Was für ein Farmerinnen-Leben 👨🌾🧑🌾: Dank WWOOF arbeiten und leben wir gerade auf einem abgelegenen Selbstversorgerhof und tauchen in eine neue Welt ein. Unsere beiden Hosts – Veysi und Türkan – sind Aussteiger und bewirtschaften gleich zwei große Grundstücke. Jetzt schlafen wir gemeinsam mit Hund, Katzen und vielen Hühnern mitten im Olivenhain. Lange lebten die beiden in Jurten, bis sie in diesem Sommer das liebevoll selbstgebaute und designte Öko-Haus frisch beziehen konnten.
Hilfe bei der Walnussernte – da packt auch die Familie mit an.Türkan erklärt uns viel über die Arbeit auf dem Hof.Gefährlicher Kater, …aber eigentlich ganz niedlich.Anke und ihre Fans.Die Hühner sind immer dabei, wenn wir über den Hof laufen.
Gerade ist Erntezeit für Walnüsse, Äpfel, Paprika, Tomaten und (zu Danas großer Freude) Auberginen. Mal klettern wir auf Bäume, mal pulen wir stundenlang die frischen Walnüsse aus ihrer grünen Schale. Und zwischendurch handwerkern wir mit Veysi, der uns als Zimmermann einige Tricks verrät. Dabei entsteht schnell ein Badezimmer-Schrank oder eine Holzbank.
Walnüsse machen ganz schön viel Arbeit.Aber am Ende bringt so ein Baum schon echt viel.Auberginen: Sind sie nicht schön?Kleiner Pausensnack… frisch gepflückt.Schnell noch eine Bank gebaut bevor die Gäste kommen.Fertig.Getrocknete Bio-Feigen: Was die in Deutschland wohl kosten würden?
Nach getaner Arbeit genießen wir dann oft den Sonnenuntergang vom Dach des Hauses.🏡🌄 Hach, schön.
Unser Lieblingsspots und der vom Kater.
Obendrein haben unsere beiden Hosts häufig Besuch von anderen Stadtpflanzen, die es aufs Land zieht. So gibt es nette Abende mit klassischer türkischer Musik, viel Tee, großartigen Mahlzeiten und sogar internationalen Liebesgeschichten.
Full house.Veysi (re.) hat im Haus alles selbst geschreinert.Egal ob Abendbrot …oder Frühstück … … es wird immer reichlich gedeckt.
Nun haben wir noch eine letzte Woche vor uns, bevor wir weiterdüsen.🚵♂️🚵
Nachts heulen die Schakale und abends klingen die lieblichen Klänge des klassischen Tamburs durch die Räume. Zum Frühstück gibt es Menemen (eine Art Rührei mit viel Tomaten, Paprika etc.), zum Mittagessen selbstgemachtes Börek und Auberginen mit reichlich Knoblauch zum Abendessen … Juhu, wir sind in Anatolien angekommen. Seit ein paar Tagen arbeiten wir auf einer abgelegenen Farm 100 km von Izmir entfernt. Wir schlafen in einer Jurte mitten im Olivenhain und freuen uns über die Gastfreundschaft unserer Wwoof-Familie.
Unsere Jurte.Was für ein Frühstück!Und so ist der Blick vom Hof.
8 Monate sind wir nun schon unterwegs, damit hatten wir kürzlich Bergfest – unsere Reisehalbzeit.
Unser positives Fazit in aller Kürze:
kein einziger platter Reifen
keine Unfälle
kein Arztbesuch oder Krankheiten
keine negativen Großereignisse
kein Diebstahl, kein Überfall, keine Trickbetrüger
Dafür:
wahnsinnig viele nette Begegnungen
sehr viele Landschaften der Superlative
unfassbar gutes Essen
6.500 gefahrene Kilometer
und viel toller Besuch von zu Hause
Wir haben uns schon lange in unseren neuen Alltag eingegrooved. Die Schmerzen beim Radfahren sind längst überwunden, wir wissen, wie viel Höhenmeter wir schaffen, wie weit wir radeln können und wie lange wir für eine Tour brauchen. Ansonsten haben wir längst ein paar Arbeitsbereiche festgelegt: Dana plant akribisch jeden Tag die Routen, ist unsere Social Media Managerin und (ganz wichtig) die Bäckerei-Beauftragte.🥐🍞🍪 Anke durchforstet dafür die Supermärkte, plant Wwoofing-Höfe, leitet durch den Tag und putzt die Ketten (ganz freiwillig). Ansonsten übernehmen wir natürlich beide alles was so anfällt, Wäsche waschen, kochen, Zelt aufbauen…
Manchmal ist es einfach anstrengend
Aber ja, wir gestehen: Im August merkten wir ganz schön deutlich, dass sieben Monate zu Zweit unterwegs sein, auch an den Nerven zieht. Immer im Zelt zu schlafen, ist doch mit viel gegenseitigem Angestupse und Gerangel verbunden. Richtige Betten sind so was schönes! Ständig alles ein- und auspacken, nervt manchmal doch. Selbst scheinbare Selbstverständlichkeiten sind auf Tour aufwändig. Mal eben ein Heißgetränk kochen, ein kühles Getränk aus dem Kühlschrank holen, einfach mal Essen vorrätig haben, bequem auf einem Sofa lümmeln… alles Luxus für uns, der uns fehlt. Und nach fast schon traumatischen Toiletten- und Badsituationen auf bulgarischen und rumänischen Campingplätzen, fantasieren wir von klinisch geputzten Bädern mit geruchsdichten Siphons (!!). Und ja, uns fehlen unsere Freundschaften sehr. Einfach mal mit jemandem reden und sich austauschen.
Aber unser kleines Tief haben wir – seit wir in der Türkei sind – überwunden. Wir machen nun etwas langsamer und gemütlicher. Statt unserer üblichen Nüsschenpause nach den ersten zwei Stunden am Straßenrand, haben wir diese in eine der zahlreichen Teestube auf unserem Weg verlegt. Und da die Türkei kulinarisch einfach überzeugt, müssen wir immer wieder anhalten, um eine Melonen-, Baklava-, Feigen- oder Pidepause einzulegen.
Grenzübergang mit den Fliegen des Teufels
Vor vier Wochen sind wir in die Türkei eingereist. Dabei war gerade der Grenzübergang mit dem Rad noch einmal besonders beschwerlich. Denn zwischen Bulgarien und der Türkei gab es zu Zeiten des Kalten Krieges einen mehrere Kilometer langen Grenzstreifen, der für die Bevölkerung gesperrt war. Nach dem Ende der 80er wurde das Gebiet dann zu einem Naturschutzgebiet erklärt. Wie so oft blieb von dem ehemals politisch gesperrten Gelände unberührte Natur übrig. Auf einer Bootstour in der Nähe von Achtopol konnten wir unzählige Vögel, Schildkröten und seltene Pflanzenarten bewundern. Der große, große Nachteil dabei: Jedes Jahr im August wird diese Region von einer höllischen Fliegenplage heimgesucht. Natürlich hatten wir genau diesen Zeitraum erwischt. 🙈 Die Fliegen waren die penetrantesten Störenfriede ever! Augen, Ohren, Gesicht… all unsere Schwachstellen wurden ganz gezielt attackiert. Danas Gefluche „Das sind die Fliegen des Teufels!“ 😈 war überall zu hören. Die kreative Lösung: Mit unseren Wäschesäcken über dem Kopf radelten wir weiter. Genau das, was man bei 35 Grad so braucht und zudem der völlige Niedergang unseres eh schon bescheidenen Kleidungsstils. Wir wurden sogar von vorbeifahrenden Grenzpolizisten angehalten, doch bei unserem hektischen Gewedel hatten sie schnell Verständnis und ließen uns vermummt im Grenzgebiet radeln.
Sehr schick,… 🙈… aber unsere Rettung gegen Teufelsfliegen.In dem ehemaligen Grenzgebiet zwischen Bulgarien und der Türkei… … leben zahlreiche Vögel und Insekten.Auf der Bootstour staunten wir über die Natur.Kaum auf türkischer Seite – brauchten wir den Fliegenschutz nicht mehr.
Lüleburgaz – Eine erstaunlich soziale Kommune
Unser erstes Ziel im neuen Land: Lüleburgaz. Die Stadt hat knapp 150.000 Einwohner und eine kommunale Fahrrad-, Fußball-, Frauen- und Kochakademie. Unsere erste Anlaufstelle – die Fahrradakademie – bot einen großen Rad-Parcours mit Fahrradverleih. Abends cruisten Kinder und Erwachsene aus der Stadt durch das Areal – einfach aus Spaß oder um Radfahren zu lernen. Das abgefahrenste für uns war jedoch, dass Fahrradreisende dort umsonst übernachten können. Und nicht nur das. Küche, Waschmaschine und Tauschbörse – alles inklusive. All das finanziert und organisiert durch die Kommune! Wir kamen aus der Begeisterung kaum heraus. Der Leiter der Akademie (İnanç) nahm sich die Zeit, uns die anderen Akademien zu zeigen. Wahnsinn, was Kommunen so leisten können. Wo ist nur die mit öffentlichen Mitteln finanzierte Fahrrad-Akademie für Radreisende in Deutschland?
Was für eine Stadt – Lüleburgaz!Hier düsen Jung und Alt mit dem Bike entlang.In der Radakademie blieben wir gleich zwei Tage.Auf dem Weg zur Sportakademie.İnanç zeigte uns einige Akademien der Stadt In der Kochakademie: „Alles beginnt mit Liebe.“
Troja, Homer und so viel Historisches
Unser weiterer Weg an der Ägäis entlang führte uns nun von einer historischen Sehenswürdigkeit zur nächsten antiken Stätte. Als erstes erreichten wir die sagenumwobene Stadt Troja. Homer beschrieb sie (inklusive dem genauen Standort) hilfreich in der Ilias. Ihm ist es zu verdanken, dass die List mit dem Holzpferd bis heute bekannt ist. Wir begaben uns begeistert auf Spurensuche in die Ausgrabungsstätte und wurden vom Trojafieber gepackt. Also luden wir unsere Handys mit geschichtlichen Podcasts voll und binge-watchten ZDF-Dokus zum Thema. Gab es Troja überhaupt? Und Homer? Was fand Schliemann wirklich? Tja, da streiten sich die Geister.
Was auch immer Heinrich Schliemann im späten 19. Jahrhundert ausgebuddelt hat, es bleibt faszinierend. Bei dem Hügel Hisarlik, in dem die Reste von Troja gefunden wurden, handelt es sich um einen sogenannten „Siedlungshügel“. Eine Siedlung nach der nächsten liegt dort übereinander – angefangen von der Bronzezeit bis ins frühe Mittelalter. Schliemann ist allerdings davon ausgegangen, dass jenes Troja, das Homer beschrieb, die erste Siedlung an dieser Stelle sein müsste. Das Ergebnis: Er schlug eine meterbreite Schneise durch den Hügel (bis auf den Grund). Die Schichten darüber wurden einfach als Schutt abgetragen. Und so budelte er an der für ihn interessanten Schicht vorbei… Nun ja, insgesamt eine eher brachiale Vorgehensweise. Dennoch hat er einen bedeutenden Schatz gefunden, den sogenannten „Schatz des Priamos“, bestehend aus über 8.000 Objekten, wie Goldketten und Diademe. Doch anstatt sich an den Ausgrabungsvertrag mit dem Osmanischen Reich zu halten, schmuggelte er den Schatz illegalerweise nach Athen. Dort schmückte er seine griechische Frau Sophia mit den besten Stücken des Fundes und veröffentlichte das Bild medienwirksam. Nun entspannte sich ein Rechtsstreit zwischen Schliemann und dem Osmanischen Reich, von dem sich der sehr vermögende Kaufmann Schliemann einfach freikaufte. Seine Ausgrabungsfunde standen anschließend lange in Berlin im Museum, im „Schliemann Saal.“ Bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Rote Armee die Fundstücke mit nach Russland nahm. (Als Kompensation für die Plünderungen und Zerstörungen russischer Kunst- und Kulturgegenstände). So landete beispielsweise auch der Pergamonaltar in Russland – doch dazu später mehr.
Der Schliemann-Graben. Das Troya-Museum warf kein gutes Licht auf Heinrich Schliemann.
Erst Mitte der 90er wurde in Russland zugegeben, dass sich der „Schatz des Priamos“ all die Zeit im eigenen Land befand. Seitdem kann er wieder im Puschkinmuseum in Moskau bewundert werden.
Spannend war für uns auch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen über Schliemann. Während Deutschland gerade seinen 200. Geburtstag feiert, ist das Bild von ihm in der Türkei sehr kritisch. In Berlin gibt es aktuell ihm zu Ehren eine Ausstellung im Neuen Museum. Bis heute gilt er als einer der bekanntesten Archäologen Deutschlands. Im Museum in Troja dagegen hätte man ihn am liebsten gar nicht erst erwähnt. Betont wird hier, er sei kein echter Archäologe gewesen, sondern ein Kunsträuber.
Herzlich Willkommen in Pergamon
Nach all dem Input ging es für uns mit noch mehr alten Steinen weiter. Die Stadt Bergama liegt am Fuße der alten Akropolis Pergamons – eine beeindruckende Ruinenlandschaft. Bis wir verstanden, welches von den ehemals riesigen Gebäuden und Steinen der berühmte Zeustempel – mit dem nun in Berlin befindlichen Altar – war, haben wir einige Zeit gebraucht. Der Pergamonaltar, der sich zwischenzeitlich auch in Russland befand, wurde 1959 feierlich an die befreundete DDR zurückgegeben – zusammen mit der Nofretete. Also wir haben definitiv viel gelernt!
Erst im Museum verstanden wir, wo der Pergamonaltar einst stand.Pergamon – Gar nicht so einfach zu ergründen.
Fast noch schöner fanden wir das Asklepieion, eine alte Reha-Klinik. Tauchbecken, lange Gänge, Säulenstraßen und sogar ein Theater waren noch prächtig erhalten. Wir konnten uns sehr gut vorstellen, wie es dort wohl einst war, Patient:in zu sein. Von dem Heilwasser haben wir natürlich auch ein Schlückchen probieren müssen.
Das alte Krankenhaus von Pergamon: Asklepieion
Und besonders angenehm an unserem Aufenthalt in Bergama: Über Warmshowers fanden wir Emine. Sie leitet den örtlichen Fahrrad-Club und organisiert auch sonst viele Rad-Events mit ihren Freund:innen. Gleich am ersten Abend zogen wir mit vielen anderen Radbegeisterten durch die Altstadt. Die anderen waren aufgedreht wie die Teenager und wir hatten sehr viel Spaß. Eine Gans wurde aus einem Garten zu einem Fotoshooting herausgeholt, Trauben aus einem Garten gesammelt, mit alten Frauen, die vor ihren Häusern saßen, geschäkert…
Stürmisch: die letzten Kilometer nach Bergama.Stadtspaziergang mit dem Radclub.Fotoshooting mit einer Ganz.
Und an einem weiteren Abend in einem Café mit traditionell türkischer Musik fing sogar eine Frau an, aus dem Kaffeesatz zu lesen. Zukünftige Ehemänner, Häuser und Glück standen da im Kaffeesatz. Wir hielten uns lieber etwas zurück, bevor sie in unserer Zukunft noch Mann und Kind erblicken konnte. Und nicht zuletzt genossen wir die Zeit, mit Tochter Ebrar auf dem Sofa abzuhängen und alte Friends-Folgen zu gucken. Einfach mal „wohnen und Familie spielen“. 😃🛋️📺
Mit unserer Warmshowers-Sister Ebrar haben wir uns lieber selbst den Kaffeesatz gelesen.😅
Ephesos – Eine antike Stadt zum Verweilen
Schließlich fuhren wir bis Izmir. In der drittgrößten Stadt der Türkei kam uns Ankes Vater mit Frau besuchen. Obwohl wir immer mehr merken, dass uns Städte, lauter Verkehr und hektisches Gewusel zunehmend stressen, hatten wir eine tolle Zeit. Es ist einfach großartig für uns, dass wir regelmäßig Besuch bekommen. Erst im August war Danas beste Freundin mit Mann und Kinder in Bulgarien zu Besuch. Und wer kommt als nächstes?
Ankes Vater tat jedenfalls alles, um uns zu verwöhnen. Eine Woche lang konnten wir Raupe Nimmersatt sein. Dana bekam ihre langersehnten Honigwaben und Anke konnte im Restaurant ordentlich zuschlagen. Wir fuhren Riesenrad und hatten viel Spaß beim Barber, der uns gleich alle vier frisierte.
Unser letzter Schlafplatz vor Izmir.Endlich wieder schicke Frisuren.Stadtbummel mit Familie.
Und dann haben wir zu zweit noch einen Ausflug nach Ephesos gemacht. Ein vorläufig letztes Mal Historisches. Es mangelt wirklich nicht an bedeutenden und einflussreichen alten Städten in Anatolien. Von dem dortigen antiken Weltwunder, dem Tempel der Artemis, ist außer einer wiederaufgebauten Säule leider nichts übrig geblieben. Aber in Ephesos wurde im Laufe der Zeit wahnsinnig viel restauriert. Von der Celsus-Bibliothek wurde gleich die ganze Fassade wiedererrichtet. Aber auch andere Bauwerke wie Tore und sogar die öffentlichen Latrinen wurden wieder aufgebaut. So konnten wir uns recht gut ein Bild von der antiken Stadt machen. An so manchen anderen Stätten, wo wir durch verfallene Mauerreste wandelten, hat unsere Vorstellungskraft so manchmal versagt.
Die Celsus-Bibliothek.Die Latrinen: So dicht saß man damals beieinander. 😱 In Ephesos wandelten wir gemütlich durch die antike Stadt.
Fazit Türkei: Tee und Gastfreundschaft heitern auf
Letztendlich hat die Überwindung unseres Halbzeit-Tiefs auch viel mit der Willkommenskultur der Türken zu tun. Natürlich wussten wir, dass die Türkei gastfreundlich ist, dennoch sind wir überwältigt. Wir können kaum am Straßenrand stehen bleiben, ohne dass uns jemand einen Tee anbietet. Für Anke als überzeugte Teetrinkerin ein Traum.
Wir werden überall freundlich und höflich empfangen. Neben den Menschen überzeugt zudem das Kulinarische. Wir können uns fantastisch von frischen Melonen, Feigen, Pfirsichen und anderem Obst ernähren. Aber auch in kleinen Restaurants und Lokantasis gibt es neben dem fast obligatorischen Köfte auch immer Bohnen, Bulgur und Gemüsepfanne.
Na, wer erkennt das?So viele türkische Leckereien!
Gastarbeiter:innen – Griechenland, Jugoslawien und Türkei
Und zum Abschluss noch ein Thema, dass uns schon lange beschäftigt: Gastarbeiter: innen. Bereits in Griechenland hatten wir viele berührende Begegnungen, wie diese hier:
Erschöpft kommen wir auf einem kleinen Dorfplatz in Griechenland an. Eigentlich wollen wir nur kurz ein Brot für die nächste Pause kaufen. Am Platz tummeln sich wie so oft nur alte Männer. Einer erblickt uns und kommt sofort auf uns zu gestürzt. „Oh, seid ihr Deutsche?“, fragt er erfreut auf Deutsch. Als wir verwundert nicken, holt er uns sofort zwei Eiskaffees. Er erzählt uns kurz, dass er 30 Jahre in Deutschland im Textilbereich gearbeitet hat und nun als Rentner wieder in seine alte Heimat gezogen ist. Er wünscht uns einen schönen Tag und lässt uns glücklich das Kaltgetränk schlürfen.
Solche Situationen begegnen uns auf unserer gesamten bisherigen Route. In den 60ern hat Westdeutschland Arbeiter:innen aus Griechenland (1960), Jugoslawien (1968) und der Türkei (1961) angeworben. Jugoslawien war zwar ein kommunistisches Land, hatte aber enge Beziehungen zum Westen aufgebaut.
Aus den drei Ländern kamen rund 2 Millionen Menschen in die damalige BRD. Allein aus der Türkei waren es zirka 850.000. Das hinterlässt natürlich Spuren – und zwar auf beiden Seiten. Für uns war es immer wieder spannend, zu sehen, wie viele Leute ihre Heimat damals verlassen haben.
Wir trafen in vielen Ländern auf dem Balkan unzählige Menschen, die uns erzählten, dass sie 40 Jahre in Frankfurt (Main), Bremerhafen, Rüsselsheim oder Stuttgart gelebt haben. Und wir hatten auch immer wieder Begegnungen mit der zweiten Generation von den ehemaligen Gastarbeitern, die in die Länder ihrer Eltern zurückkehrten. Und so schwäbelt uns auch hin- und wieder jemand in Serbien oder an der Ägäis zu.
Und wer nicht selbst einmal in Deutschland gelebt hat, hat definitiv Verwandte im Ruhrgebiet oder ähnliches. Die werden dann (zumindest in der Türkei) auch gerne mal schnell angerufen, um etwas zu übersetzen oder einfach mal kurz „Hallo“ zu sagen. Mit so vielen Schwaben reden wir selbst in Berlin nicht.😉
Für uns in der Ferne ist es zwischendurch erheiternd, einen Plausch in unserer Muttersprache zu halten. Und die meisten scheinen gerne auf ihre Arbeits- und Lebenszeit in Deutschland zurückzuschauen.
Nach all diesen Begegnungen sind wir im Ovacik National Park im Westen der Türkei angekommen. Auch hier mussten wir schon mit der Tante telefonieren, allerdings nur weil sie gerade Deutsch lernt und ein bisschen üben wollte… Man telefoniert halt einfach gerne in der Türkei.
Ein letzter Stop vor dem Wwoofing-Hof.Unsere neue Unterkunft.Anke freundet sich sogar langsam mit den Tieren an.Walnuss-Ernte ganz ohne technische Hilfsmittel.Feigen trocknen… mmh lecker.Und wunderschöne Bohnen verarbeiten.
Wir genießen nun den etwas anderen Alltag auf einer ökologischen Farm. Wir haben eine ganze Jurte für uns, ernten Walnüsse, stellen Apfelessig her oder streichen den Holzfußboden. Dafür haben wir Kost und Logie frei. Für uns eine ideale Möglichkeit, um Land und Leute näher kennenzulernen, etwas über nachhaltige Landwirtschaft zu lernen und dabei sogar den Geldbeutel etwas zu schonen. Außerdem haben wir so endlich mal wieder etwas Zeit für eine ausführliche Reiseplanung. Mittlerweile steht für uns fest: In zwei Wochen geht es Richtung Kappadokien bevor wir nach Georgien fahren. Von dort aus fliegen wir dann nach Thailand. Also bleibt gespannt, wie es weitergeht.
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstützen? Wir freuen uns über jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Und noch mehr alte Steine. 😅 Diesmal waren wir in Ephesos, eine der ältesten, größten und bedeutendsten Städte Kleinasiens im Altertum. (Jaja… irgendwie ist hier in Anatolien alles super alt und super bedeutet 😉) Dort befand sich neben der Celsus-Bibliothek, auch der Artemis-Tempel – eines der Sieben Weltwunder. Während von dem damals so bedeutenden Tempel nicht mehr viel zu sehen ist, regten die archäologischen Restaurationen der antiken Stadt unsere Phantasie an und so wandelten wir verträumt durch die historische Stadt.
Da staunen wir ganz schön: Die restaurierte Celsus-Bibliothek.Natürlich gibt es auch in Ephesos ein altes Theater.Das ist alles was vom Weltwunder übrig blieb.
Ansonsten war Family-Time! Ankes Dad samt Frau kamen nach Izmir. Für uns hieß das eine Woche: Apartment, Waschmaschine und jede Menge leckere Besuche in Lokantasis und schicken Restaurants. Und Ankes imkernder Dad kaufte Dana bei der Gelegenheit endlich die lang ersehnte türkische Honigwabe. 🤤🍯🐝 Gemeinsam fuhren wir Riesenrad mit Blick über die Stadt und amüsierten uns alle Vier im türkischen Barber-Shop.💇✂️
Endlich eine Honigwabe. Mh, lecker.Anke und Wilfried spielen Drachen im Kültürpark.Riesenrad ist doch immer wieder schön.Ankes Dad bekam sogar die Komplettbehandlung – mit Feuer.So viele Leckereien.
Nun sind wir frisch frisiert knapp 100 km östlich von Izmir auf unserem Woofing-Hof angekommen. Hier bleiben wir hoffentlich ein paar Wochen zum Arbeiten auf einer sehr abgelegenen Farm. 🫒🌰🐔
Übrigens, unseren ausführlichen Reisebericht gibt es nächste Woche. Also: Stay tuned!
Was für eine Woche! Unsere Sightseeing-Tour durch antike Stätten ging weiter, denn wir verbrachten eine fantastische Zeit in Bergama.
Endlich mal eine Bühne für uns.😅
Dabei sahen wir nicht nur die riesige Akropolis von Pergamon (deren Zeus-Altar im Berliner Pergamon-Museum verweilt), sondern auch die Rote Basilika und vor allem das beeindruckende Asklepieion. Diese antike „Reha-Klinik“ ist eine der ältesten Heilstätten der Menschheit. Hier wurden mittels Heilbädern, Schlaftherapie, Traumdeutung, aber auch mit Hilfe von Operationen Patienten geheilt. Wir haben sicherheitshalber ein wenig von dem heiligen Quellwasser getrunken… man weiß ja nie. 😜
Was für eine Aussicht.Die antike Akropolis von Pergamon …… wird noch heute von deutschen Archäologen restauriert.Die Rote Basilika.Das Asklepieion hat uns sehr beeindruckt.Die heilige Quelle. Ob sie wirklich hilft?Am Fuße der alten Akropolis liegt heute Bergama.
Außerdem hatten wir das riesige Glück, ganze 4 Nächte bei Emine in Bergama zu übernachten. Dank Warmshowers fanden wir diese quirlige, engagierte und herzensgute Gastgeberin, die uns als Vorsitzende des Bicycle-Clubs und Organisatorin des Fancy Women Bike Ride sogleich jede Menge andere Radbegeisterte vorstellte.
Hier versteckt sich Balli Kaymak (kleine weiße Schale).Ein Abend mit dem Bicycle-Club.Unsere Warmshowers-Family: Ebrar, Anke, Emine und Dana (v.l.n.r.)
Danke auch an Ebrar unsere „Warmshowers-Sister“ für das fleißige Dolmetschen… und Netflixen.😂 Und obendrein hat Dana eine neue Leibspeise entdeckt – Balli Kaymak (Honig mit türkischer Sahne). 🍯🍦 🥖
Wir haben das Trojanische Pferd gefunden… 😱 Nagut, einen Nachbau, aber wir wandelten auf den Spuren des alten Trojas und haben uns intensiv mit der Geschichte der vielschichtigen Stadt und der Entdeckung der Ausgrabungsstätte durch den zwielichtigen Archäologen und erfolgreichen Unternehmer Heinrich Schliemann befasst.
Das Trojanische Pferd: … …Antike Fake-News oder doch ein Fünkchen Wahrheit?Der Siedlungshügel von Troja offenbart verschiedene Schichten…… aus unterschiedlichen Zeiten.Alles ganz schön beeindruckend.Und auch eine gute Kulisse zum Posen.😜
Während er in Deutschland (wir hörten einige Podcasts) oftmals als Pionier der Archäologie bezeichnet wird, sieht ihn die Türkei eher als Schatzräuber (zumindest das Troja-Museum), der nicht nur den Schatz des Priamos heimlich entwendete, sondern obendrein eine Schneise der Zerstörung hinterließ. In der westlichen Archäologie hat man hingegen den Schliemann-Graben eine Zeit lang in abgewandelter Form genutzt.
Geballtes Wissen: das riesige Troja-Museum…… Dort staunten wir über die wenigen Infos über Schliemann. Assos bietet eine wunderbare Aussicht über die Ägäis.Der Athenatempel: 530–520 v. Chr. erbaut.Das Spa von Alexandria Troas: …Wie hier wohl gebadet wurde?
Letzte Woche sind wir an der Ägäis-Küste entlang gefahren und sind dabei an jeder Menge historischen Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen. Darunter die antiken Städte Alexandria Troas und Assos. In Letzterer genossen wir die Aussicht vom Athena-Tempel, während wir in Ersterer die ehrwürdigen Mauern des alten „Spa“ bewunderten.
Zwischendurch wurde die Landschaft schön karg,…… zum Glück hatten wir genug Wasser dabei.
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstützen? Wir freuen uns über jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Hunde! 😱 Hier in der Türkei treffen wir mitunter ganze Rudel auf der Straße. Aber wir sind ja inzwischen Profis in Sachen Streuner… Und so mancher Schnuffi passt brav auf unser Zelt auf oder bewacht die Räder, während wir essen.😉
Wer passt hier eigentlich auf wen auf?So ruhig gefallen sie uns am besten.Mittlerweile haben wir uns an die tierischen Begleiter gewöhnt.
Zur Zeit sind wir in der Marmararegion unterwegs, das kleinste und bevölkerungsreichste Gebiet des Landes. Wir haben schon in den Dardanellen (einer Meerenge im Mittelmeer) gebadet und unser Zelt mit Blick aufs Marmarameer aufgeschlagen (ein Gewässer, dessen Existenz wir erstmal googeln mussten🙈).
Unser Lieblingsspot mit Blick aufs Marmarameer.Da haben wir gleich ein bisschen länger geschlafen.Fährfahrt über die Dardanellen.
Nun sind wir auf dem Weg Richtung Izmir. Auf uns warten noch einige Sehenswürdigkeiten. Bis dahin möchte sich Dana am liebsten ausschließlich von frischem Baklava und Melonen aus kleinbäuerlichen Anbau ernähren, während Anke jeden angebotenen Tee annimmt… und da kommen am Tag so einige zusammen, beim Mittagessen, am Straßenrand und sogar ein Auto-Ausschlachter lud uns auf einen Tee in seine Garage am Dorfrand ein. Da legte er extra seine Flex zur Seite und warf den Gaskocher an. Teşekkürler!
Warten auf Tee. Überraschend: Selbst an der Garage werden wir auf Tee eingeladen.
Land Nummer 10. 🇹🇷 Wahnsinn! Wir sind diese Woche in der Türkei angekommen und genießen schon jetzt das Land, wo Tee und Baklava in rauen Mengen fließen. 🍰🍪🫖
Gleich beim ersten Stop in der Türkei wurde uns Tee auf der Straße angeboten.Das Wildzelten klappt auch in der Türkei super.
Heute sind wir in Lüleburgaz gelandet, einer Stadt mit einer fantastischen Fahrrad-Akademie. Hier können Radreisende kostenlos übernachten (inkl. Dusche, Küchennutzung, Tauschbörse und Werkzeug zur Reparatur), außerdem werden Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten. Besonders überraschend für uns: Das Ganze ist kein Verein oder gemeinnützige Organisation, es wird finanziert und organisiert von der Stadt! Wow!
Ein Traum für Radreisende: In der Bicycle Academy haben schon 1.400 Leute vor uns geschlafen.
Ansonsten haben wir in der letzten Woche Bulgarien hinter uns gelassen und damit hoffentlich auch die schreckliche Fliegenplage. Denn im Naturschutzgebiet „Strandacha“ tauchen im August diese kleinen schwarzen Biester auf, die Dana mit ihren gezielten Attacken auf Augen und Ohren zur Weißglut getrieben haben.
Kurz vor der Grenze zur Türkei liegt am Schwarzen Meer das Naturschutzgebiet „Strandscha“.
Aber zum Glück hatten wir nach ein paar Tagen Fliegenalarm die passende Lösung parat. Einige unserer Packsäcke haben wir kurzerhand als Fliegennetz umfunktioniert.🪰🦟
Fancy Outdoor-Mode: Unsere Outfits werden auch immer pragmatischer. 🙈
Es ist Zeit für ein paar Sehenswürdigkeiten🗺️👀: Wir waren auf dem fantastischen, aber auch irgendwie verrückten, Märchenschloss von Ravadinovo🏰.
Was für ein gigantischer Traum: Das Schloss von Ravadinovo.
Das Abgefahrene daran: Es sind keine alten Gemäuer durch die wir gewandelt sind, sondern hier hat sich vor über 25 Jahren ein baubegeisterte Hobbyprinz mit seinem Sohn seinen Traum erfüllt und ein .. nunja doch sehr kitschiges Fantasieschloss errichtet. Heute können Touris im Garten wandeln, einen Kaffee mit echten Gold schlürfen (wir haben uns über einen kühlen Eiskaffee gefreut) und die liebevoll gestalteten Figuren, Fabelwesen und Fresken bewundern.🛡️🐲🧝
Riesenspinnen, Frösche und allerlei fantastische Figuren: Das Schloss wurde mit viel Liebe zum Detail gebaut.
Außerdem waren wir in Beglik Tasch und haben über antike Kulte gestaunt. Das Felsenheiligtum wurde vom 14. bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. von den Thrakern als Kultstätte genutzt. Mittendrin sogar eine riesige Sonnenuhr, ein Labyrinth und ein steinernes Bett für priesterliche Rituale. Faszinierend, diese riesigen Felsformationen, die nach der Sonne ausgerichtet sind!🪨
Wow, was für riesige Felsen, die für antike Kulte genutzt wurden.
Rund 160 km sind wir in 3 Tagen gefahren und nun ruhen wir uns am Schwarzen Meer kurz vor der Grenze zur Türkei ein letztes Mal aus, bevor wir dann wieder länger in die Pedale treten müssen.🚵♂️🚵
Es ist Summer-Time und wir springen aufgeregt im Rutschenparadies rum, genießen obendrein ein wunderbares Familien-Apartment (Halleluja eine richtige Matratze mit Kopfkissen und eine richtige Küche!) und zelebrieren unseren Sommerurlaub mit vielen Pausentagen. Eigentlich wollten wir schon im Juli möglichst wenig auf dem Rad sitzen, aber dann packte uns doch der Ehrgeiz und so sind wir im letzten Monat letztlich doch rund 1.400 km gestrampelt. Aber lest einfach selbst, was wir in den letzten Wochen alles erlebt haben:
Sommer, Sonne und Speedy-Slide – im Aquapark von Nessebar lässt es sich wunderbar erholen.
Der Donau-Radweg: Schöne Strände und einige Unwetter
Los geht die Story einen Tag bevor wir von Serbien nach Bulgarien radeln wollten. Wir gönnten uns noch einen Pausentag an der Donau. Von der Hitze geplättet hingen wir in unseren Stühlen, lasen und Dana spielte begeistert mit einem jungen Hund – Schnuffel. Als dunkle Wolken aufzogen, brachten wir – ganz die Outdoorprofis, die wir inzwischen sind – unsere Fahrräder samt Gepäck in Sicherheit. Wir machten es uns unter der überdachten Rezeption des Campingplatzes gemütlich und starrten mit gebannten Blick auf unser Zelt. Das Gewitter brach heftig und plötzlich los. Ein Sturm kam auf und unsere Zeltplane wurde heftig eingedrückt. Wow. Was unser kleines Zelt alles so aushalten kann, dachten wir noch stolz. Aber als die Windböen immer heftiger wurden und mittlerweile recht große Äste durch die Gegend wirbelten, wurde uns doch etwas mulmig zumute. Plötzlich ging alles sehr schnell: In dem Moment in dem uns die Stühle unter unserem schützenden Vordach, um die Beine flogen, sahen wir, dass das Zelt flach wie eine Flunder auf dem Boden gedrückt wurde. Nun hat es doch nicht mehr Stand gehalten (aber immerhin flog es nicht weg!). Wir rannten sofort los. Innerhalb von Sekunden waren wir klatschnass (zum Glück war es weiterhin recht warm). Donner knallte vom Himmel, Blitze zuckten und der Regen goss erbarmungslos auf uns herab. Wir wollten so schnell es ging, das komplette Zelt unter das rettende Vordach hieven.
Doch wir hatten die Rechnung ohne Schnuffel gemacht. Der Hundewelpe mit dem wir tagsüber noch freudig gespielt hatten, suchte Zuflucht unter unserem Vorzelt und sah es nun verständlicherweise gar nicht ein, von dort zu verschwinden. Unsere Versuche ihn rauszuschmeißen, endeten damit, dass er völlig verschreckt irgendwo zwischen Unter- und Oberzelt rumturnte. Dana blieb nichts anderes übrig, als den Kleinen auf dem Arm unters Vordach zu tragen. Als sie dann noch im Eifer des Gefechts über die Zeltschnur stolperte und den armen Schnuffel in eine Pfütze warf, wurde die Szenerie richtig filmreif. Aber am Ende konnte wir Zelt UND Hund retten. Im Zelt stand allerdings das Wasser 10 cm hoch. Ohjeh! Wir zerrten, die völlig durchnässten Schlafsäcke, Isomatten und Klamotten heraus.
Schnuffel passt gut auf.Bevor das Unwetter losbrach, brachte uns ein netter Nachbar noch eine Melone vorbei.Immerhin unsere Räder waren im Sturm sicher.Am nächsten Morgen sah Schnuffel wieder ganz friedlich aus.
Zum Glück hatte der Campingwart Mitleid (immerhin hatten er und seine Frau die ganze Szene auch schön aus der trockenen Rezeption verfolgt). Seine Frau brachte uns Handtücher und Wechselklamotten und er zeigte uns ein Zimmer, in dem wir die Nacht bleiben konnten. Puh, am Ende ist zum Glück alles gut gegangen. Unsere nassen Sachen trockneten bei der wieder aufkommenden Hitze flux. Nur eine Zeltstange ist nun etwas verbogen und die kleinen Löcher, die Schnuffel ins Unterzelt getabst hat, sind längst wieder geklebt.
An der Donau gab es auch tolle Wildcamping-Spots
Bulgarien– Hochertragslandwirtschaft und Kindheitserinnerungen
So kamen wir wegen der späten Loseradelzeit am nächsten Tag doch noch nicht in Bulgarien an, sondern schlufen auf einem kleinen Campingplatz an der Donau. In dieser Nacht kam dann die nächste unangenehme Überraschung. Kurz vorm Schlafen machte es: Plop. Oh nein! Auch Ankes Matratze delaminierte nun, sprich verlor ihre Form und taugte nichts mehr. Oh Mann, grad wo wir Danas defekte Matte nach Hause geschickt hatten und sie nun endlich friedlich auf einer neuen schlummern konnte, fing das Spiel von vorne an.
In brütender Hitze kamen wir endlich in Bulgarien an. Sofort wechselte das Landschaftsbild. Zwar waren auch hier große Gebiete landschaftliche Nutzflächen und angebaut wird im Grunde das Gleiche (Weizen, Sonnenblumen und Mais wechselten sich mit schöner Regelmäßigkeit ab), doch statt kleiner Felder, wurden die Anbauparzellen riesig – eine ganz andere Form der Landwirtschaft. Auch internationale Konzerne wie Syngenta oder BASF waren groß vertreten (viele Maisfelder sind mit entsprechenden Schildern ausgewiesen). Neben der Hochertragslandwirtschaft, sahen wir dennoch viele Kleinstbauern, die mit einfachen Pferdekutschen unterwegs waren. Auffällig für uns war sofort, dass Bulgarien sehr viel ärmer als Serbien schien. Die Straßen waren nicht mehr frisch geteert, viele Häuser auf dem Land verfallen oder verlassen und die Gehwege erinnerten Dana an ihr Neubau-Wohngebiet im Osten (nur dass hier die Gehweg-Platten seit 30 Jahren nicht mehr erneuert wurden und sich wild wellten).
Mais und Sonnenblumen soweit das Auge reicht.
An unserem ersten Abend in Bulgarien fanden wir nachmittags einen kleinen privaten Campingplatz und waren sogleich die einzigen Gäste. Auch hier wurden wir von einem heftigen Hitze-Gewitter nach einem 30-Grad-Tag überrascht. Doch glücklicherweise hatten wir diesmal unser Zelt noch nicht aufgebaut und der Platzbesitzer verfrachtete uns kurzerhand in die weiträumige Garage. Eine große Ehre für uns, denn dort wohnte auch sein Schmuckstück: Ein polarweißer Trabi in Kombiversion! 🤩 Gehegt und gepflegt, lackiert und poliert. Dana wurde ganz warm ums Herz vor lauter Kindheitserinnerungen. In den 80ern ist sie noch als kleiner Steppke mit ihren Eltern im monsungelben Trabi (kein Kombi) nach Bulgarien ans Schwarze Meer gefahren und dann tobte über 30 Jahre später draußen ein Unwetter und wir schliefen im Schutz der Rennpappe …
Da freute sich Dana über so einen gepflegten Trabi.
Weiter ging’s immer an der Donau entlang. Doch auf einmal mussten wir feststellen, dass es so gar keine Tourist*innen mehr gab. Während wir in Serbien an der Donau noch so einige Radreisende trafen, war auf einmal Schluss damit. Waren wir in einem Paralleluniversum gelandet? Juli (ist das nicht Hochsaison?) und weit und breit keine anderen Urlauber:innen. Dabei ist die Donau großartig, wir schwammen oft im kühlenden Fluss und genossen die viel besungenen Donau-Strände. Des Rätsels Lösung: die meisten Radelnden fahren wohl auf der rumänischen Seite weiter, da ist es weniger bergig und es gibt mehr Infrastruktur. Schade, wir fanden die bulgarische Strecke zwar anstrengend, aber großartig. Immer wieder fanden wir Campingplätze und touristische Infrastruktur (wie Bootstouren, Restaurants und Sehenswürdigkeiten), aber keine Touris.
An der Donau fanden wir wunderschöne Stellen zum Zelten, ganz ohne andere Touris.
Ein Campingplatz bleibt uns besonders in Erinnerung, nicht nur graste neben unserem Zelt ein süßes kleines Pony, dass uns morgens beim Frühstück zublinzelte, zudem punktete der Platz mit einem Kanuverleih. Endlich mal eine der ältesten Handelsrouten vom Wasser aus betrachtet. Nach einer kurzen Einweisung durften wir lospaddeln. Es ging um eine unbewohnte Insel auf der Donau mit fantastischen Sandstränden. Wir kamen uns vor wie in der Südsee. Einsamer Strand, klares Wasser, viele Vögel und sogar wilde Weintrauben versteckten sich im Grün. Nur leider hatte der gute Herr vom Kanuverleih unser Fitnesslevel etwas höher eingeschätzt als es tatsächlich ist. All unsere Kraft ist in unseren Stahloberschenkeln und nicht in unseren Armen. Um die Insel zu umrunden, mussten wir ein ganz schönes Stück die Donau flussaufwärts paddeln und das ging kräftig in die Arme. Die sengende Sonne und zu wenig Trinkwasser taten ihr Übriges. Fix und Fertig kamen wir auf dem Campingplatz an. Anke hatte einen leichten Sonnenstich und legte sich mit lauter kühlen Handtüchern in den Schatten… und litt. Dennoch war das ein einzigartiges Erlebnis.
Pony, Traumstrand und klares Wasser – was für ein toller Campingplatz!
Rumänien– Anders als gedacht
Nach zwei Wochen Bulgarien düsten wir schließlich nach Rumänien. Eigentlich lag das Land mit den sicherlich meisten Vorurteilen nicht wirklich auf unserer Route, dennoch wollten wir einen Abstecher dorthin machen. Dana erinnert sich noch an ihre Durchreise in den 80ern. Auf dem Weg zum Meer in Bulgarien ging es auch ein Stück durch Rumänien. Ihre Eltern packten damals Kaffee und Zigaretten ein (für die Polizei), Dana und ihr Bruder bekamen eine große Tüte Bonbons (allerdings nicht für sich selbst, sondern für die rumänischen Kinder), denn damals litt das Land noch unter einer eklatanten Versorgungskrise. Grundversorgungsmittel wurden exportiert und fehlten damit der Bevölkerung. Mittlerweile sieht die Situation ganz anders aus. Wir sahen ein Rumänien, das wohlständiger als Bulgarien daher kam. Große Schnellstraßen, viele westliche Supermärkte (Lidl, Penny und juhu DM) und auch die Einfamilienhäuser auf dem Land waren in besseren Zuständen.
Unsere Ziele: Die Hauptstadt und im Anschluss Schlammvulkane. Es war Mal wieder höchste Zeit für Großstadt-Gedöns. Wir wollten Bukarest unsicher machen. Außerdem brauchte Anke ganz dringend eine neue Isomatte. Sowohl das Unsichermachen als auch das mit der Isomatte klappte hervorragend. Nach einem anstrengenden 90km Tag (inklusive Sandsturm) haben wir es tatsächlich noch in eine Homo-Disco geschafft. Nun gut, dort haben wir nicht wirklich mit Ausgelassenheit geglänzt, eher betrachten wir müde vom Sofa das schwul-lesbische Partyleben, aber dennoch, wir waren irgendwie dabei. Und am Sonntag wurde dann einfach mal ausgiebig geschlafen und das große Apartment genossen. Hach, das tat gut: Süßes Nichtstun.
Die schönste Situation in Bukarest hatten wir dann an einer Ampel. Während wir unseren faulen Sonntag genossen, lauschten wir den ganzen Tag dem „Sommersonntag auf RadioEins“ – die besten 100 Songs zum Thema Sex! Als wir am frühen Abend das Appartement dann doch kurz verließen, nahmen wir natürlich unsere Lautsprecher-Box mit, um weiterhin jede Platzierung lautstark hören zu können. Auf Platz 2 lief „Je t’aime“, von Serge Gainsburg, bei dem Jane Birkin laut und sinnlich vor sich hin stöhnt. So standen wir also an besagter Ampel und die beiden attraktiven jungen Männer vor uns, schauten sichtbar amüsiert drein. Dana stammelte noch sowas wie „That’s Radio“, aber leiser machen wollten wir das Gestöhne auch nicht – wir sind ja schließlich nicht prüde! Die langsame Ampelschaltung ließ uns alle noch lange zum erotischen Gestöhne zusammenstehen; in einem Paralleluniversum wär daraus sicherlich eine aufregende Begegnung geworden. So tanzten wir auf der anderen Seite zu zweit wild zu Platz 1 – Peaches „Fuck the pain away“.
Bukarest glänzte mit großen Parks und einem sympathischen Nightlife.
Ansonsten hatten wir in Bukarest leichtes Spiel. An nur einem Tag erledigten wir alle nötigen Wege. Wir fanden einen sehr kompetenten und sympathischen Fahrradladen, der all die Kleinigkeiten an unseren Rädern reparierte. Es gab diesmal sogar mehrere gut ausgestattete Outdoorläden (in Bosnien-Herzegowina und Serbien hatten wir damit extreme Schwierigkeiten), so dass Anke nun seelig eine neue Matratze besitzt und die Post hat unsere defekte Isomatte sogleich professionell verpackt. Und wir haben in der NGO Accept, die sich für die Rechte von queeren Menschen in Rumänien einsetzt, den Gründer Adi Newell kennengelernt. Mit ihm verbrachten wir einen spannenden Kneipenabend; sprachen dabei über sein Leben, seine Erfahrungen und Homosexualität in Rumänien.
Schlammvulkane und Tristesse in der Walachei
Ein großes Highlight im Anschluss: die Schlammvulkane. Auf den letzten Metern zu ihnen lernten wir, dass sie durch Drachen entstehen. Aha, gut zu wissen. Wir waren mutterseelen alleine auf dem unwirklichen Gelände. Überall gab es kleine Schlote. Doch statt düsteren Rauch und bedrohliches Gerumpel befanden sich in ihnen Schlamm, der immer wieder lustig vor sich hin blubberte. Wir kamen uns vor wie in einer Kulisse eines Science-Fiction-Filmes. Es klingt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber es ist einfach so: Wahnsinn was sich die Natur alles so einfallen lässt!
Faszination Natur: Die Schlammvulkane von Berca.
Und dann ging es weiter durch die Walachei. Wir verstehen jetzt, warum es heißt „irgendwo in der Walachei“. Es ist einfach sehr, sehr weitläufig und landschaftlich … naja, eher öde. Wenn es dann, wie bei uns, sengend heiß ist und die Gegend durch trockene ocker und braun Töne besticht, hat uns nur die Aussicht aufs Schwarzes Meer motiviert.
Schöne Tristesse: Im Hochsommer ist die Walachei doch sehr trocken.
Das Meer begrüßte uns dann allerdings mit Hotelburgen und Stränden mit Bezahlschranke. Verdammt. Also flüchteten wir sofort und radelten erstmal an einer wenig idyllischen Ölraffinerie vorbei zu einem abgelegenen Campingplatz. Eine mühsame Schotterstraße mussten wir noch bezwingen, bevor wir tatsächlich einen ruhigen Campingplatz fanden, freier Strand inklusive. Wir hüpften durch die Wellen, probierten unsere Radfahrsonnenmuster auf unseren Körper loszuwerden, aßen Muscheln und Fisch, hingen in der Hängematte…. endlich Urlaub. 🤪
Dort trafen wir auch Kamill, der perfekt Deutsch sprach und uns eine Anekdote aus Kindertagen in den 80ern erzählte, wie viele Familien damals hungern mussten und er in seiner Kleinstadt immer freudig polnischen oder deutschen Autos zugewunken hatte, damit die Bonbons warfen. Wie abgefahren nun saßen Dana und Kamill 3 Jahrzehnte später zusammen am Zelt und damals war Dana auch ein Kind, dass Bonbons warf, ohne zu verstehen warum.
Endlich chillen! 🤩
Übrigens wer Sehnsucht nach Danas Stimme hat und mehr von unseren Abenteuern hören will, hat gleich dreimal die Möglichkeit. RadioEins begleitet uns ein bisschen:
Faszination Tierreich – Von Hunden, Schakalen und kleinen Krabbelwesen
So und zum Abschluss noch ein allgemeines Thema: Tiere. Auf unserer bisherigen Reise (mittlerweile über 5.600 km!) trafen wir immer wieder die unterschiedlichsten Vier- bis Achtbeiner, über die wir uns manchmal freuen oder manchmal lieber schreiend davon rennen würden. Seit Griechenland, sehen wir in regelmäßigen Abständen Storchennester. In vielen Dörfern gibt es extra Stelen auf denen die Störche nisten können. Und nicht nur die Nester auch die Störche sind überall zu sehen. So war in Rumänien gerade Erntezeit und die großen Traktoren mähten die Weizenfelser ab. Was für ein Bild: Hinter den Mähdreschern zogen teilweise bis zu 50 Störche auf der Suche nach Nahrung hinterher. Und in den Nestern hockten ganze Familien mit bis zu fünf Störchen stolz und schauten auf uns herab.
Manchmal kommt der ein oder andere Streuner sehr nah heran. Auf einem Zeltplatz in Rumänien präsentierte der Campingplatzbesitzer stolz sein Maskottchen: einen Fuchs! Zutraulich schlenderte er an der Rezeption herum und wurde mit Walnüssen gefüttert. In dem Moment fanden wir das noch süß, spätestens als wir jedoch beim Kochen waren und der Fuchs frech um uns herumwuselte und jeden Moment Unaufmerksamkeit abwartete, um nach irgendetwas von uns zu schnappen, fanden wir das nicht mehr ganz so süß. Selbst nachts machte er sich an unseren Fahrradtaschen zu schaffen, knabberte an ihn und probierte sie vom Fahrrad zu reißen. Zum Glück sind unsere Taschen stabil. Fox proofed sozusagen.
Ganz schön nah der Kleine.
Und dann sind da noch die domestizierten Vierbeiner: Auf dem gesamten Balkan sehen wir unglaublich viele Schäfer und Hirten, die Mal mit größeren mal mit kleineren Herden in der Landschaft stehen. Oft wird auch nur eine einzelne Kuh am Straßen lang entlang geführt, damit sie dort futtert… oder einfach in die Mittelinsel eines Kreisverkehrs gestellt. Wo Platz ist und ein bisschen Grün stehen eben oft landwirtschaftliche Tiere. Auch beim Wildzelten müssen wir „tierisch“ aufpassen. Spätestens wenn wir unser Zelt auf einen Weg stellen, der eigentlich Tieren vorbehalten ist, müssen wir schnell weichen. Aber meist sind die Schäfer und Kuhhirten erbarmungslos, dann müssen die Tiere halt um uns herumlaufen.
Blick aus dem Zelt.Was sagt uns dieses Schild?Schafe, Kühe, Ziegen – auf der Straße finden sich immer wieder landwirtschaftliche Gesellen.
Ein wilderes tierische Highlight fanden wir in Rumänien: Einer unserer schönsten Wildcampingplätze lag etwas erhöht, wir blickten über die weiten Täler der Walachei, die Sonne ging unter und bestrahlte ein Kloster in der Ferne. Und dann sahen wir etwas rennen. Diesmal war es für ein Fuchs zu groß. Wahnsinn! Das war doch tatsächlich ein Goldschakal, der vor unserer Nase das gesamte Feld überquerte.
An dieser Stelle darf natürlich das beliebte Radfahr-Thema Hunde nicht fehlen. Nur gibt es da nicht mehr viel zu sagen. Es scheint einfach zu heiß zu sein. Außer einem müden Kopf heben, passiert eigentlich nichts mehr. Und wenn dennoch mal ein Hund meint, hinter uns her zu rennen, stellen wir unsere gestählten Beine auf den Boden und die Hunde hüpfen erschreckt weg (tja, unsere Waden sind scheinbar echt beeindruckend). Das ist besser als jedes Manager- oder Führungskräfte-Training mit Kühen oder Pferden. Anke fühlt sich dann definitiv sehr mächtig… und lacht dabei auch manchmal wie Mrs. Evil.
Keine Chance: Von unserem Salat bekommen die Streuner nix ab.So friedlich macht die Hitze.
Und für den Niedlichkeitsfaktor ist auch regelmäßig gesorgt. Auf vielen Campingplätzen rennen kleine Kätzchen oder Welpen umher, stehen Ponys herum oder Schildkröten chillen an einem Teich.
Auf den Campingplätzen ist oft tierisch was los.
Unschön wird es dann bei den kleineren Wesen. Denn mit den wärmeren Temperaturen, kamen andere Freunde auf der Reise hinzu: Die wunderbare Welt der Insekten! Dana hatte zwischenzeitlich eine Ohrenkneiferkrise. Diese verstecken sich gerne überall. So auch mit Vorliebe in großen Communities in unseren Zeltstangen. Auch kleine Ameisen scheint es in unsinnigen Übermaß auf dieser Welt zu geben. Egal was man nur mal kurz im Gras ablegt sofort ist von einer schwarzen wimmelnden Masse überzogen. Besonders beeindruckend: Selbst unseren gelben Plastik-Schwamm zerlegten sie liebevoll in kleinste Krümel. Wir lieben es morgens zu beobachten, wie sich jede Haferflocken, die neben unserem Topf landet, schnell auf dem Weg in ein Ameisenloch macht. Sofort entsteht eine Pop-up-Haferflockenstraße. Die fleißigen Emsen tragen sie sogleich von dannen. Und dann gibt es natürlich noch eine große Auswahl an Insekten, die gerne stechen. Neben Mückenstichen hatten wir bisweilen eine unzählige Anzahl spannender Pickelchen, Ausschlägen und kleinen Bissspuren. Fenistil ist unser ständiger Begleiter. Und ganz heimlich träumt Anke ab und zu von einem sterilen insektenfreien Raum mit Klimaanlage, damit sich ihre Haut wieder beruhigen kann. Und spätestens als wir durch tausende von kleinen angriffslustigen Fliegen radelten, die uns ums Gesicht wuselten und gerne in Ohren, Nase und Augen flogen und dabei Dana in den absoluten Wahnsinn trieben, ist auch sie großer Fan von dem sterilen Raum. Wild mit Postkarten wedelnd Berge hinauffahren ist echt kein Spaß!
Nicht witzig! Das ist nur ein kleiner Teil der Agro-Fliegen.Schweiß und Fliegen – ein Albtraum.Die ist nicht mehr lebendig, aber wir sahen einige Schleichen.
Zum Glück heißt es für uns nun erst einmal Summerbreak. Wir chillen mit Freunden am Schwarzen Meer in Bulgarien, genießen die Sonne (so ganz ohne Anstrengung a0uf dem Rad) und lassen unsere geschundenen Körper etwas regenerieren, bevor es weiter Richtung Türkei geht.
Pausenzeit!
Du findest unsere Reiseberichte toll? Oder magst uns einfach so unterstützen? Wir freuen uns über jeden Euro, denn davon können wir auch unvorhergesehene Kosten (wie Reparaturen) decken oder uns mal eine kleine Pension gönnen.
Wir haben 5.000 km geschafft! 🎉🚴 Jeah! Dabei haben wir gelacht, geflucht und gestaunt. Letzte Woche sind wir bei erbarmungsloser Hitze🌡️durch die weitläufige Walachei gestrampelt und sind nun endlich am Schwarzen Meer angekommen, wo wir uns ein wenig im kühlen Nass erholen.
Manchmal ist es ganz schön anstrengend.
Hinter uns liegen bereits Italien, Griechenland, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Bulgarien und nun gönnen wir unseren müden Muskeln eine Verschnaufpause am Strand in Rumänien.
Seit einem halben Jahr sind wir schon auf den Rädern unterwegs, schlafen die meiste Zeit im Zelt und treffen dabei unfassbar viele freundliche Leute.
Weite Sicht in der Walachei, …… da müssen wir mitunter ganz schön die Zähne zusammen beißen.„Drum bun“: Gute Fahrt.
Unser Fazit nach 6 Monaten im Sattel: Radreisen sind für uns, die beste Art zu reisen. So kommen wir in genau der richtigen Geschwindigkeit voran, lernen Länder und Leute auf eine ganz eigene Weise kennen und können bei all der Anstrengung jede Menge Leckereien verdrücken. 🧀🍪🍔🍲
Auf dem Zeltplatz passen oft ein paar flauschige Wesen auf uns auf …… Nagut, manchmal wollen sie auch was von unserem Frühstück.Mh, lecker. Überall gibt es Melonen.Endlich am Meer.