlebnis. In Gori – Stalins Geburtsstadt – befindet sich seit 1957 das Stalinmuseum. Wir buchten eine Tour auf Englisch und wurden sogleich zum Appell gerufen. Die Museumsführerin war eine Mischung aus Domina und Stalins Nichte, gepaart mit dem etwas kühlen georgischen Charme. Wir wurden im Stechschritt durchs Museum gelotst und in strengem Ton belehrt, was wir dort alles sahen. Dass der stählerne Mann Georgier war, wurde immer wieder stolz betont und gab der gesamten Führungen einen noch weiteren skurrilen Touch. Die Gulags und die Verfolgung von politischen Gegnern fiel weitestgehend unter den Tisch, während ein ganzer Raum allein für seine Geburtstagsgeschenke von anderen Staatschefs reserviert war. Wir waren froh, als das letzte unfreundliche Good-bye von der Museumsangestellten erklang und entschieden uns dagegen, im Museumsshop einen Stalin-Fanartikel wie eine Tasche oder einen Ansteckbutton mit seinem Konterfei zu erwerben. 

Okatse Canyon – Offroad mit dem Ranger

Auf dem Weg zum „Okatse Canyon“ schliefen wir in einigen typisch georgischen  Unterkünften. Kleine, private Häuser, meist mit Garten, Weinanbau und Tierhaltung. Küche und manchmal das Wohnzimmer wurden mit einem alten, eisernen Holzofen geheizt. Schlafzimmer und Bad blieben kalt. Bei mitunter 0 Grad nachts, verbrachten wir abends viel Zeit in den privaten Küchen der Vermieterinnen. Und da gab es obendrein georgische Hausfrauen-Kost natürlich mit Wein für uns. So kamen wir Land und Leuten erfreulich nah.

Auch am Canyon schliefen wir bei einer frauengeführten Familie. Morgens, mittags, abends wurden wir mit selbstgemachten Bioprodukten versorgt, ob wir wollten oder nicht. An der Schlucht gibt es einen 780 m langen, hängenden Aussichtsweg mit einem etwas beängstigenden Blick in die Tiefe. Als es auf dem Rückweg leicht zu regnen begann, wurden wir zu all der Schönheit auch noch mit einem perfekten Regenbogen belohnt. 

Doch das eigentliche Highlight wartete noch auf uns: Am Ausgang trafen wir zufällig den Sohn unserer Vermieterin, der als Ranger im Besucherzentrum arbeitet und gerade seinen Feierabend verkündete. Spontan bot er uns an, zusammen mit seinen Kollegen im Jeep zurückzufahren. Eine exklusive Adventure-Offroad-Tour? Nur für uns? Klar, da waren wir sofort dabei! 

Für diesen abenteuerlichen Trip hätten die Jungs locker 50 € berechnen können, so großartig war es. Wir standen kichernd auf der Ladefläche, klammerten uns an einer Stange fest und holperten dabei über Stock und Stein. Mit knirschenden Reifen kämpfte sich der 4×4 steil bergauf, über Geröll und Matsch. Ohne Vierradantrieb keine Chance. Und als wäre das nicht schon aufregend genug, ging genau in diesem Moment die Sonne unter und warf ihr rotes Licht auf die bunt herbstlich gefärbten Bäume, während sich die dunklen Gewitterwolken im Hintergrund aufbauten. Einfach filmreif.

Juhu! Unsere Fahrt mit den Rangern.

Goodbye Georgien – Ein zweites Mal Tiflis

Mit diesem Abenteuer in den Bergen gelangte unser Georgien-Trip zum Ende. Noch einmal fuhren mit dem Zug von Kutaissi nach Tiflis – der Schaffner kannte uns ja bereits. Zum Glück hatten wir die Hauptstadt schon reichlich besichtigt, denn unser zweiter Tifilis-Aufenthalt stand unter dem Orgastern. Nach 7.700 km wollten wir unsere Fahrräder ordentlich durchchecken lassen, bevor wir sie auf einem neuen Kontinent einsetzen. Es mussten Kartons für unsere Räder gefunden werden, damit sie flugbereit wurden und wir brauchten große leichte Taschen, da wir nicht 12 kleine Satteltaschen aufgeben konnten. Außerdem mussten Teile unserer Fahrräder im Aufgabegepäck verstaut werden.

Nach all der Orga mussten wir Abends noch mit der wein- und schnapstrinkenden Nachbarsfamilie socializen, die uns erst nach mindestens drei Gläsern Tschatscha entließen. Als einziges touristisches Highlight besuchten wir immerhin die wirklich hippe und sehenswerte „Fabrika“.

Zum Glück schafften wir das ganze Orga-Zeug letztlich ganz gut. Für den Weg zum Flughafen waren wir so nervös, dass wir uns das größte Gefährt des Taxiunternehmens bestellten. Als wir dann alleine in einem 16-sitzigen Bus saßen, kamen wir uns schon ein bisschen doof vor. 🙈 Aber immerhin hatten all unsere verpackten Sachen und die Räder ordentlich Platz.

3 Wochen hatten wir insgesamt für Georgien Zeit. Nur leider war es Ende Oktober, Anfang November teilweise schon ganz schön frisch. Die perfekte Reisezeit für das postsowjetische Land ist sicherlich September oder das Frühjahr. Landschaftlich und kulinarisch sind wir hin und weg. Wir schreiben jedenfalls neben Griechenland und der Türkei auch Georgien auf unsere Wir-kommen-zurück-Liste. Zum Radeln ist es (abgesehen von dem rüpelhaften Verkehr) wunderbar, wir fanden immer wieder kleine, gut asphaltierte Nebenstraßen. 

Doch nun geht es für uns erstmal durch Asien. Es warten Kambodscha, Laos und Malaysia auf uns. Hier sind die winterlichen Monate schön warm. Mal sehen, wo wir dann Weihnachten und Silvester stecken. Genügend Weihnachtsdekoration und kitschige Songs sind uns jetzt schon begegnet.

Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstützen? Wir freuen uns über jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.

#51 Rückblick: Wwoofen, Radeln, Hamam – einmal durch Anatolien

Thailand! 🇹🇭 Wow. Bereits seit einer Woche sind wir in dem südostasiatischen Staat und radeln ganz beseelt bei knackigen 30 Grad an der Küste Richtung Kambodscha. Übrigens die Auflösung von unserem vorherigen Text: Nach drei Tagen Bangen kamen unsere Räder gerade noch rechtzeitig vorm Auschecken aus dem Bangkoker Hotel an. Nun heißt es für uns zum ersten Mal Linksverkehr … aufregend. 

Unser letzter ausführlicher Reisebericht liegt schon eine Weile zurück. Leider gab Ankes Handy in der Türkei den Geist auf und mit nur einem verbleibenden Smartphone bewaffnet, waren wir technisch doch ganz schön eingeschränkt. Dafür kommt jetzt ein Reisebericht in Xtra-large und in 2 Teilen – Türkei und Georgien stehen an. Also habt ihr Heißgetränk, Kekse und Kuscheldecke bereit? Dann geht`s jetzt mit der Türkei los:

Wwoofen in der Türkei

Oh, wow. Das ging erstaunlich leicht, einen Hof in der Türkei zu finden. Schon nach kürzester Zeit erhielten wir gleich mehrere positive Antworten auf unsere Anfrage, drei Wochen auf einer Bio-Farm mitzuhelfen. 🧑‍🌾👨‍🌾🌿🌱🐔

Aus der Großstadt Izmir radelten wir beschwingt in Richtung unseres Wunschhofes. Zum Glück lag der sehr nah, so dass wir nur eine Nacht wild zelteten. Schnell fanden wir eine schöne Stelle auf einer kleinen Anhöhe ganz in der Nähe eines schnuckeligen Dorfes; fantastischer Blick ins Tal inklusive. Neben uns saß noch ein Wein trinkender Mann und genoss ebenfalls die Aussicht. Als er sah, dass wir anfingen unser Zelt aufzubauen, wurde er plötzlich nervös. Mit Hilfe von „Google Translate“ versucht er uns klarzumachen, dass es dort viel zu gefährlich sei. Es gäbe … Hunde! Die größte Gefahr seien auf der Anhöhe jedoch die „trinkenden Männer“. Spontan rief er seinen Cousin in Köln an, der uns bat, die Telefonnummer von Hakan – dem Weintrinker – anzunehmen. So dass wir, falls wir Probleme mit anderen trinkenden Männern bekämen, ihn sofort anrufen könnten. Hakan genoss noch ein bisschen seinen Wein und machte sich schließlich besorgt von Dannen. Wir legten uns dagegen beruhigt ins Zelt. Nach dieser sympathischen Begegnung hatten wir nun wirklich keine Angst mehr vor den angeblichen Trinkern.

Am nächsten Tag holte uns Türkan von der nächstgelegenen Kleinstadt ab. Glücklicherweise! Denn von da ging es steil bergauf … auf einer unbefestigten Straße. Der Hof lag irgendwo im türkischen Nirvana. Türkan und Veysi, unsere Hosts für die nächsten drei Wochen, waren gerade mal vor 3 Monaten in ihr neu errichtetes Haus gezogen. Da Veysi sowohl Zimmermann als auch Innenarchitekt ist, haben sie alles selbst gebaut, teilweise aus gefundenem Holz oder recycelten Baumaterialien. Geschlafen haben wir beide allerdings in einer Jurte, die natürlich auch selbst errichtet war und mitten im Olivenhain stand. Veysi hat sich sogar einen kleinen Ruf als Jurten-Bauer in der Region erschaffen. Wir fanden das Schlafen in so einem Luxuszelt wildromantisch, haben es gleichzeitig sehr genossen, dass wir ein niegelnagelneues Badezimmer im Haus hatten und sogar eine geräumige Gemeinschaftsküche mit Spülmaschine.

Unsere Arbeitskraft wurde zum Glück nicht überansprucht. Klar, haben wir fleißig mit angepackt, wenn es was zu tun gab. Walnüsse mussten von den Bäumen geschlagen sowie eingesammelt werden, bevor sie liebevoll händisch von der grüne Schale befreit wurden. Feigen haben wir in heißem Wasser mit Kräutern über dem Lagerfeuer gekocht und zum Trocknen in Form gebracht. Und zwischendurch wurde eine Bank oder ein Badezimmerschrank gezimmert. Nachmittags hatten Türkan und Veysi oft nicht mehr so großen Elan, so dass wir einfach entspannen konnten oder türkische Leckereien schnabulierten. 

Insbesondere den großen Freundeskreis der Beiden genossen wir sehr: Da gab es Özgur, der aufwändige Brautkleider für wohlhabende Araberinnen designt, aber viel lieber traditionelle türkische Musik auf einem Tambur spielt. Einen Abend versuchten wir „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel in sein Programm zu integrieren und probierten uns als Sängerinnen. Wer unsere Gesangskünste kennt, weiß, dass es ein lustiger Abend war, wenn auch nicht unbedingt musikalisch anspruchsvoll. 

Ansonsten gab es den Astro- und Raumfahrtwissenschaftler, der im Tausch für Hühnerfutter ein paar Tiere für seine eigene Hühnerzucht bekam. Oder die beiden Physikprofessoren, die sich in der Nähe ein Grundstück kauften und deren Suche nach einer Wasserquelle mit einem gemieteten Bagger für reichlich Aufsehen in der Gegend sorgte. Anke wurden sogar die Tarotkarten von einem ehemaligen Ingenieur aus Chile gelegt. Kurz: es war fast jeden Abend was los. Es wurde gekocht, getanzt, musiziert, diskutiert und gelacht … und wir mittendrin. 

Wunderland: Kappadokien

Nach drei Wochen Landleben brachen wir wieder auf. Ab nach Kappadokien. Darauf haben wir lange hingefiebert. Unsere Idee, spontan mit dem Zug von Izmir nach Kayseri zu fahren, wurde leider am Bahnhof zunichte gemacht. Langstrecken-Züge muss man auch in der Türkei rechtzeitig buchen. Also waren wir erstmal gestrandet. Doch nach einiger Recherche kam die Lösung – der Fernbus. Nur fahren die Überlandbusse in der Türkei nachts. Uns hat es sich bis jetzt nicht erschlossen, wie die Menschen in den ganzen winzigen Käffern, um absurde Nachtzeiten zu den entlegenen Fernstraßen oder Busbahnhöfen kommen. Aber uns erschließt es sich ja oft nicht, wie sich andere Menschen ohne Fahrrad bewegen können. 😜🚴‍♀️

Als wir völlig erschöpft (nach Bus und Radtour) an unserer Unterkunft in Ushisar ankamen, hatten wir nicht mit DEM ENTGEGNER gerechnet. Die ungefähr vierjährige Tochter des Besitzers stürzte sich mit lautem Geschrei auf unsere geliebten Fahrräder, kletterte wild auf ihnen herum, malträtierte die Klingel und fummelte an jeder Schraube. Das schien außer uns niemanden zu interessieren. Wir sahen im Geiste schon, wie DER ENTGEGNER unser Rad gewissenhaft in jedes Einzelteil zerlegt… Doch zum Glück ist die Aufmerksamkeitsspanne von aufgedrehten Kleinkindern nicht allzu lang und so wandte sie sich schnell anderen Gästen zu.

Auf Raten unseres Gastgebers beschlossen wir, die fantastische Landschaft von Kappadokien mit dem Fahrrad zu entdecken. Den Tipp unsere Fahrräder auf den verschlungenen Wanderwege mitzunehmen, haben wir schnell verflucht. Wir hievten und stupsten unsere Fahrräder durch die Täler. 

Neben den faszinierenden Felsformationen ist Kappadokien für seine von Menschen gemachten Höhlen bekannt, die nicht nur kleine Aufenthaltsräume oder Kirchen bieten, sondern gleich ganze unterirdische Städte mit mehreren Etagen. Tausende Menschen konnten dort einst Zuflucht finden. Ausgeklügelte Luftschächte, Wasserversorgung, Lebensmittelkammern und Weinräume – alles was man im Verteidigungsfall eben so braucht.

Und dann gab es natürlich noch die berühmten Heißluftballone. Früh morgens steigen jeden Tag hunderte bunte, leuchtende Kugeln in die Luft. Der Preis für eine Fahrt (ab 150 Euro pro Person!) war für uns schlicht zu hoch. So entschieden wir uns, die Ballons „nur“ zu bestaunen. Dafür mussten wir wieder mit den Bikes – und diesmal mit Gepäck – in die Täler. Fluchend schoben wir sie auf einen Kamm. Aber es hat sich sowas von gelohnt!!! Wir fanden den perfekten Spot. Morgens wachten wir in unserem Zelt von den Geräuschen der Ventilatoren auf, die die Ballonhüllen aufpusteten. Dann erschienen im Dunkeln die ersten Lichter der Gasbrenner. Und schon stiegen im Sonnenaufgang rechts und links von uns die riesigen Ballone auf. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten, rannten total euphorisiert hin und her. „Schau hier!“, „Nee, guck mal da!“ … Begeistert jubelten wir den Fahrenden zu und sie jubelten zurück.

Nur einen kleinen Wermutstropfen gab es: Genau in diesem Moment gab Ankes Handy seinen Geist auf. Über drei Wochen mussten wir ohne zweites Phone klarkommen. Da merkten wir noch einmal mehr, wie abhängig wir doch von der Technik sind. Dana musste plötzlich fast alles übernehmen, Route planen, navigieren, Unterkünfte suchen, Sehenswürdigkeiten checken … Ankes Versuch sie mit dem Browser des E-Readers zu unterstützen, führten eher zu weiteren Nervenzusammenbrüchen (das Gerät ist einfach wahnsinnig langsam). Unsere Erlösung kam erst in Tifilis (Georgien). 

On the Road Again – Ab zum Meer

Doch zunächst brachen wir in Richtung Süden auf. Weil wir die großen Schnellstraßen vermeiden wollten, landeten wir leider auf holprigen, steinigen, schlammigen und löchrigen Feldwegen. Nach drei Tagen war Ankes Laune angesichts der mühsamen Strecke … sagen wir mal … nicht ganz so weit oben. Natürlich gab es auch hier einen entscheidenden Pluspunkt: Da wir durch lauter kleine Dörfer kamen, in die sich sonst kaum Tourist:innen verirren, riss man uns teilweise schon von den Rädern, damit wir ja einen Tee tranken und an einem selbstgebackenen Teilchenknabberten. Auffällig für uns: Diese Gegend schien einst ein Gastarbeiter:innen-Abkommen mit Holland gehabt zu haben. Überall erspähten wir niederländische Kennzeichen und trafen holländisch sprechende Türken. Anke verstand das ganz gut.

Aber ein Erlebnis blieb uns besonders in Erinnerung. Wir radelten einigermaßen fröhlich auf einer großen Schnellstrasse (irgendwann hatten wir dann doch die Schnauze voll von den holprigen Feldwegen), als wir bereits von der Ferne dunkle Gewitterwolken erblickten. Weit und breit kein Dorf, keine Möglichkeit das Zelt aufzuschlagen. Uns blieb leider nichts anderes übrig, als sehenden Auges in den Wolkenbruch zu fahren. Angesichts der herunterkommenden Wassermassen, sahen wir uns irgendwann gezwungen die Tour abzubrechen. So eine Regenjacke schützt eben nur begrenzt. Irgendwann gibt die beste Imprägnierung auf. Doch was tun? Nun denn, „no risk, no fun“. Also stellten wir uns triefend an den Straßenrand. 

Auf die Hilfsbereitschaft in der Türkei kann man vertrauen. Gleich das fünfte Fahrzeug hielt an: ein riesiger LKW, der obendrein zwei tonnenschwere Steine geladen hatte. Als wir dann in der warmen gemütlichen Fahrerkabine saßen, wollten wir beide spontan auf Lastwagenfahrerinnen umsatteln – so schön war es. Der Boden mit flauschigem Teppich ausgelegt, die Armaturen mit kleinen Deckchen verziert, es war super warm und natürlich trocken. Und alles mega modern. Statt Seitenspiegel hatte der immense Mercedes Monitore und Außenkameras. Hach, wir kamen aus der Begeisterung gar nicht mehr heraus. 

Mittlerweile war es Ende Oktober und so langsam wurde es im Landesinnern zu kalt für uns. Nachts gab es sogar Minusgrade, das war nichts für uns. Also nahmen wir wieder einen Bus – natürlich die Nachtfahrt (wussten wir ja schon) – und fuhren wieder zum Schwarzen Meer. Bei Rize landeten wir in einer Teeanbauregion. So erstreckte sich das Meer links von uns, gleichzeitig staunten wir rechts über die grünen Berghänge mit Tee. 

Goodbye Türkei – Zum Abschluss in den Hamam

Wie immer galt für uns die Regel, jede Situation hat auch ihren Vorteil. So haben wir es Dank der Kälte nach über 2 Monaten in der Türkei endlich in einen Hamam geschafft. An einem Sonntag betraten wir schüchtern und unerfahren das Frauenbad. Nachdem geklärt wurde, dass Dana tatsächlich zum weiblichen Geschlecht gehört, haben wir uns die volle Wohlfühlpackung gegönnt: Peeling, Massage, Waschen und Sauna. Unsicher betraten wir den Baderaum. Doch eine umsichtige Mitarbeiterin, schritt voraus und rief lauthals in den sonntäglich gefüllten Raum: „Achtung, hier kommen deutsche Touristinnen“. Jut, damit wussten dann wohl alle Bescheid. 

Wir wurden liebevoll von einer Station zur nächsten gestupst und wenn es mit der Verständigung gar nicht mehr klappte, wurde eine perfekt schwäbelnde Türkin als 

Übersetzerin gefunden. Das Peeling war allerdings weniger liebevoll, dafür wirklich sehr effektiv. Nie zuvor haben wir so viel Haut gelassen. Für die anschließende Massage wurde jeweils ein viertel Liter Flüssigseife über uns gegossen und wir ordentlich durchgeknetet. Wir waren begeistert! Selten fühlten wir uns so potentief rein.

Nur leider bekam Anke im Anschluss ihre „Bade-Otitis“ (den Begriff gibt es wirklich!). Sprich eine Gehörgangentzündung durch warmes Wasser. Das war leider gar nicht so schön. Nach einer unruhigen Nacht im Zelt an der Schnellstrasse, bei der Anke sich mit Fieber, Schmerzmitteln und anhaltenden Ohrenschmerzen durchkämpfte, war klar: weiter radeln im Regen ist nicht drin. Schnell fragten wir morgens an der Raststätte zwei Pickupfahrer, ob sie uns bis zur Grenze mitnehmen könnten. Schwuppdiwupp, landeten die Räder auf der Ladefläche und wir fuhren die letzen Kilometer bis zur georgischen Grenze trocken im Auto. 

Alles in allem hat uns die Türkei wahnsinnig gefallen – die Gastfreundschaft, das Essen, die Landschaft. Eines Tages kommen wir wieder, vielleicht ja sogar mit dem Rad, schließlich gibt es noch viele Ecken, die wir nicht gesehen haben.

Aber zunächst ging es für uns nach Georgien. Und den ausführlichen Reisebericht hierzu gibt es schon diese Woche, schließlich liegt auch dieses mannigfaltige Abenteuer längst hinter uns.

#50 Thailand: Flughafen-Chaos – Wo sind unsere Räder?

Das war aufregend.🤪 Letzte Nacht flogen wir von Tiflis nach Bangkok. Über 22 Stunden waren wir insgesamt unterwegs, hatten einen sehr komplizierten Umstieg in Bahrain und landeten überraschend in Singapur.

Das war ein ganz schönes Chaos: Unser ursprünglich gebuchter Anschlussflug aus Bahrain sollte kurz nach Mitternacht weitergehen. Doch dann wurden wir auf einen anderen Flug spät abends verlegt, womit wir spontan eine Nacht in Bahrain verbracht hätten. Aber weil eine junge Auszubildende das falsche Datum auf den Boardingpass druckte🤦 (das mit dem Datumswechsel nach Mitternacht ist schwierig), landeten wir doch in unserem ursprünglich gebuchten Flug… nur leider hat unser gesamtes Gepäck (inkl. Fahrräder) den anderen Flug genommen und kommt damit erst morgen in Bangkok an. 🙄 … Verwirrend? Finden wir auch.

Aber zum Glück hatten wir einige Tage in Tiflis Zeit, um all unsere Sachen gut zu verpacken, Bustickets fürs Visa zu drucken und zu recherchieren, was ins Aufgabegepäck darf. Wusstet ihr, dass Hammer und Maulschlüssel nicht erlaubt sind? Auch Streichhölzer und Feuerzeuge nicht (da darf offiziell nur eins am Körper mitgeführt werden). Drücken wir die Daumen, dass am Ende alles klappt.

Immerhin hatten wir am Ende fantastisches Streetfood in Bangkok. 🍚🥗

#49 Georgien: Quer durch’s Land

Was für ein interessantes Land. Wir sind letzte Woche 300 km durch Georgien 🇬🇪 gestrampelt, haben dabei 3.000 Höhenmeter überwunden und sind unzähligen Kühen, Schweinen, Schafen, Hühnern und Truthähnen ausgewichen, die fröhlich über die Straßen taperten. 🐄🐖🐏🐑🦃 Und wir haben (sehr zu Danas Freude) sogar ein paar Wildpferde entdeckt.

Unser Weg ging wieder zurück von Tiflis nach Kutaissi, dabei radelten wir teilweise über die Berge. Leider ist es da im November schon ganz schön frisch. Nachts waren es zirka 0 Grad. Also haben wir auf unser Zelt verzichtet und hatten sehr viel Spaß in kleinen privaten Pensionen. Dort bekamen wir jedes Mal selbstgemachtes Bio-Essen, wie Hähnchen, Chatschapuri, frischen Käse und konnten uns obendrein an den brodelnden Holzöfen in der Küche aufwärmen.😍🔥

In Gori besuchten wir das sehr skurrile Stalinmuseum, wo wir lernten, dass Stalin Georgier war. Nur 10 km vor Stalins Geburtsstadt liegt Uplisziche, eine der ältesten Höhlensiedlungen. Schon in der Bronzezeit schlugen Menschen hier die ersten Bauten in den Fels. 

So hatten wir insgesamt einen vielfältigen Eindruck von Georgien bevor wir dann nächste Woche nach Thailand fliegen.🛫🇹🇭

#48 Georgien: Tiflis unter Freunden

Juhu. Wir haben endlich wieder Besuch von Freunden. 🤩🎉 Zusammen sind wir zur „Mother of Georgia“ gewandert, haben den Blick vom Riesenrad über Tiflis genossen, sind nachts quatschend durch Bars gezogen und haben uns ein georgisches Schwefelbad gegönnt.🍷🪅

Ansonsten ist Anke zum Glück wieder fit. So dass wir letzte Woche easy von Batumi bis nach Kutaissi radelten. Für die letzten Kilometer nahmen wir den Zug, um rechtzeitig für Arne und Soehnke in der georgischen Hauptstadt anzukommen. 

Und wer sich fragt, wie es eigentlich für uns weitergeht: Wir fahren noch ein bisschen durch Georgien, bevor wir in zwei Wochen nach Bangkok fliegen, damit wir im Winter durch Thailand, Laos, Kambodscha und Malaysia düsen.

Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstützen? Wir freuen uns über jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.

#47 Georgien: Starkregen, Krankheit und andere Mikro-Dramen

Geschafft! Georgien! 🇬🇪 🎉 Wir sind tatsächlich über 7.000 km von Italien bis nach Georgien geradelt und haben dabei etliche Balkanländer durchquert. 

In der Türkei verbrachten wir 10 wunderbare Wochen und sind dabei zwei Mal mit dem Bus gefahren.

Leider gab es bei der zweiten Busfahrt (von Sivas nach Trabzon) etwas Ärger mit dem Fahrer, der ohne unser Ticket zu prüfen, gleich eine Extragebühr für Gepäck und Räder wollte, obwohl wir das bereits am Ticketschalter bezahlt hatten. 🤬 Nach vielen Diskussionen konnten wir letztlich doch mit… 😎

Zum Glück war das die einzige unangenehme Begegnung, die wir in all der Zeit in der Türkei hatten! Ansonsten wurden wir zu reichlich Çay 🫖🍵 eingeladen und bekamen jede Menge Unterstützung.

So hat Anke seit ein paar Tagen eine Gehörgangentzündung.🤒 Gepaart mit Starkregen und einer Nacht im Zelt an der Schnellstraße (Bild 5), mussten wir einsehen, dass die letzten 50 km Ankes Gesundheit nur schaden würden. Aber kein Problem, nach dem Frühstück fanden wir schnell einen Pickup, der uns trocken bis zur georgischen Grenze mitnahm. 

Nun sind wir in Batumi und Anke kuriert sich langsam aus. Also, Ende gut, alles gut.😁🌈 

#46 Türkei: Manchmal hilft nur noch ein LKW

Hach. 😍 Die Hilfsbereitschaft in der Türkei ist einfach herzerwärmend. In der letzten Woche sind wir von Kappadokien nach Sivas (Zentralanatolien) geradelt.

Dabei wurden wir auf türkischen Kaffee mit selbstgemachtem Gebäck eingeladen, haben jede Menge Tee bekommen und wurden sogar von einer sehr sympathischen Familie mit Mittagessen versorgt. Und das Allerbeste🤩: Wir sind zum ersten Mal getrampt! 🚛 Danke Halit!  

Das war Krisenmanagement erster Güte. Denn wir hatten uns nach 5 Tagen strampeln durch karge, abgeerntete Felder, einem defekten Handy (und wir haben doch sonst keine Technik dabei 😨), ganz motiviert in ein übles Gewitter manövriert. Der Blick auf das noch übrig gebliebene Handy verriet, im Umkreis von 50 km gab es keine Unterkunft und Dank des anhaltenden Starkregen waren die angrenzenden Feldwege so matschig, dass eine Zeltplatzsuche unmöglich schien. 

Also standen wir triefend und winkend an der Schnellstraße. Doch 1,2,3 …  schon nach einer Minute hielt ein wunderbar trockener, warmer und riesiger LKW, der unsere Räder samt Gepäck ganz einfach aufladen konnte. Was für eine Rettung! Wir sind versucht, mehr mit bequemen Trucks zu reisen… ist irgendwie schneller und einfacher.😂

Und wer wissen will, wo wir überall schon waren, hier ein Überblick über unsere Route:

Einfach aufs Bild klicken. Die genaue Tour ist bei Komoot hinterlegt.

#45 Türkei: Heißluftballon-Special

Es ist einfach sooo abgefahren! 🤩🤩🤩 Unsere letzte Nacht in Kappadokien haben wir mitten auf einem Fels mit Blick aufs Rose Valley verbracht.

Die Tage davor haben wir uns bei all dem touristischen Trubel und der aufziehenden Kälte eine kleine süße Pension in Uçhisar gegönnt. Doch bevor wir weiter Richtung Georgien radelten, wollten wir zum Abschluss die Heißluftballons noch einmal ganz aus der Nähe sehen. Und es hat sich sowas von gelohnt. Nach langer Suche und beschwerlichen Wegen fanden wir den absolut perfekten Spot. Abends genossen wir mit traumhafter Aussicht ein Bierchen bei Sonnenuntergang.

Und morgens wurden wir pünktlich 6 Uhr vom Brummen der Ventilatoren geweckt. Schnell einen Kaffee gekocht und schon rannten wir aufgeregt über die Felsen und riefen begeistert den Fahrenden zu, die sogleich zurück jubelten. Was für eine Stimmung, was für ein Schauspiel. 🎉🎈🪅

Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstützen? Wir freuen uns über jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.

Und hier noch mal in Bild und Ton unsere Begeisterung.

#44 Türkei: Bezauberndes Kappadokien

Wow! 🤯 Was für eine bezaubernde Landschaft. Wir verbrachten eine Woche in Kappadokien. Dabei sahen wir Schluchten mit verrückten Felsformationen, eine unterirdische Stadt und fuhren sogar (zum Glück ohne Gepäck) mit dem Rad durch einige Schluchten. 🚵‍♂️⛰️🚵

Hier mitten in Zentralanatolien wurde diese faszinierenden Gegend dank vulkanischer Tätigkeit, gepaart mit Erosion und Erdverschiebungen geformt.🌋

Das weiche Tuffgestein (ehemals Vulkanasche) eignete sich obendrein für diverse Zivilisationen für Fels- und Höhlenbauten. Schon 8.000 Jahre v. Chr. siedelten die ersten Menschen hier an. Hethiter, Perser, Turkmenen, Osmanen, Christen und noch viele mehr hinterließen ihre Spuren in Form von in Fels gehauenen Klöstern, Kirchen, Verteidigungsburgen und Wohnräumen. 

Bei so vielen Naturphänomenen und geschichtlichen Input wussten wir zunächst gar nicht, wo wir anfangen sollten. Aufgeregt stürzten wir uns in die ersten Schluchten bei Göreme. Standen morgens um 5 Uhr auf, um die berühmten Heißluftballons bei Sonnenaufgang zu beobachten und buchten schließlich eine Bustour ins Ihlara-Tal mit Führung durch die unterirdische Stadt Kaymakli.

Zum krönenden Abschluss zelteten wir ganz romantisch eine Nacht mit Blick auf das Rose Valley und die morgendlichen Ballonfahrten. Dafür gibt’s morgen ein extra Ballonspecial! 🎈⛰️🎈

#43 Türkei: Weiter geht’s Richtung Osten

We are on the road again! 🚵🚵‍♂️ Nach 3 Wochen Farmarbeit ist unsere Wwoof-Zeit nun vorbei. An unseren letzten Tagen haben wir neue Beete angelegt, Granatapfel-Essig hergestellt und noch mehr Walnüsse geerntet.

Wir hatten eine wahrlich eindrucksvolle Zeit auf unserer kleinen Farm mit vielen überraschenden Begegnungen und Gesprächen:

Ein chilenischer Aussteiger las Anke die Tarotkarten. Ein erfolgreicher Brautmodenhersteller brachte uns mit seinem Tanbur die Zeilen von „Sound of Silence“ bei. Wir verkauften sogar einem Weltraumwissenschaftler 2 Hühner. Und ein (angeblich kommunistischer) Zentralbankmitarbeiter aus Ankara versuchte uns vergeblich, die Hohe Kunst der türkischen Teezubereitung beizubringen. 

Teşekkürler Türkan ve Veysi! 

Nun sind wir mit dem Bus Richtung Kappadokien gedüst und ab morgen treten wir dann endlich wieder ein wenig in die Pedale… 😨

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