Auf zu den Highlights: Letzte Woche fuhren wir mit Zug und FĂ€hre nach Ko Tao und Ko Samui und wagten uns damit ins Touri-Paradies. Dana war sogar mit Schildkröten und Haien đ± schnorcheln. đąđŠđ€ż Und bewunderte die Unterwasserwelt im Golf von Thailand. Wow.Â
So nah kam Dana den Kleinen.Selfie mit Mini-Hai Anke entspannt zwischen Haien.
Die beiden Inseln locken mit perfekter Infrastruktur und TraumstrĂ€nden, sogar der Gang ins Restaurant ist – dank englischsprachiger Karte und vegetarischen Gerichten – total easy. Doch schon nach 4 Tagen hatten wir genug von den zahlreichen deutschen und französischen (Langzeit-)Reisenden und setzten zurĂŒck aufs Festland. đąđïž
Mit der FĂ€hre zu den Inseln.Bitte nicht fĂŒttern.Blick ĂŒber Koh Samui.Koh Nang Yuan.Selfie-Time.Der Strand von unserem Hotel auf Ko Tao.
Nun fahren wir entspannt an der ThailĂ€ndischen Riviera entlang, zelten zwischen Palmen, genieĂen Thai-Massagen und blicken vertrĂ€umt aufs tĂŒrkisblaue Meer. Der Ausflug zu dem berĂŒhmten Samui-Archipel, hatte zwar einiges zu bieten, aber letztlich reisen wir doch lieber ein wenig abseits des Massentourismus. DafĂŒr eignet sich das Rad schlieĂlich wunderbar.
ZurĂŒck auf dem Festland.Endlich ein Campingplatz am Strand.
Es ist so weit! Nach einem Jahr musste Dana nun ihren ersten Schlauch wechseln.đȘđ§đ§âđ§ Wir konnten zwar kein Loch finden, aber scheinbar ist der Schlauch um das Ventil herum bei all der Hitze porös geworden, so dass Dana immer wieder sehr langsam Luft verlor. đŽââïžđš
Da geht er dahin: Der erste defekte Schlauch.Was fĂŒr ein Zeltplatz…… mit Blick auf einen See …… und leckerem Essen direkt am Zelt.
Mit frischem Schlauch sind wir nun ein zweites Mal in Thailand und haben ca. 3 Wochen Zeit. Gleich am ersten Abend im Land fanden wir einen traumhaften Campingplatz mit Ăberdachung fĂŒr unser Zelt und frisch gekochtem Abendessen fĂŒr uns!âș
Boxenstopp: Schnell ein kĂŒhles GetrĂ€nk.Radeln bis zum Sonnenuntergang.
Dann ging es mit dem Zug weiter nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs (von 1351 bis 1767) und im 18. Jahrhundert die wichtigste Metropole der Region. UrsprĂŒnglich wurde die Stadt von den alten Khmer gegr0ĂŒndet und im Jahr 1351 zur Hauptstadt des siamesischen Königreiches. Uns beeindruckten einmal mehr die alten Tempelanlagen, die Kraft der Natur und die vielen Chedis (die spitzen GebĂ€ude in den Tempelanlagen).
Wat Phra Si Sanphet: Hier liegt die Asche von König Ramathibodi II. und seinem Vater (15. Jhd.).Ayutthaya hat viele Tempel…… und unzĂ€hlige Buddhas.Die Erschaffung.Chedis finden sich in vielen buddhistischen Tempeln in Thailand. Der liegende Buddha in Wat Lokaya Sutharam.1. Merkmal des Buddhas: Seine FuĂsohlen sind so weich wie der Brustpanzer einer Schildkröte.Merkmal Nr. 11: GĂŒlden leuchtet der Körper, wie Gold erglĂ€nzt seine Haut.
Wir schreiben das Jahr 2565 B.E. (Buddhist Era). Ganz ohne Zeitmaschine oder Wurmloch haben wir einen Zeitsprung von statten 543 Jahren gemacht⊠Und zwar ganz einfach: In dem mehrheitlich buddhistischen Thailand begann die Zeitrechnung mit dem Todesjahr von Siddharta und der war eben ĂŒber 500 Jahre frĂŒher als Christus unterwegs.
Es herrschen 30 Grad, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, dazu lockt ĂŒberall wahnsinnig scharfes und leckeres Essen. Ăberraschend fĂŒr uns: Der StraĂenverkehr ist fĂŒr Radelnde ganz passabel. Kein Hupen, kein DrĂ€ngeln, viele Autos bremsen sogar, wenn wir Neulinge blöd auf der vielbefahrenen Kreuzung rumstehen. Und absolutes Neuland fĂŒr uns: Linksverkehr! Wow. Wie aufregend.
Dana muss gleich mit einem Drachen spielen.Zeit fĂŒr Mittagessen.Kaffeepause: Ăberall gibt es kleine Eiskaffee-StĂ€nde Linksverkehr geht erstaunlich gut.
Das Gute an einer Radreise war fĂŒr uns bisher, dass wir ganz smooth von einem Land ins andere reisten. WĂ€hrend des Fahrens sahen wir, wie sich die Landschaft StĂŒck fĂŒr StĂŒck Ă€nderte, aber auch den Wandel von Kultur und Menschen konnten wir in kleinen Portionen verdauen.
Und nun hat der lange Flug von Georgien nach Thailand also nicht nur einen Jetlag mit sich gebracht, sondern uns auch ungewohnt unsanft 8.000 km weiter in eine völlig neue Weltregion geschleudert.
Dennoch waren wir schnell begeistert. Denn neben unserem Hotel in Bangkok befand sich unweit die âHappy Streetâ, auf der wir uns jeden Tag mindestens drei mal an diversen StreetfoodstĂ€nden mit Köstlichkeiten eindeckten. Es war nicht einfach herauszufinden, was wir da eigentlich bestellten oder aĂen, aber meistens war es sehr lecker ⊠oft allerdings auch sehr, sehr scharf.đ¶ïžđ„”
So viele sĂŒĂe Leckereien.In der âHappy Streetâ gibt es alles, …… um uns happy zu machen.
Da unser GepĂ€ck und unsere RĂ€der nicht sofort mit unserem Flug ankamen, verbrachten wir unsere erste Zeit in Thailand etwas nervös. Unser GepĂ€ck tauchte zum GlĂŒck schnell auf, aber unsere geliebten RĂ€der blieben verschollen. Und tatsĂ€chlich kamen sie erst nach 4 Tagen, abends um 22 Uhr an. Weil wir am nĂ€chsten Tag unser Hotel verlassen mussten, machten wir uns also ans nĂ€chtliche Zusammenbauen unserer Bikes. Und es kam, wie es kommen musste⊠wir benutzen tatsĂ€chlich das erste mal unsere Luftpumpe (ja, wir hatten bisher nie einen Platten!) und zerstörten dabei Danas Französisches Ventil. đ Entsetzt stellten wir fest, dass wir zwar 2 ErsatzschlĂ€uche fĂŒr Ankes Rad, aber keinen passenden fĂŒr Danas dabei hatten (Anke hat die viel praktischeren Autoventile). Welche Schmach! Wir haben so viele Ersatzteile, aber nicht den passenden Schlauch fĂŒr Danas Felge.
Am Ende haben wir auch dieses Hindernis schnell gelöst und konnten schlieĂlich mit einem neu erworbenen Schlauch (No Problem in Bangkok) unsere SĂŒdostasien Tour beginnen.
Sightseeing in Bangkok.Mit dem Boot geht’s am schnellsten durch die Mega-Metropole.Der liegende Buddha…… in Wat Pho.Blick vom Wat Saket (dem Goldenen Berg).
Start in Thailand â Bis zu den Dinos
Nach Georgien empfanden wir den bangkoker Verkehr regelrecht erholsam. Ja, wirklich. Selbst der Linksverkehr war uns lieber, als das penetrante georgische GedrĂ€nge. Unser Weg Richtung Kambodscha fĂŒhrte uns fröhlich ĂŒber groĂe und kleine StraĂen. Super Asphalt, keine Schlaglöcher, an der Seite meist ein Seitenstreifen fĂŒr Mopeds und FahrrĂ€der und das Beste: niemand drĂ€ngelt, alle sind rĂŒcksichtsvoll. Warum ist der StraĂenverkehr in Thailand so friedlich? Was ist das Geheimnis? Selbst nach Starkregen gaben die Autofahrer sich MĂŒhe langsam an uns vorbeizufahren, um uns nicht das PfĂŒtzenwasser, um die Beine zu spritzen. Wow!
Das neue Klima in der Ferne bringt nun auch einen neuen Rythmus mit sich. Es wird einfach wahnsinnig schnell dunkel. Punkt 6 Uhr ist es finster. Wenn wir unser Zelt noch vor der MĂŒckenstechzeit – also der DĂ€mmerung aufbauen wollten, kĂ€men wir ganz schön in Zeitstress, denn neben der Zeltplatzsuche und dem Aufbau kommt immer noch die Wasserbesorgung hinzu (zum Trinken und Waschen). Alles in allem brauchen wir dafĂŒr mindestens eine Stunde. Da die Preise von kleinen GĂ€stehĂ€usern und privaten Hotels relativ gĂŒnstig sind, haben wir schnell angefangen, uns diesen Luxus zu gönnen. Und bei den Temperaturen geniessen wir eine Dusche am Abend doppelt. Einmal sind wir in Thailand per Zufall auf einem tollen Campingplatz gestoĂen und dabei stellten wir einmal mehr fest, wie sehr wir unser Zelt ins Herz geschlossen haben⊠besonders wenn eine Dusche in der NĂ€he ist. đ
Was fĂŒr ein toller Campingplatz.Da bleibt sogar noch Zeit zum Entspannen.
In Pattaya am Meer gönnten wir uns bereits nach 2 Tagen radeln ein Hotel mit Riesenpool, weil das unter anderem auf Ankes Geburtstagswunschliste stand. Zum Geburtstagswochenende hatte Anke sowieso einige WĂŒnsche frei: Ganz oben stand (neben dem Pool) ein Dino-Park. Offiziell eigentlich ein botanischer Garten, aber die meisten Besucher:innen sind wohl – wie wir – weniger der Pflanzen wegen gekommen, sondern um die vielen Figuren, die den Park bevölkern, zu bewundern. Lange strolchten wir durch die riesigen Urzeitechsen. Anke hatte als Vorbereitung im Flugzeug extra noch den neuesten âJurassic Worldâ Film gesehen. Fun Fact: Die Legende des Botanischen Gartens besagt, dass einst nur ein Triceratops im Kakteenbereich stand und bei dem – oh Wunder – alle Besucher:innen ewig verweilten (anstatt die Kakteen zu bestaunen) und so wurden nach und nach neue Dinos angeschafft. Heute zieren den Park 814 Uhrzeittiere aus 230 Spezies.
Ob Anke zu viel âJurassic Worldâ gesehen hat?Aber Dana kann auch gut brĂŒllen.Ein paar Pflanzen gab es zwischen all den Dinos, schon zu sehen.Anke schreckt vor nix zurĂŒck.Nun ja, …… wir hatten SpaĂ.
Nach all dem tierischen SpaĂ, ging es abends zum Geburtstagsdinner mit Sushi – auch ein Wunsch des Geburtstagskindes. So lĂ€sst es sich doch schön Ă€lter werden: Pool, Dinos und Sushi.
Und natĂŒrlich durfte auch eine Massage nicht fehlen, die wird in Thailand schlieĂlich ĂŒberall angeboten. Das ist ja nun wirklich das Paradies fĂŒr Radreisende: Die mĂŒden Muskeln und den geschundenen Körper verwöhnen lassen. Allerdings haben es die Massagen auch in sich. Sehr oft mussten wir an das KĂ€nguru (von Marc-Uwe Kling) denken, das von der GeschĂ€ftsidee, Leute fĂŒr Geld zu verprĂŒgeln, ganz angetan war. Denn nach einer Stunde Gefalte und Verrenkungen fĂŒhlten wir uns definitiv nicht mehr sicher auf den Beinen. Und den Part mit den Druckpunkten an GedĂ€rmen und Blase machen wir bestimmt nicht noch mal.đ«
Alles in allem haben wir unsere ersten zwei Wochen Thailand sehr genossen. Wir fuhren am Meer Richtung Kambodscha, hatten schöne Ăbernachtungen, easy Verkehr und leckeres Essen. Bereits jetzt freuen wir uns, nach Laos ein weiteres Mal hier durchzuradeln.
Kambodscha â Radeln bei den Khmer
Bevor wir nach Kambodscha fuhren, checkten wir ein letztes Mal die Reisehinweise des AuswĂ€rtigen Amtes und da steht doch tatsĂ€chlich: âStraĂen sind mit wenigen Ausnahmen in schlechtem Zustand. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad wird aus GrĂŒnden der Verkehrssicherheit abgeraten ⊠â Na toll. Wir wollten da trotzdem durch.
Mit dem Zustand der StraĂen hat es zumindest im SĂŒden des Landes nicht ganz unrecht. Kaum hatten wir die Grenze ĂŒberquert, wechselte die Fahrbahn alle 300 m von gut asphaltiert, ĂŒber Schotterpiste, bis hin zu tiefen Schlaglöchern etc. in einem wilden, nicht nachvollziehbaren Flickenteppich. Wie konnte das geschehen? Wird hier immer nur ein paar Meter die StraĂe gebaut? Anfangs war der Verkehr noch sehr ruhig, doch je nĂ€her wir der Hauptstadt Phom Penh kamen, desto mehr Lastwagen und Baufahrzeuge kamen hinzu. Ein riesiges Problem fĂŒr uns: Nicht nur der Zustand der Wege, sondern der damit einhergehende Staub an manchen Stellen. Abends waren wir – dank der traumhaften Kombi aus SchweiĂ und kontinuierlichem Staub – immer schön einpaniert und selbst in den ZĂ€hnen knirschte es. Zum GlĂŒck gab es immer Duschen, auch wenn sie meist kalt waren.
Posen am GrenzĂŒbergang. Eine netter Bungalow zum Ăbernachten fĂŒr uns.Die StraĂe des Grauens.Ganz schön staubig.
Auch das tĂ€gliche Essen wurde herausfordernder. Zwar haben die kleinen Kantinen am StraĂenrand oft diverse Töpfe aufgereiht, in die wir vor der Bestellung reinschauen konnten, dennoch war es fĂŒr uns nicht immer ersichtlich, was wir da eigentlich aĂen, auch wenn es oft lecker war. Dennoch stocherten wir öfters in unserem Essen herum und waren heilfroh, wenn ein Hund oder eine Katze in der NĂ€he herumlungerten, denen wir Innereien oder KnorpelstĂŒckchen zuwerfen konnten (aber auch die wollten nicht immer unsere Reste đ€). Aber immerhin fanden wir heraus, dass ein Mahl, das hauptsĂ€chlich aus gehacktem Ingwer bestand, fĂŒr uns ganz lecker war.
Das Ingwer-Gericht aus den Töpfen war oft die Rettung.Sonst gab es oft Allerlei aus dem Topf.Manchmal rettete sich Anke mit einem gekochtem Ei zwischendurch.Und wieder Ingwer (re.).
Ausgehungert in Phon Penh
Als wir nach einer Woche endlich in Phnom Penh ankamen, haben wir uns in der groĂen Stadt wie die Ausgehungerten auf jedes Restaurant (mit englischer Speisekarte) gestĂŒrzt. Wow, die Woche in Kambodschas sehr abgelegenen SĂŒden, scheint ordentlich an unseren Knochen genagt zu haben, ohne dass wir es so richtig bemerkt hatten. Unser GlĂŒck endlich wieder vor definierbaren Essen zu sitzen, war unendlich groĂ. Unser Geldbeutel hat dabei zwar ordentlich gelitten, aber es tat unheimlich gut, denn wenn man weiĂ, was man bestellt ist die kambodschanische KĂŒche eigentlich ganz lecker. Sie liegt irgendwo zwischen vietnamesisch, chinesisch, laotische, thailĂ€ndisch und (wegen der Kolonialgeschichte) auch mit EinflĂŒssen aus Frankreich (Baguette und Croissants).
Nachts schlendern wir durch Phnom Penh.Balkan-Beats in der Rooftop-Bar.Drag Show in der Homo-Bar.
Letztlich war die Hauptstadt fĂŒr uns eine emotionale Herausforderung. AuffĂ€llig waren die vielen Ă€lteren, alleinreisenden MĂ€nner, die wir ĂŒberall sahen. Als wir eigentlich einen lustigen Abend in einer Schwulenbar verbringen wollten und uns ĂŒber die Drag-Show freuten, war der Anblick von blutjungen Jungs, die sich an die Ă60-MĂ€nner schmiegten, irgendwie nicht mehr so heiter. Genauso wenig wie die Vorstellung, dass in den âHeteroâ-Bars und Clubs ja genau das Gleiche mit den jungen kambodschanischen MĂ€dchen vor sich ging. Unsere Internet-Recherche dazu war deprimierend. Die Suche nach âProstitution in Kambodschaâ brachte von 5 EintrĂ€gen einen seriösen Artikel (!!!) ĂŒber die Situation im Land. Die anderen 4 waren Reiseblogs von westlichen MĂ€nnern, die sich gegenseitig Tipps gaben, welche Codewords man bei der Massage benutzen muss, um zum âHappy Endâ zu gelangen, ebenso wo man besonders kleine und junge Opfer finden kann. Uns ist das doch deutlich aufs GemĂŒt geschlagen. Auch der Ausflug auf eine Rooftopbar im 32. Stock, konnten wir nur teilweise genieĂen. Die aufgetakelten Expads und Touristen, die in einer völligen Parallelwelt fernab der zum gröĂten Teil armen Bevölkerung feierten und ĂŒberteuerte Cocktails tranken, ĂŒberforderten uns. Auch wenn wir das Balkanbeatskonzert in seiner AbsurditĂ€t an diesem Ort dann doch irgendwie genossen.
Immer wenn wir ein neues Land befahren, suchen wir uns Podcasts ĂŒber die Geschichte und Politik des Landes heraus. So hörten wir auf dem Weg nach Phnom Penh auch viele eindrĂŒckliche Berichte zu den Khmer Rouge. Und natĂŒrlich redeten wir viel ĂŒber das Gehörte. Als wir dann in der Hauptstadt ankamen, merkten wir schnell, dass uns diesmal die Kraft fehlte, uns die Killing Fields oder FoltergefĂ€ngnisse anzugucken.
Auf nach nach Angkor Wat
Nach 3 Tagen Hauptstadt, stiegen wir schlieĂlich frisch gestĂ€rkt auf die RĂ€der Richtung Siem Reap. Uff, welche Erleichterung. Der Weg zwischen den beiden gröĂten StĂ€dten des Landes war sehr viel besser ausgebaut. Die StraĂe komplett asphaltiert! Juhu! Mit weniger Kraftverbrauch ging es schneller voran und auch der Staub blieb fern. Obendrein wurde das Essen fĂŒr uns deutlich besser, so dass wir wesentlich weniger erschöpft nach 5 Tagen und 330 Kilometern in Siem Reap ankamen. Auf den Ohren wĂ€hrend der Fahrt diesmal, alles ĂŒber das untergegangene alte Khmer-Reich. Wir versuchten auch Lara Croft als Vorbereitung zu sehen, da einige Szenen in Angkor gedreht wurden (im Tempel Ta Prohm). Nur haben wir es nie geschafft, den Film zu Ende zu sehen (vielleicht sind Hollywood Blockbuster nicht die beste Recherche đ€Ș). Einfach nur wahnsinnig gut auszusehen und alles niederzuballern, war uns dann doch zu wenig Handlung.
Dennoch waren wir aufgeregt Angkor Wat endlich zu sehen, vor allem weil Dana auch noch Geburtstag hatte und sage und schreibe 40 wurde. Und das zelebrierten wir in der berĂŒhmten Ruinenstadt.
Als UNESCO-Kulturerbe ist die riesige Tempelanlage wirklich eine SehenswĂŒrdigkeit der Superlative. So ist Angkor Wat der gröĂte Tempel der Welt. Dabei hat der Bau gerade mal 28 Jahre gedauert⊠Und wir reden hier ĂŒber das frĂŒhe 12. Jhd.
Angkor (die Hauptstadt des Khmer Reiches) war die gröĂte vorindustrielle Siedlung der Welt – mit knapp einer Millionen Einwohner:innen (Zum Vergleich: 1150 lebten in Paris schĂ€tzungsweise gerade mal 50.000 Menschen). Es gibt (neben dem in der heutigen Landesflagge abgebildeten Angor Wat) ĂŒber 1.000 weitere Tempel, wobei viele hinduistisch waren, obwohl spĂ€ter auch buddhistische Könige auf dem Thron saĂen, die teilweise alte Tempel umwidmeten, aber auch neue errichteten.
Der Blick ĂŒber Angkor Wat.Hach, die Natur.Tag 1: Mit Guide.Tag 2: Allein mit dem Rad.Kannten die alten Khmer etwa Dinos?
Aber nicht nur die Tempelbauten zeugen von der damaligen Baukunst. Auch das komplexe Wassermanagement mit GrÀben, KanÀlen und riesigen Wasserauffangbecken zeigen, wie komplex die riesige Stadt damals schon war. Statt einer einzigen Reisernte konnte so bis zu dreimal im Jahr geerntet werden.
Am ersten Tag buchten wir eine Tour und bekamen ein Tuk-Tuk mit Fahrer und einen persönlichen Guide den ganzen Tag nur fĂŒr uns. Ganze 9 Stunden erkundeten wir diverse Tempel, stromerten durch ĂŒberwucherte Mauern und bewunderten detailreiche Fresken. Dabei hatten wir gerade mal die kleine Runde absolviert. Also erkundeten wir am zweiten Tag weitere Tempel auf eigene Faust per Fahrrad. Die Fotos stehen fĂŒr sich: es war schlicht fantastisch und beeindruckend.
Massentourismus in Zeiten von Corona
Als wir den Donauradweg im Hochsommer radelten und uns oft mutterseelenallein auf CampingplĂ€tzen wiederfanden, rĂ€tselten wir noch, ob das wirklich alles mit Corona zu tun hat. In Angkor ist es nun erschreckend deutlich fĂŒr uns geworden, wie krass der Tourismus weiterhin eingestĂŒrzt ist. Zur Zeit werden circa 35 Prozent der Tickets in Angkor verkauft, im Vergleich zu vor Corona. Die groĂen Hotelketten haben teilweise immer noch komplett geschlossen oder nur eine Etage geöffnet. FĂŒr uns ist das natĂŒrlich Wahnsinn. Wir waren in einigen Ruinen auch mal alleine und selbst in den bekannteren Tempeln war kaum etwas los. FĂŒr die Bevölkerung ein Desaster. Viele haben wĂ€hrend des Lockdowns die Stadt verlassen und sind beispielsweise auf die Farmen von Verwandten gegangen. Aktuell sind es vor allem die chinesischen Besucher:innen, die fehlen. 2019 machten diese 40 Prozent der auslĂ€ndischen TicketverkĂ€ufe aus. Unser Guide meinte, es kommen jetzt vor allem junge Touristen. Wir haben das als Backpacker und Reisende wie uns ĂŒbersetzt, die nicht das ganz groĂe Geld in die Kassen spĂŒlen.
Wir haben allerdings unser Bestes getan, und sind das erste Mal auf unserer Reise auf einem Markt schwach geworden und haben uns mit diversen Hosen und Hemden eingedeckt. Unter anderem auch, weil wir lange Sachen zum Radeln brauchten. Die Sonne brennt hier so erbarmungslos, dass Beine, Hals und Nacken anfingen unschöne Blasen zu werfen. Aber ehrlich gesagt, wurde ein GroĂteil der Klamotten aus dem einfachen profanen Grund gekauft: âOh das sind ja schöne Farben und Muster.â
Ăbrigens wurde in Siem Reap die Zeit des Lockdowns gut genutzt und beispielsweise StraĂen asphaltiert, Gehwege gebaut, aber auch in ein neues Abwassersystem investiert. Wenn alle Touris weg sind lassen sich ja wunderbar die StraĂen aufreiĂen.
Zelten am Tempel.Danas neues Lieblingsessen: Frittierte Banane.
Der Weg nach Laos verlief zum Jahresende relativ ereignislos. Wir genossen unser neues langĂ€rmliges und auch langbeiniges Reiseoutfit, das uns vor den brennenden Sonnenstrahlen schĂŒtzte. Nur der Mund litt nach wie vor sehr (auch die Lippen können verbrennen). Letztlich haben wir es in Kambodscha einmal geschafft zu campen – auf einem GelĂ€nde einer buddhistischen Schule. Sehr zur Freude der kleinen buddhistischen SchĂŒler.
Kambodscha war ein ganz schöner Ritt. Von 21 Tagen im Land sind wir 16 Tage geradelt und haben dabei insgesamt 1.070 km zurĂŒckgelegt. Puh. Kein Wunder, dass wir am Ende ganz schön erschöpft waren. In Laos wollen wir es etwas ruhiger angehen âŠ
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstĂŒtzen? Wir freuen uns ĂŒber jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Wir haben umgesattelt! đ€Ș Okay, okay nur 4 Tage, aber das war eine fantastische Erfahrung mit satten 60 km/h durch die laotische Landschaft zu knattern.â°ïžđ”đŽ
Dana fand es sehr cool mit Motor unterm Hintern.Sogar ĂŒber den Mekong ging es mit dem Moped.Mit Motor ist es einfacher ĂŒber die Berge.
Letzte Woche sind wir erst mit dem Rad entlang des Mekong bis in die drittgröĂte Stadt des Landes gestrampelt – Pakse. Kaum angekommen, rannten wir (wie viele andere europĂ€ische Touris) in einen Mopedverleih.
Von Pakse fĂŒhrte uns die kleine halbautomatische Honda rund 350 km ins Bolaven-Plateau. Die bis zu 1.200 Meter hoch gelegene Ebene ist nicht nur landschaftlich ein absolutes Highlight, sondern auch fĂŒr den florierenden Kaffeeanbau bekannt. Fun Fact: Oft wird Kaffee aus dieser Region in Europa als vietnamesischer Kaffee verkauft. đ§
Arabica, Robusta oder doch Liberica?Die frische Kaffeekirsche schmeckt eher sĂŒĂlich. Mitten in der Agroforstwirtschaft: Neben Kaffee … … wird auch Maniok angebaut …… und Bananen, Mango oder ErdnĂŒsse.Anke checkt die getrockneten Bohnen.Noch eine letzte HĂŒlle entfernen, bevor die Bohne endlich geröstet wird.
Und noch eine erschĂŒtternde Superlative: Im Vietnamkrieg war diese Region eine der am stĂ€rksten bombardierten von den USA, da hier der Ho-Chi-Minh-Pfad (Versorgungsroute) hindurch fĂŒhrte, so wurden fast alle Ortschaften komplett zerstört. Heute geben lokale Landwirte FĂŒhrungen ĂŒber ihre Agroforst-Kaffeeplantagen und versteckte pittoreske WasserfĂ€lle laden zu Erkundungstouren in das 10.000 kmÂČ Gebiet ein.
Lesben, die auf WasserfÀlle starren.Ganz versteckt: Tad Tayicseua.Der höchste Wasserfall Laos (120 m): Tad Fane Der Blick in der Kaffeepause.Tad Hang.
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstĂŒtzen? Wir freuen uns ĂŒber jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Happy New Year! đđ”ââïžđ”đ Wow, fĂŒr uns ist ein unglaubliches Jahr zu Ende gegangen. Am 20.1.2022 begann unsere fantastische Reise. Sie fĂŒhrte uns satte 9.282 km durch Europa und Asien.
Ein Jahr Weltreise in Bildern:
Auch wenn noch weitere Monate auf uns warten, haben wir zum Jahresende mal eine kleine Statistik erstellt:
Was alles so kaputt ging:
AuĂerdem aĂen wir schĂ€tzungsweise 24 kg Haferflocken zum FrĂŒhstĂŒck đŸđ„Ł und hatten unzĂ€hlige nette Begegnungen mit anderen Reisenden und Locals.
Wir sind unglaublich dankbar fĂŒr die unterstĂŒtzenden Spenden und jede Hilfe, die wir unterwegs erhalten haben. Wir hatten so viele interessante GesprĂ€che, bekamen immer wieder Tipps von Anwohner:innen und fast tĂ€glich haben uns Passant:innen (ob groĂ oder klein) freudig zugewunken. đđ»đđŒđđœââïžđđŸââïžđđżââïžđđżââïž
Unsere bisherige Route:
Die meisten Höhenmeter waren mit ca. 10.000m in Montenegro.In der TĂŒrkei nahmen wir dann auch mal den Bus.Auch in Asien liegen bereits 1.560 km hinter uns.
Es ist unfassbar fĂŒr uns, dass wir in der ganzen Zeit nur zwei sehr harmlose, unangenehme Begegnung hatten. Obwohl wir so viele Stunden auf der StraĂe verbrachten und nĂ€chtelang allein im Freien schliefen. Es macht uns Mut, in all den LĂ€ndern so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit erlebt zu haben, unabhĂ€ngig von vorherrschender Politik, verbreiteter Religion oder aktuellen Krisen. Vielen Dank an euch, an alle UnterstĂŒtzer:innen! Wir wĂŒnschen ein mutmachendes Neues Jahr. đđđïžÂ
So schlenderten wir bereits bei strahlendem Sonnenschein ĂŒber unsere kleine Insel Don Khon, staunten ĂŒber die Stromschnellen und WasserfĂ€lle, genossen Weihnachtscocktails und kitschige SonnenuntergĂ€nge.
Merry X-Mas.Ăberfahrt nach Don Khon.Wir sind so begeistert, da muss sich Anke sogar selbst die Landschaft erklĂ€ren.
Der Weg von Siem Reap nach Laos hat uns ganz schön Kraft gekostet – staubige StraĂen, wenig Infrastruktur und die dritte Woche mit tĂ€glich ĂŒber 70 km.
Zum Schluss wurde es wieder staubig in Kambodscha.FĂŒr die Motivation: Die tĂ€gliche Portion Eiskaffee.Mittag am StraĂenrand.Na dann: Mahlzeit!Pause im Minimarkt – Hauptsache Schatten.Noch ein letzter Kaffee vor der Grenze.Tuk Tuk mit Haushaltswaren.Typisches Stelzenhaus.Und, was ist das? Schnaps, Benzin oder Limo?
Aber zum GlĂŒck ist gerade Heu- und Maniok-Ernte. So konnten wir uns ab und zu an einen kleinen Traktor hĂ€ngen und uns ganz entspannt ziehen lassen. đ đŽââïžđŽââïž Jetzt ist jedenfalls erstmal Relaxen auf den Mekong-Inseln angesagt.đ§đ§ââïž
Maniok-Zeit.Ăblicher Traktor.Zum Trocknen landet der Maniok auch mal am StraĂenrand.20km/h, dank netter Landwirte.
Angkor Wat! đ€Ż Was fĂŒr spektakulĂ€re Tempel. Wir haben letzte Woche ordentlich Gas gegeben, um endlich Angkor Wat zu erreichen. Die Region Angkor (in der NĂ€he von Siem Reap) bietet viele fantastische Ruinen aus dem alten Khmer Reich (9. bis 15. Jhd.).
Da hatten wir wohl noch Lara Croft im Kopf.Angkor Wat – Wahrzeichen der Khmer.Mit Guide durch die Geschichte Kambodschas.
Zur Vorbereitung haben wir nicht nur einige Podcasts gehört, sondern auch den alten âTomb Raiderâ Film (2001) mit Angelina Jolie als Lara Croft geschaut, die wild in Ta Prohm wĂŒtet. Wir dagegen waren in diesem buddhistischen Tempel aus dem spĂ€ten 12. Jhd. ganz verblĂŒfft von der Kraft der Natur. Denn hier erobern mittlerweile riesige BĂ€ume mit Brettwurzeln die Hinterlassenschaften alter Zivilisationen zurĂŒck.
Tag Sim – ganz versteckt.Ta Prohm: Die Natur gewinnt.Anke erkannte die Brettwurzeln sofort.
Ganze zwei Tage zogen wir durch die zahlreichen Tempelanlagen. Staunten ĂŒber alte Zivilisationen, ausgeklĂŒgelte BewĂ€sserungssysteme und detailreiche BaukĂŒnste. Sogar den Sonnenuntergang konnten wir von Phnom Bakheng genieĂen.
Zum Sonnenuntergang trafen sich dann doch viele Touris.FĂŒhrung durch die Anlagen…… am ersten Tag mit Tuk Tuk.Danach ohne Begleitung mit Rad.
Obendrein ist in dieser (Post)-Pandemie-Zeit der Tourismus in Kambodscha noch immer sehr verhalten (es fehlen unter anderem die Massen aus China), so dass wir teilweise in kleineren Tempeln ganz alleine die Stille genossen. Wahnsinn! Was fĂŒr eine wunderbare Erfahrung! đ
Und zum Schluss noch ein paar Posen. đ Ergab sich irgendwie…
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstĂŒtzen? Wir freuen uns ĂŒber jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Puh. Das war anstrengend. 6 Tage strampelten wir von der Grenze Kambodschas bis nach Phnom Penh. đ°đ Ăber staubige StraĂen, vorbei an beeindruckenden Tempelanlagen und Mitten durchs abgelegene Land – weit weg von anderen Reisenden. Wir wagten uns an allerlei Local Food und erhielten einige (nicht immer genieĂbare) Ăberraschungen.đœđđ„ Dank der Cholera-Impfung (der absolute Geheimtipp gegen Verdauungsprobleme) vertragen wir bisher sogar unsere tĂ€gliche Portion Eiskaffee vom StraĂenrand und das Omelett mit MeeresfrĂŒchten zum Abendessen.
So viel frisches Obst.Was das wohl ist?Eiskaffee am StraĂenrand.Frische Ananas im Minimarkt. Lecker!Endlich mal vegetarisch.Und abends in eine kleine Pension.Mittagspause. Was es heute wohl gibt?
Umso glĂŒcklicher kamen wir in der Hauptstadt an und stolperten so gleich freudestrahlend in eine Homo-Bar. Cocktails, schwule MĂ€nner (weit und breit keine Lesbe zu sehenđ€) und sogar eine wilde Drag Show. đđObendrein stĂŒrzten wir uns gierig in die GroĂstadt-Restaurants mit englischsprachigen Karten und internationalen Leckereien.đ„đ
Ăthiopische KĂŒche in Phnom Penh.Mh. Nudeln und Tofu.In der Homo-Bar.Phnom Penh bei Nacht.
Kambodscha ist fĂŒr uns verwirrend, berĂŒhrend und gleichzeitig total beeindruckend. Wir beschĂ€ftigen uns viel mit der grausamen Geschichte der Rote Khmer, beobachteten in Phnom Penh argwöhnisch die vielen alten, weiĂen MĂ€nner in Bars mit jungen einheimischen Frauen (oder MĂ€nnern) an ihrer Seite. Und staunten auf dem Land ĂŒber die von BĂ€umen ĂŒberwucherten, detailreich verzierten Tempelruinen.Â
Ups. Da haben unsere RĂ€der Besuch.
Und nun kĂŒmmern wir uns um unsere RĂ€der, bevor wir morgen ein wenig erholt Richtung Angkor Wat aufbrechen.
Was fĂŒr eine Erfahrung. Thailand hat uns total ĂŒberrascht. đđ Vor dem Abflug aus Georgien fragten wir uns: Wie wird es wohl?
Die Antwort: GroĂartig! Das Fahren ist einfach entspannt. Zwar schwitzen wir bei kontinuierlichen 30 Grad ganz schön (unfassbar wie viel FlĂŒssigkeit wir so verlieren können đ„”), aber in keinem bisherigen Land haben wir uns so sicher gefĂŒhlt – auch im StraĂenverkehr!
Willkommen im Paradies.Auf der âBike Lineâ ist wirklich genug Platz fĂŒr uns.
War Georgien das Land des Hupens und DrĂ€ngelns, ist Thailand das Land des Bremsens und der RĂŒcksicht. Egal wie doof wir auf einer SchnellstraĂe rumeiern, es wird fast nie gehupt. AuĂerdem gibt es auf groĂen StraĂen extra eine âBike Lineâ fĂŒr Mopeds und RĂ€der.
Nicht mehr weit bis Kambodscha.
Obendrein gönnen wir uns jeden Tag frisches Streetfood und tropische FrĂŒchte. Und abends können wir sogar gĂŒnstig in einem kleinen Hotel schlafen, da mĂŒssen wir uns nicht vor den groĂen Schlangen fĂŒrchten. Alles in Allem ist Thailand fĂŒr uns das optimale Rad-Reiseland, gerade fĂŒr Frauen. đŽââïžđŽđŽââïžđïž
Heute ĂŒberqueren wir die Grenze nach Kambodscha, aber in knapp 2 Monaten kommen wir zurĂŒck und entdecken dann auch den Norden.
Kaffeepause…… am Strand.Fast in Kambodscha.
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstĂŒtzen? Wir freuen uns ĂŒber jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Georgien war eines der LĂ€nder, die wir in unserer ursprĂŒnglichen Planung gern besucht hĂ€tten, aber einfach nicht in die alte Route passten. Aber nun ist Georgien zu unserem perfekten Sprungbrett nach Asien geworden. Das Land hat nur 3,7 Mio. Einwohner:innen (das sind ziemlich genauso viele Menschen wie allein in Berlin leben), fast jeder Dritte davon lebt in der Hauptstadt Tifilis. Insgesamt ist der eurasische Staat sehr klein – gerade mal so groĂ wie Bayern. Hinzu kommt, dass mehrere Landesteile sich der Kontrolle der Georgischen Regierung entziehen und eine eigene Regierung stellen, die unter dem Protektorat russischer Truppen steht â die autonomen Republiken Abchasien und SĂŒdossetien.
Durch den Krieg gegen die Ukraine, kommen sehr viele Russen und Russinnen in das kleine Land. SchĂ€tzungen (des ZDF zu Folge) kamen seit Beginn des Krieges ĂŒber 300.000 Menschen aus Russland. Die Georgier:innen sind darauf gar nicht immer so gut zu sprechen. Sie fĂŒhlen sich mit der Ukraine verbunden und haben sogar eine Ukrainisch-Georgische Flagge als SolidaritĂ€tsbekundung kreiert. Viele, die kommen, gehören eher zu einer wohlhabenden russischen Schicht, was sich schon in gestiegenen Mietpreisen in Tifilis bemerkbar macht.
Der Kaukasus.Eine Variante der solidarischen Fahne.So schön grĂŒn kann Georgien sein…… oder auch so weitlĂ€ufig.
Nach 11 Wochen TĂŒrkei, die uns wirklich ĂŒberzeugt hat, haben wir uns dennoch auf das neue Land gefreut. Absolut erwĂ€hnenswert ist die georgische KĂŒche – nun gut, das gilt fĂŒr diejenigen, die Koriander mögen. Speisen wie die Pkhali (bestehend aus Spinat-Walnuss-Paste), gefĂŒllten Auberginen, Khinkalis (gefĂŒllte Teigtasche), Chatschapuri (mit KĂ€se oder Bohnen gefĂŒlltes frisches Brot) ⊠schwĂ€rm.
Und nach der TĂŒrkei, wo es nicht so verbreitet war, Alkohol zu trinken, haben wir uns doch sehr gefreut, in eine der Ă€ltesten Weinregionen der Welt zu kommen. Wer die Möglichkeit hat, dem empfehlen wir sehr, mal ein georgisches Restaurant auszuprobieren oder gleich einen Urlaub zu buchen.
WalnusssoĂe.Chatschapuri (li.) und Pkhali… Mh…Unscheinbar und lecker: Khinkali.Ganz schön sĂŒĂ.NĂŒsse im Fruchtsaftmantel – Tschurtschkhela.
Vom Fahrstil her erinnerte uns Georgien sehr an Albanien. Es gab wenig, bis kein Erbarmen fĂŒr uns. Wild hupend wurden wir viel zu nah ĂŒberholt. Die Autos untereinander ĂŒberholten sich, indem sie gnadenlos in den Gegenverkehr mit Lichthupe fuhren, so dass wir nur beim Zugucken einen Herzkasper bekamen. Der einzige Unterschied: in Albanien wĂ€ren wir von einer hochglanzpolierten Luxuskarosse umgenietet worden, in Georgien von einer verbeulten Karre ohne Spoiler oder Heck â die hat es nĂ€mlich schon bei einem vorherigen Unfall verloren. FĂŒr uns wirkten die ganzen fahrenden Wracks, als wĂ€re der StraĂenverkehr eine einzige Autoscooter-Schlacht.
Von Batumi nach Kutaissi
Doch frisch im Land angekommen, hĂŒteten wir zunĂ€chst in Batumi vor allem das Bett. Da Anke erstmal von ihrer OhrenentzĂŒndung genesen musste und auch Dana einfach mal von tĂŒrkischen Feldwegen und dem Regen ausspannen wollte.
Dabei liegt Batumi gerade mal 30 km von der tĂŒrkischen Grenze entfernt und ist bei TĂŒrken sehr beliebt. Denn in der muslimischen TĂŒrkei ist GlĂŒcksspiel und Trinken in der Ăffentlichkeit verboten, im Gegensatz zum christlich orthodoxen Georgien. So besteht die KĂŒstenstadt nicht nur aus vielen Casinos, sondern auch aus reichlich Wechselstuben.
Von der KĂŒste ging es fĂŒr uns ĂŒber Poti weiter ins Landesinnere, Richtung Kutaissi. Die Landschaft war wunderbar saftig grĂŒn. Die Berge – links der Kaukasus, rechts der Rand des Armenischen Hochlands – begleiteten uns. Und all die Tiere, die die Georgier:innen im Allgmeinen so halten, wuselten neben oder auch auf der StraĂe umher. KĂŒhe, Schweine und GeflĂŒgel rannten einfach frei rum, auch auf groĂen StraĂen. Wie da alle ihr Vieh wiederfinden, hat sich uns mal wieder nicht erschlossen.
Batumi.
Und dann wartete ein kleines Highlight auf uns: Unsere Freunde Arne und Soehnke hatten sich wieder angekĂŒndigt (ihr bereits dritter Besuch auf unserer Reise). DafĂŒr dĂŒsten wir mit dem Zug von Kutaissi nach Tiflis, eine Strecke, die wir eigentlich radeln wollten. Doch auch der lĂ€ndliche Zug ist ein kleines Ereignis. Am Bahnhof gab es scheinbar gerade kein Internet, also bastelten drei Bahnangestellte liebevoll unsere Tickets, schnippelten interessante Formen hinein, beschrifteten sie handschriftlich. Der Schaffner persönlich schloss unsere RĂ€der im letzten Gang ein und brachte uns zum Platz. Ganze 5 Stunden brauchte die unterkĂŒhlte Bahn fĂŒr gerade mal 230 km. Im Zug bekamen wir noch eine handschriftliche Quittung, die wir ordentlich unterschreiben mussten. So schön ist BĂŒrokratie in der Bahn.
Wichtig! Die Quittung.Jeah. Zugfahren.
Tifilis – Arne und Soehnke
Aber es hat sich gelohnt. Das Wochenende als 4er-Gang war Entspannung pur. Nicht nur hatten wir ein wunderbar warmes und sauberes Appartment (Danke ihr beiden!!!), wir besuchten zudem ein Schwefelbad, probierten die StraĂenhunde mit einer alten Wurst zu fĂŒttern, zockten Trinkspiele â Danas Highlight: Als Soehnke mit britischen Akzent nur noch in Reimen sprechen musste (er ist ein Naturtalent) â, malten kreative BilderrĂ€tsel und haben uns durch unzĂ€hlige Restaurants gefuttert. Und die Beiden versorgten uns wieder mit neuer Technik. Halleluja!Â
Juhu. Endlich wieder Besuch.Zocken bei Nacht.âWandernâ am Tag.âDschinni mit heftigen Bauchmuskelnâ by S. Wagner.
Gori: Das skurrilste Museum der Welt â Das Stalinmuseum
Nach 4 Tagen âFriendsâ beschlossen wir, den ĂŒbersprungenen Weg von Kutaissi nach Tiflis einfach rĂŒckwĂ€rts zu radeln. Und da lag auf der Strecke das StĂ€dtchen Gori. Oh wow, was fĂŒr ein Erlebnis. In Gori – Stalins Geburtsstadt – befindet sich seit 1957 das Stalinmuseum. Wir buchten eine Tour auf Englisch und wurden sogleich zum Appell gerufen. Die MuseumsfĂŒhrerin war eine Mischung aus Domina und Stalins Nichte, gepaart mit dem etwas kĂŒhlen georgischen Charme. Wir wurden im Stechschritt durchs Museum gelotst und in strengem Ton belehrt, was wir dort alles sahen. Dass der stĂ€hlerne Mann Georgier war, wurde immer wieder stolz betont und gab der gesamten FĂŒhrungen einen noch weiteren skurrilen Touch. Die Gulags und die Verfolgung von politischen Gegnern fiel weitestgehend unter den Tisch, wĂ€hrend ein ganzer Raum allein fĂŒr seine Geburtstagsgeschenke von anderen Staatschefs reserviert war. Wir waren froh, als das letzte unfreundliche Good-bye von der Museumsangestellten erklang und entschieden uns dagegen, im Museumsshop einen Stalin-Fanartikel wie eine Tasche oder einen Ansteckbutton mit seinem Konterfei zu erwerben.Â
Auf dem Weg zum âOkatse Canyonâ schliefen wir in einigen typisch georgischen UnterkĂŒnften. Kleine, private HĂ€user, meist mit Garten, Weinanbau und Tierhaltung. KĂŒche und manchmal das Wohnzimmer wurden mit einem alten, eisernen Holzofen geheizt. Schlafzimmer und Bad blieben kalt. Bei mitunter 0 Grad nachts, verbrachten wir abends viel Zeit in den privaten KĂŒchen der Vermieterinnen. Und da gab es obendrein georgische Hausfrauen-Kost natĂŒrlich mit Wein fĂŒr uns. So kamen wir Land und Leuten erfreulich nah.
Was fĂŒr eine sĂŒĂe Pension.Die Katze hat den besten Platz – unter dem KĂŒchenofen.Mh… Ganz frisches Brot (mit KĂ€se!).
Auch am Canyon schliefen wir bei einer frauengefĂŒhrten Familie. Morgens, mittags, abends wurden wir mit selbstgemachten Bioprodukten versorgt, ob wir wollten oder nicht. An der Schlucht gibt es einen 780 m langen, hĂ€ngenden Aussichtsweg mit einem etwas beĂ€ngstigenden Blick in die Tiefe. Als es auf dem RĂŒckweg leicht zu regnen begann, wurden wir zu all der Schönheit auch noch mit einem perfekten Regenbogen belohnt.
Der Okatse Canyon.Was fĂŒr ein Weg…… Da mussten wir ganz schön schwindelfrei sein.
Doch das eigentliche Highlight wartete noch auf uns: Am Ausgang trafen wir zufĂ€llig den Sohn unserer Vermieterin, der als Ranger im Besucherzentrum arbeitet und gerade seinen Feierabend verkĂŒndete. Spontan bot er uns an, zusammen mit seinen Kollegen im Jeep zurĂŒckzufahren. Eine exklusive Adventure-Offroad-Tour? Nur fĂŒr uns? Klar, da waren wir sofort dabei!
Ganz ohne Farbfilter: Der Sonnenuntergang im Canyon.
FĂŒr diesen abenteuerlichen Trip hĂ€tten die Jungs locker 50 ⏠berechnen können, so groĂartig war es. Wir standen kichernd auf der LadeflĂ€che, klammerten uns an einer Stange fest und holperten dabei ĂŒber Stock und Stein. Mit knirschenden Reifen kĂ€mpfte sich der 4×4 steil bergauf, ĂŒber Geröll und Matsch. Ohne Vierradantrieb keine Chance. Und als wĂ€re das nicht schon aufregend genug, ging genau in diesem Moment die Sonne unter und warf ihr rotes Licht auf die bunt herbstlich gefĂ€rbten BĂ€ume, wĂ€hrend sich die dunklen Gewitterwolken im Hintergrund aufbauten. Einfach filmreif.
Juhu! Unsere Fahrt mit den Rangern.
Goodbye Georgien â Ein zweites Mal Tiflis
Mit diesem Abenteuer in den Bergen gelangte unser Georgien-Trip zum Ende. Noch einmal fuhren mit dem Zug von Kutaissi nach Tiflis â der Schaffner kannte uns ja bereits. Zum GlĂŒck hatten wir die Hauptstadt schon reichlich besichtigt, denn unser zweiter Tifilis-Aufenthalt stand unter dem Orgastern. Nach 7.700 km wollten wir unsere FahrrĂ€der ordentlich durchchecken lassen, bevor wir sie auf einem neuen Kontinent einsetzen. Es mussten Kartons fĂŒr unsere RĂ€der gefunden werden, damit sie flugbereit wurden und wir brauchten groĂe leichte Taschen, da wir nicht 12 kleine Satteltaschen aufgeben konnten. AuĂerdem mussten Teile unserer FahrrĂ€der im AufgabegepĂ€ck verstaut werden.
Nach all der Orga mussten wir Abends noch mit der wein- und schnapstrinkenden Nachbarsfamilie socializen, die uns erst nach mindestens drei GlĂ€sern Tschatscha entlieĂen. Als einziges touristisches Highlight besuchten wir immerhin die wirklich hippe und sehenswerte âFabrikaâ.
Die âFabrikaâ – Das Hipster-Zentrum.Genau!Auch von Innen ist die Fabrik absolut hip.
Zum GlĂŒck schafften wir das ganze Orga-Zeug letztlich ganz gut. FĂŒr den Weg zum Flughafen waren wir so nervös, dass wir uns das gröĂte GefĂ€hrt des Taxiunternehmens bestellten. Als wir dann alleine in einem 16-sitzigen Bus saĂen, kamen wir uns schon ein bisschen doof vor. đ Aber immerhin hatten all unsere verpackten Sachen und die RĂ€der ordentlich Platz.
Schnell noch zum Barber-Shop…… und ab geht’s.Ganz schön viel Platz.
3 Wochen hatten wir insgesamt fĂŒr Georgien Zeit. Nur leider war es Ende Oktober, Anfang November teilweise schon ganz schön frisch. Die perfekte Reisezeit fĂŒr das postsowjetische Land ist sicherlich September oder das FrĂŒhjahr. Landschaftlich und kulinarisch sind wir hin und weg. Wir schreiben jedenfalls neben Griechenland und der TĂŒrkei auch Georgien auf unsere Wir-kommen-zurĂŒck-Liste. Zum Radeln ist es (abgesehen von dem rĂŒpelhaften Verkehr) wunderbar, wir fanden immer wieder kleine, gut asphaltierte NebenstraĂen.
Doch nun geht es fĂŒr uns erstmal durch Asien. Es warten Kambodscha, Laos und Malaysia auf uns. Hier sind die winterlichen Monate schön warm. Mal sehen, wo wir dann Weihnachten und Silvester stecken. GenĂŒgend Weihnachtsdekoration und kitschige Songs sind uns jetzt schon begegnet.
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